DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Darum weilt der Schweizer Wirtschaftsminister in Israel und Palästina

Im Zentrum der dreitätigen Reise von Bundesrat Johann Schneider-Ammann stehen die Themen Innovation, Digitalisierung und Start-ups. Dabei hat der Politiker auch den Mut der palästinensischen Unternehmer gelobt.
28.10.2017, 19:03

Auf seiner Reise durch Israel und Palästina hat Bundesrat Johann Schneider-Ammann in einer Rede an der Universität von Birzeit dem Mut von palästinensischen Unternehmern Respekt gezollt: Überall brauche es Mut, innovativ zu sein und ein neues Geschäft zu starten.

Und es brauche Mut, die hohen Risiken einzugehen, die Unternehmertum verlange, sagte der Schweizer Wirtschaftsminister am Samstag vor Studenten und Wissenschaftlern sowie der Schweizer Politiker-, Wirtschafts-, und Wissenschaftsdelegation an der Universität im besetzten Westjordanland: «Aber hier müssen Sie Risiken eingehen unter den extrem schwierigen Bedingungen der Besatzung», sagte er an die einheimischen Zuhörer gewandt.

Bild: KEYSTONE

Der Zugang zu Land sei beschränkt, ebenso wie die Bewegungsfreiheit. Der freie Fluss von Kapital und Gütern sei nicht garantiert. Zudem gebe es keine eigene nationale Währung für die Palästinenser. «Ihre Widerstandskraft, Mut und Bestimmtheit erfordern meinen Respekt», sagte der Bundesrat in seiner Rede.

Neue Töne

An der Podiumsdiskussion von Jungunternehmern und Wissenschaftlern sowie offiziellen Vertretern aus der Schweiz und den besetzten palästinensischen Gebieten waren auch neue Töne zu hören: Während die älteren Diskussionsteilnehmer für alle Probleme die israelische Besatzung verantwortlich machten, forderten jüngere Teilnehmerinnen auch mehr Verantwortung von den eigenen Leuten.

So wurde die palästinensische Diaspora zu mehr Investitionen in den besetzten Gebieten aufgefordert. Auch Steuersenkungen durch die palästinensische Autonomiebehörde wurden verlangt.

Im Zentrum der dreitägigen Reise von Schneider-Ammann stehen die Themen Innovation, Digitalisierung und Startups. Dabei geht es vor allem darum, von den Erfahrungen der Israelis und Palästinenser mit der Jungunternehmer-Szene zu profitieren und allfällige Lehren für die Schweiz zu ziehen.

Gespräche mit Ministern

Am ersten Tag seiner Reise traf der Bundesrat auch mit dem palästinensischen Vizepremierminister Ziad Abu Amr, dem Aussenminister Riad Malki und Wirtschaftsministerin Abeer Odeh zusammen. Dabei kamen auch die Themen Berufsbildung, die bilateralen Beziehungen, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den besetzten Gebieten und Ausbildungsfragen zur Sprache.

Er sei beeindruckt, wie weit die besetzten palästinensischen Gebiete entwickelt und wie gut sie im Bereich Innovation unterwegs seien, sagte Schneider-Ammann vor Schweizer Medien: «Wir haben sehr wohl festgestellt, dass es auf Augenhöhe Projekte geben könnte, die jetzt ausgelotet werden sollen.» Dabei gehe es in Richtung Robotik.

Beim Thema Berufsbildung habe er den drei Ministern das Schweizer System erklärt, sagte Schneider-Ammann. Zudem habe er sie an das Berufsbildungssymposium eingeladen, das im nächsten Juni in Winterthur stattfinden werde.

«Wir werden dort den internationalen Gästen vorführen, was die Berufsbildung wirklich ist. Das muss man praxisnah vorführen, damit das auch verstanden wird», sagte Schneider-Ammann.

(dsc/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Warum du aktuell in Berlin 240 Minuten (!) vor Abflug am Flughafen sein solltest

Am Flughafen in Berlin müssen sich die Passagiere auf lange Wartezeiten einstellen. Auch Swiss-Flüge sind betroffen. Der Flughafenverband rechnet derweil damit, dass das Chaos noch grösser wird.

«Wir möchten Sie bitten, mindestens 240 Minuten vor Abflug am Flughafen einzutreffen.» Mit diesen Worten warnt die Lufthansa Gruppe ihre Passagiere in einer E-Mail vor den langen Wartezeiten in Berlin. Damit reagiert die Airline, zu der auch «Swiss» gehört, auf das Chaos, das seit dem Wochenende am Flughafen BER herrscht. Die Lufthansa-Tochter Swiss fliegt bis zu fünf Mal täglich von Berlin nach Zürich. Und hat jetzt ihre Check-in-Kapazitäten aufgestockt.

Wegen der Corona-Regeln habe man beim …

Artikel lesen
Link zum Artikel