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Champions League, Halbfinal-Rückspiel
Bayern München – REAL MADRID 0:4 (0:3)
(Hinspiel: 0:1)
Bild: Reuters
Der Titelverteidiger ist draussen

Königlich! Ramos und Ronaldo schiessen die Bayern ab und Real in den Final

Real Madrid steht als erster Finalist der Champions League fest. Die «Königlichen» deklassieren nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel den Titelverteidiger Bayern München auswärts mit 4:0 und entthronen den Titelverteidiger mit einer Gala.
29.04.2014, 23:0230.04.2014, 10:44

Hier können Sie den Liveticker der Partie nachlesen.

Um 20.45 Uhr ist in der Münchner Allianz Arena alles bereit für ein grosses Fussballfest. Nichts scheint den Triple-Sieger von 2013 aufhalten zu können. Schon gar nicht die 0:1-Niederlage vor einer Woche in Madrid, schliesslich hat Real zuvor in 10 Partien noch nie bei den Bayern gewinnen können.

Der ehemalige Madrilene Arjen Robben schwört seine Mannschaft nach dem Aufwärmen im Mannschaftskreis mit Worten und Gesten noch einmal ein, Bayerns Sport-Vorstand Matthias Sammer spricht gegenüber «Sky» von «Herz, Wille und Leidenschaft», die den Ausschlag zugunsten der Bayern geben werden, und die 68'000 Zuschauer empfangen ihre Mannschaft mit einer phantastischen Choreografie. Auch der wegen Steuerhinterziehung zu einer Gefängnisstrafe verurteilte ehemalige Manager und Präsident Uli Hoeness sitzt noch einmal auf der Tribüne.

Die grosse Show der Bayern-Fans.
Die grosse Show der Bayern-Fans.
Bild: Bongarts

Die Ernüchterung auf dem Platz folgte für den Titelverteidiger schnell. Die Bayern ziehen zwar von Beginn an ihr gewohntes Kurzpass-Spiel auf. Schon bald liegt der Ballbesitz der Roten bei über 70 Prozent. Doch Real ist von Anfang an hellwach, lauert auf Konterchancen und sticht dann eiskalt zu. Nach neun Minuten verpasst Gareth Bale die Führung nur knapp. Nachdem Manuel Neuer aus dem Tor geeilt ist, um vor dem Strafraum mit dem Kopf zu klären, verfehlt der walisische Superstar den leeren Kasten aus rund 30 Metern aber deutlich.

Telegramm:
Bayern München - Real Madrid 0:4 (0:3)
Allianz-Arena. - 68'000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Proença (Por).
Tore: 16. Sergio Ramos 0:1. 20. Sergio Ramos 0:2. 34. Cristiano Ronaldo 0:3. 90. Cristiano Ronaldo 0:4.
Bayern München: Neuer; Lahm, Boateng, Dante, Alaba; Kroos, Schweinsteiger; Robben, Müller (72. Pizarro), Ribéry (72. Götze); Mandzukic (46. Martinez).
Real Madrid: Casillas; Carvajal, Pepe, Sergio Ramos (75. Varane), Coentrao; Bale, Modric, Xabi Alonso, Di Maria (84. Casemiro); Benzema (80. Isco), Cristiano Ronaldo.
Bemerkungen: Bayern München ohne Shaqiri (rekonvaleszent), Badstuber, Thiago Alcantara und Starke (alle verletzt), Real ohne Arbeloa, Jese und Khedira (alle verletzt). Vor der Partie gab es eine Schweigeminute für die verstorbenen Tito Vilanova und Vujadin Boskov. Verwarnungen: 17. Dante (Foul). 37. Xabi Alonso (Foul/im Final gesperrt). (si)

Fünf Minuten später klingelt es dann doch. Ribéry verliert im Real-Strafraum den Ball und dann geht es ganz schnell. Cristiano Ronaldo bedient mit einem feinen Hackentrick Angel Di Maria, der Karim Benzema in die Tiefe schickt. Schliesslich muss Dante zum Eckball klären und dieser wird den Bayern zum Verhängnis. Sergio Ramos hängt Thomas Müller ab, steigt hoch und nickt zum verdienten 1:0 für die Königlichen ein.

