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Arno Del Curto sorgt auf der HCD-Bank für Ruhe und Ordnung. Andere Coaches haben weit mehr Mühe mit ihrer Vorbildrolle.
Arno Del Curto sorgt auf der HCD-Bank für Ruhe und Ordnung. Andere Coaches haben weit mehr Mühe mit ihrer Vorbildrolle.
Bild: Sandro Stutz/freshfocus
Wenn doch alle auf Del Curto hören würden

Von «Fuck you» über «You are an idiot» bis zum «Bankwerfen» – wenn Hockey-Trainer ausrasten 

«Wasser predigen und Wein trinken» – Eishockey-Coaches sollten eigentlich Vorbilder sein. Doch hin und wieder lassen auch die Trainer die Fetzen fliegen. Eine Disziplin-Lektion bei Arno Del Curto würde dem einen oder anderen Hockey-Dompteur sicher gut tun.
31.12.2014, 17:2531.12.2014, 17:26

Mitte Oktober haben wir in unserer Serie «Unvergessen» mit einem Kapitel aus Arno Del Curtos Trainergeschichte gezeigt, was eigentlich der Job eines Hockey-Trainers wäre: Den Jungs Disziplin beibringen und für Ruhe und Ordnung sorgen. Mit Wörtern wie «Fuck you» sollte laut dem HCD-Zampano höchst sparsam umgegangen werden. 

So müsste es eigentlich gehen: Der Trainer erklärt den Spielern was sich gehört und was nicht. 

Verbale Ausrutscher

Doch wie so oft im Leben heisst es auch im Hockey: «Wasser predigen und Wein trinken» – Hockey-Trainer, die ihren Jungs eigentlich Disziplin beibringen sollten, rasten nämlich regelmässig selber aus. Da ist auch der oben gelobte Del Curto keine Ausnahme. Und diese Woche hatte ein Trainer in der Ontario Hockey League seinen Aussetzer. Ganz im Gegensatz zum HCD-Bandengeneral scheint dieser Coach mit dem berühmten «F...-Wort» keine Mühe zu haben: Hier geht's zum Video.

Noch ungehobelter als die Ausdrucksweise von Paul Fixter ist die Sprache von Ex-Villach-Trainer Greg Holst. Hätte Del Curto beim Interview des Österreich-Kanadiers zugehört, dem Bündner würden jetzt die Ohren bluten. Ein anderes Attribut als «fucking» scheint der Villach-Coach gar nicht zu kennen. 

Greg Holst: «F..., F..., F...,»

März 2006: «Fucking österreichisches Eishockey», «Fucking komplett Skandal», «Fucking 5 gegen 3», «Fucking nicht normal», «Fucking absolut.» 

In derselben verbalen Liga wie Greg Holst spielt auch Guy Boucher. Der SCB-Trainer coacht beim Spengler Cup 2014 das Team Canada und rastet nach der knappen Halbfinal-Niederlage wegen einer später Strafe nach Spielschluss komplett aus.

Guy Boucher: «You are an idiot»

Dezember 2014: «You are an idiot», «You are the star here», «The people came to see hockey not you».
video: srf

Nonverbale Exzesse

Doch Holst und Fixter sind mit ihren verbalen Ausrutschern noch ganz in Ordnung. Richtig heiss zu und her geht es nämlich dann, wenn Hockey-Coaches mit ihrem Sprach-Latein am Ende sind und zu anderen Mitteln greifen müssen.

Andrey Nazarov: Mit dem Stock auf die Zuschauer los

November 2001: Das russische Team Vitiyaz verliert ein dramatisches Spiel in Weissrussland gegen Dynamo Minsk. In den letzten 15 Sekunden des Spiels werden nicht weniger als 156 Strafminuten ausgesprochen, was die Fans auf die Palme bringt: Ein Minsk-Anhänger ist gar so ausser sich, dass er den Gäste-Coach Andrey Nazarov, der in seiner Karriere 571 NHL Spiele bestritt, mit einem Gegenstand bewirft. Hätte er besser nicht gemacht ... 

Brent Sapergia: Alles muss aufs Eis

November 2009: Louisiana-Coach Brent Sapergia ist mit einer Schiedsrichter-Entscheidung überhaupt nicht einverstanden. Alles was nicht niet- und nagelfest ist, landet umgehend auf dem Eisfeld.

Chris Clark: «Schiri bist du blind?»

Januar 2013: Der Assistenz-Coach der NHL-Mannschaft Wenatchee Wild Chris Clark kann offenbar nicht mehr in Worte fassen, wie schlecht er die Schiedsrichter findet. Er muss zu anderen Mitteln greifen. So schnappt er sich eine Sonnenbrille, einen Hockey-Stock und mimt den Blinden.

Jim Playfair: Hulk des Hockey-Sports

März 2010: Nomen est Omen? Nicht bei diesem Mann: Abbotsford-Coach Jim Playfair kassiert wegen einer Frage an den Schiedsrichter eine Zwei-Minuten-Strafe. Dies bringt den Coach derart in Rage, dass aus «Playfair» innert Sekunden «Hulk» wird.

Robbie Ftorek: Die Spielerbank fliegt aufs Eisfeld

Januar 2000: Kennen Sie das Gefühl, wenn sie ungemein sauer sind und gerne etwas zerstören würden? Genau so geht es New-Jersey-Trainer Robbie Ftorek im Spiel gegen die New York Rangers. Da der einzige Gegenstand, der gerade rumsteht eine Spielerbank ist, landet diese ruck zuck im Rink. Die Strafe: saftige 10'000 Dollar Busse, dafür nur eine Spielsperre. 

Mehr zum Thema

Und Chris McSorley? Der hat offenbar von Del Curto gelernt. 

April 2008: Da loben wir uns doch unsere heimische Hockey-Kultur. Im Vergleich zu den eben vorgestellten Coaches in Übersee und in der KHL ist Chris McSorley zahm wie eine Hauskatze. Als er im Hallenstadion mit einem Bier beworfen wird, schnappt er sich ein Handtuch und wischt sich den Gerstensaft cool vom Kopf. Danach hilft er – mit versteinerter Miene zwar – seelenruhig mit, den Übeltäter zu identifizieren. Das ist Contenance! Ob der Genf-Trainer wohl schon einmal bei einer Disziplin-Lektion bei Del Curto war? 
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