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Israelisches Parlament stimmt Todesstrafe für Terroristen zu

epa12700398 Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu (R) and National Security Minister Itamar Ben-Gvir attend a special session to mark the 77th anniversary of the Knesset's establishment and t ...
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (rechts) und der Minister für nationale Sicherheit Itamar Ben-Gvir in der Knesset.Bild: EPA

Nach 64 Jahren: Israel ermöglicht wieder Hinrichtungen

30.03.2026, 21:0430.03.2026, 22:14

Die Knesset, wie das israelische Parlament auch genannt wird, hat am Montag ein Gesetz verabschiedet, das die Todesstrafe für Terroristen ermöglicht. Mit 62 von 120 Stimmen war die Mehrheit knapp, aber ausreichend. 48 Abgeordnete stimmten gegen das Gesetz, der Rest war nicht vor Ort oder enthielt sich. Das Gesetz hat die entscheidende sogenannte dritte Lesung bestanden. Das bedeutet, es kann nun endgültig in Kraft treten.

Dieser Vorstoss wurde vor allem von den rechtsextremen und religiös-nationalistischen Parteien innerhalb der Regierungskoalition vorangetrieben, insbesondere vom Flügel um den Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir.

«Dies ist ein Tag der Gerechtigkeit für die Opfer und ein Tag der Abschreckung für unsere Feinde. Schluss mit der Drehtür-Politik für Terroristen, stattdessen eine klare Entscheidung. Wer den Terrorismus wählt, wählt den Tod», erklärte der rechtsextreme Politiker laut der israelischen Online-Zeitung «Times of Israel». Auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu stimmte für den Vorstoss.

epa12500923 Politicians attend a special plenary session to mark 30th anniversary of Israeli former Prime Minister Yitzhak Rabin assassination in Knesset, the Israeli parliament in Jerusalem, 03 Novem ...
Das israelische Parlament in Jerusalem.Bild: keystone

Sorge vor Ungleichbehandlung

Das Rechtszentrum der arabischen Minderheit in Israel, Adalah, kritisiert: Die Definition von Terrorismus treffe im israelischen Rechtssystem fast ausschliesslich Palästinenser. Es besteht die Sorge vor einer Ungleichbehandlung: Jüdische Israelis, die Gewalt gegen Palästinenser verüben, fallen oft nicht unter die harten Terror-Paragrafen. Sie werden stattdessen nach allgemeinem Strafrecht beurteilt. Dort ist keine Todesstrafe vorgesehen.

Für den israelischen Bürgerrechtsverband ist der Vorstoss der bisher radikalste «Angriff dieser Regierung auf die Menschenrechte». UN-Experten forderten bereits im Februar die Aufhebung des Gesetzesentwurfs.

«Unmenschliche Form der Bestrafung»

«Die Todesstrafe ist eine unmenschliche und erniedrigende Form der Bestrafung ohne jegliche abschreckende Wirkung», teilten die Aussenminister aus Deutschland, Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung mit. «Deshalb lehnen wir die Todesstrafe weltweit unter allen Umständen ab.»

Der Generalsekretär des Europarats, Alain Berset, reagierte auf der Plattform X bereits auf die Abstimmung. Es sei ein erheblicher zivilisatorischer Rückschritt, schrieb der Altbundesrat.

«Israel befindet sich mitten in einem Krieg, in dem es beansprucht, die demokratische und liberale Welt gegenüber den Kräften des Bösen im Iran und darüber hinaus zu vertreten», kritisierte auch ein Kommentator der «Times of Israel». Die Verabschiedung könnte Israels ohnehin zunehmend angeschlagenem Image schaden.

Israel hat die Todesstrafe für «gewöhnliche» Verbrechen bereits in den 1950er-Jahren abgeschafft. Sie blieb nur für extrem seltene Ausnahmen bestehen, wie Genozid oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit. In der gesamten Geschichte des Staates Israel wurde die Todesstrafe erst ein einziges Mal vollstreckt: 1962 an Adolf Eichmann, einem der Hauptorganisatoren des Holocausts.

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    The Guitar Player
    30.03.2026 21:42registriert Oktober 2023
    Das ist kohärent mit dem alten Testament: Krude Gewalt, krude Gewalt und nochmals krude Gewalt. Alle Extremisten sind am Schluss genau gleich.
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    Philipp L
    30.03.2026 22:19registriert Juli 2018
    Sehr bedenklicher Entscheid. Ich hoffe das die Israelis bei den nächsten Wahlen vernünftig wählen werden und Bibi endgültig in die Rente schicken.
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    Verbesserer
    30.03.2026 22:19registriert Mai 2020
    "Dieser Vorstoss wurde vor allem von den rechtsextremen und religiös-nationalistischen Parteien innerhalb der Regierungskoalition vorangetrieben, insbesondere vom Flügel um den Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir.
    Im besetzten Westjordanland vertreibt und töten genau die rechtsextremen und religiös-nationalistischen Parteien
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