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Ramos' erster Streich.
Gif: ZDF

Die Bayern sind geschockt und werden von Real nur vier Minuten später ein weiteres Mal erwischt. Nach einem Freistoss von halbrechts ist es wieder Innenverteidiger Ramos, der völlig frei einköpfen kann. Ausgerechnet Ramos, der im Champions-League-Halbfinal 2012 im Elfmeterschiessen den entscheidenden Penalty weit über Neuers Kasten gehämmert hatte, stellt die Weichen für den ungefährdeten Real-Sieg.

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Ramos' zweiter Streich.
Gif: Dailymotion

Und die Königlichen kennen keine Gnade: Neun Minuten vor der Pause führt der nächste Real-Konter zur endgültigen Entscheidung. Benzema lanciert nach der Balleroberung den pfeilschnellen Bale, der Jérôme Boateng einfach stehen lässt und den mitgelaufenen Ronaldo bedient. Dieser schiebt locker zum 3:0. Für den Portugiesen ist es bereits der 15. Saisontreffer. Das zeigt er bei seinem Jubel auch deutlich an. Noch nie hat ein Spieler zuvor in einer Champions-League-Saison so viele Tore erzielt.

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Ronaldos Rekordtor.
Gif: Dailymotion
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Der Drei-Hand-Jubel nach seinem 15. Champions-League-Treffer.
Gif: Dailymotion

Die Partie ist natürlich gelaufen und einige Bayern-Spieler, die sich schon zuvor viel zu oft auf die kleinen Mätzchen von Pepe und Sergio Ramos eingelassen haben, brennen die Sicherungen durch. Allen voran Franck Ribéry, der sich nicht beherrschen kann. Nach einem Techtelmechtel mit Daniel Carvajal verpasst er dem Spanier eine bayrische Watsch'n und hat Glück, dass er dafür nicht vom Platz fliegt.

Einziger Wermutstropfen für die Madrilenen nach grandiosen 45 Minuten: Die Verwarnung gegen Xabi Alonso kurz vor der Pause. Der spanische Internationale wird im Final gesperrt sein.

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Ribérys Ohrfeige gegen Carjaval.
Gif: Youtube

Nach der Pause passiert nicht mehr viel. Real muss nicht mehr, Bayern kann einfach nicht. Zwar hat das Team von Trainer Pep Guardiola deutlich mehr Spielanteile, so richtig gefährlich wird es vor dem Tor von Iker Casillas aber nur selten. Arjen Robben verpasst in der 56. Minute den Anschlusstreffer aus 18 Metern ebenso wie Franck Ribéry, Toni Kroos und Mario Götze bei ihren Versuchen. Der Anschlusstreffer will nicht gelingen, es kommt sogar noch schlimmer.

Ronaldo krönt seine Leistung in der 89. Minute mit seinem zweiten Treffer zum 4:0. Bei einem Freistoss zeigt sich der Portugiese äusserst trickreich. Nachdem die Mauer hochgesprungen ist, zirkelt er den Ball unter den Bayern-Spielern hindurch in die nahe Torecke. Manuel Neuer ist auch hier absolut chancenlos. Wenig später ist die Partie zu Ende. 

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Ronaldos 16. CL-Treffer.
Gif: Youtube

Real bietet sich nun am 24. Mai in Lissabon gegen Stadtrivale Atlético oder Chelsea die Chance, die langersehnte «Decima», den zehnten Titel im wichtigsten europäischen Teamwettbewerb, zu gewinnen. Auch das Triple, der Gewinn aller drei grossen Titel, ist in der ersten Saison unter Trainer Carlo Ancelotti weiterhin möglich.

Für die Bayern und Pep Guardiola hingegen wird es ungemütlich. Mit seiner Spielidee des «Tiki-Taka», der totalen Ballkontrolle, mit der er als Trainer von Barcelona zwischen 2008 und 2012 den Fussball revolutioniert hatte und 14 Titel gewann, scheiterte er für einmal klar. Die Bayern wurden von Real mit taktischen und spielerischen Mitteln übertölpelte. Der Gewinn des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund ist nun aber mehr als Pflicht.

Mit Material der Sportinformation SI.

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