International
USA

Kuba erhebt Recht auf Selbstverteidigung bei US-Angriff

«Die USA sind der Angreifer» – Kuba erhebt Recht auf Selbstverteidigung bei US-Angriff

17.05.2026, 19:4417.05.2026, 19:44
epa12836833 Cuba's Deputy Minister of Foreign Affairs, Carlos Fernandez de Cossio, speaks during a press conference in Havana, Cuba, 20 March 2026. De Cossio stated that 'the Cuban political ...
Vizeaussenminister Carlos Fernández deklariert die USA als «die Angreifer».Bild: EPA EFE

Im Falle eines militärischen Angriffs der Vereinigten Staaten will Kuba laut Regierung sein «legitimes Recht auf Selbstverteidigung» ausüben. «Die USA sind der Angreifer. Kuba ist das angegriffene Land, das sich auf das Recht auf Selbstverteidigung beruft», schrieb Vizeaussenminister Carlos Fernández de Cossio auf der Plattform X.

Diese Aussage folgte auf einen Bericht des US-Nachrichtenportals «Axios» zu angeblichen Vorbereitungen des sozialistisch regierten Inselstaates, im Ernstfall Drohnen gegen US-Ziele einzusetzen. Ohne sich direkt auf den Bericht zu beziehen, kritisierte der Vizeminister die Bemühungen, einen Angriff der USA gegen den Karibikstaat mit «immer unglaubwürdigeren Anschuldigungen» zu rechtfertigen.

Auch die kubanische Botschaft in Washington sowie das Aussenministerium in Havanna bekräftigten auf X das Recht Kubas auf Selbstverteidigung. Mit Vorwänden und Lügen würde die «logische Vorbereitung» auf einen möglichen Angriff als etwas Aussergewöhnliches dargestellt, erklärte die Botschaft.

Mehr als 300 Militärdrohnen erworben

«Axios» berichtet, Kuba habe mehr als 300 Militärdrohnen erworben und vor kurzem damit begonnen, Pläne zu erörtern, diese für Angriffe auf den US-Stützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba, auf US-Militärschiffe und möglicherweise auf Key West im US-Bundesstaat Florida zu nutzen, das nur rund 170 Kilometer von Havanna entfernt liegt. Das US-Medium stützt sich dabei auf Geheimdienstinformationen, die ihm vorliegen.

Diese Informationen, die als Vorwand für eine militärische Aktion der USA dienen könnten, zeigten, in welchem Masse die Regierung von US-Präsident Donald Trump Kuba als Bedrohung sehe, zitiert «Axios» einen hochrangigen US-Beamten. Neben den Entwicklungen bei Drohnen begründete er das demnach auch mit der Präsenz iranischer Militärberater in Havanna.

Jahrzehntelange angespannte Beziehung

Das Nachrichtenportal berichtet allerdings auch, dass US-Beamte nicht davon ausgehen würden, dass Kuba aktiv plane, US-Interessen anzugreifen. US-Geheimdienstinformationen deuteten darauf hin, dass Militärvertreter Kubas Pläne für den Einsatz von Drohnen erörterten, für den Fall, dass es zu Feindseligkeiten komme.

Seit der Revolution 1959 sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern angespannt. Unter Trump haben sie sich nochmals verschärft. Mit einer Reihe von neuen Sanktionen und einer Ölblockade erhöhte Trump den Druck, um auf Kuba einen wirtschaftlichen und politischen Wandel im Interesse der USA zu forcieren. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
1
USA lassen Ausnahme von Sanktionen auf russisches Öl auslaufen
Die USA haben eine Ausnahmeregelung auslaufen lassen, die in den vergangenen Wochen angesichts der im Iran-Krieg gestiegenen Energiepreise Sanktionen auf russisches Öl gelockert hatte.
Vor gut einem Monat hatte eine Behörde des Finanzministeriums mitgeteilt, den Verkauf und die Lieferung von russischem Öl, das bis zu einem bestimmten Zeitpunkt auf Schiffe geladen wurde, bis zur Nacht auf diesen Samstag von US-Verboten auszunehmen. Bis zum Nachmittag (Ortszeit) veröffentlichte die Behörde auf ihrer Website keinen Hinweis über eine Verlängerung der Massnahme.
Zur Story