SVP
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Bundesrat Ueli Maurer mit einem Sennenhund Plueschtier an der Delegiertenversammlung der SVP am Samstag, 4. Juli 2015 in Kerns. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Gaga-Wahlkampf: SVP-Bundesrat Ueli Maurer mit Stoffhund Willy. Bild: KEYSTONE

Die besten Wahlkämpfer der Linken heissen Schäuble, Trump und Stoffhund Willy

Der politische Wind dreht. Wegen Gaga-Wahlkampf, der Demütigung der Griechen und dem vielen Geld in der Politik geraten die Rechtskonservativen unter Druck. 



Bis vor kurzem schien allen klar: Die politischen Zeichen stehen auf rechts. In der Schweiz war die FDP in den kantonalen Wahlen auf dem Vormarsch. Auf der internationalen Bühne errangen die britischen Konservativen einen Überraschungssieg. Überall waren die Rechtspopulisten auf dem Vormarsch. Auch für die kommenden nationalen Wahlen in der Schweiz gab es unter den Polit-Gurus bisher einzig eine Frage: Wie kräftig wird der Rechtsrutsch hierzulande ausfallen? 

Wenn ehemals konservative Vordenker ins Grübeln geraten

Derzeit kippt die öffentliche Meinung. Wie schon 2011 steht die Frage im Raum: Hat die Linke doch recht? Damals war es Charles Moore, der konservative Kolumnist im «Daily Telegraph» und Thatcher-Biograph, der diese Frage mit Ja beantwortete und damit weltweit für Aufsehen sorgte.

«Ich sehe keinen Aufschwung der FDP, sondern allenfalls eine leichte Erholung.»

Georg Lutz, Politologieprofessor

Frank Schirrmacher, der inzwischen verstorbene Feuilleton-Chef der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» – lange ein sicherer Wert der aufgeklärten Konservativen –, stimmte Moore zu und kam ebenfalls zum Schluss: Das Bürgertum hat seine Werte verraten und die bürgerlichen Parteien sind zu willfährigen Instrumenten eines verantwortungslosen Neoliberalismus verkommen.

Republican presidential candidate Donald Trump leaves New York state Supreme Court during a lunch break of his summons to jury duty, Monday, Aug. 17, 2015. Trump is taking a break from courting voters to go to court as a potential juror. He shook hands and fist-bumped bystanders as he reported for jury duty Monday at a Manhattan court. (AP Photo/Richard Drew)

Grossmaul, Narziss und Sexist: Donald Trump. Bild: Richard Drew/AP/KEYSTONE

Auch heute entfremdet sich das anständige Bürgertum zunehmend von den bürgerlichen Parteien. Figuren wie Donald Trump lösen mit ihrem grenzenlosen Narzissmus, mit ihrem offenen Rassismus und Sexismus Abscheu aus. Selbst wenn dies amerikanischer Gigantismus sein mag, bleiben Spuren davon auch bei uns hängen.

Die grosse Wut des Alfred Heer

Die ernsthafte politische Auseinandersetzung verkommt zum Gaga-Wahlkampf. Selbst SVP-Grössen wie der Zürcher Parteipräsident Alfred Heer verurteilen das Schmierentheater um Stoffhund Willy und den damit verbundenen Schunkelsong als Sauglattismus. 

Der Höhenflug der FDP scheint ebenfalls beendet. Die Wirtschaftspartei wird vom Frankenschock eingeholt. Nachdem dieser Schock anfänglich überraschend gut verdaut schien, tauchen nun fast täglich Meldungen über Auslagerungen von Schweizer Arbeitsplätzen und Entlassungen auf. Die FDP hat darauf keine überzeugenden Antworten. Georg Lutz, Professor für Politikwissenschaften an der Universität Lausanne, erklärt daher in einem Interiew mit «Cash»: «Ich sehe keinen Aufschwung der FDP, sondern allenfalls eine leichte Erholung.»

epa04621567 Performers wearing masks depicting Greek Premier Alexis Tsipras (L), German Finance Minister Wolfgang Schäuble (C) and German Chancellor Angela Merkel (R), as protesters gather outside the parliament in a rally in solidarity with the Greek government for the negotiations with the country's international lenders, in Athens, Greece, 15 February 2015. Thousands of people gathered at Syntagma Square in central Athens in order to protest against EU-austerity policy while EU Finance ministers of the Eurogroup are going to  meet on 16 February in Brussels, Belgium, for a discussion of the Greek situation.  EPA/ORESTIS PANAGIOTOU

Nicht nur Linke haben Mühe mit Wolfgang Schäuble.  Bild: EPA/ANA-MPA

Mit dem rücksichtslosen Vorgehen von Schäuble & Co. haben sich auch in der Europa-Frage die Gewichte verschoben. Der «eiserne Wolfgang» dürfte sich gerade bei konservativen Anti-Europäern grosser Beliebtheit erfreuen, zumindest klammheimlich. Vielleicht ist es daher kein Zufall, dass die SVP die Anti-EU-Rhetorik zurückfährt und voll auf das angebliche Asylchaos setzt.

Die gekaufte Politik

Umgekehrt hat die brutale Disziplinierung von Alexis Tsipras und seiner Syriza auch liberale Bürgerliche nachdenklich gemacht, moralisch und ökonomisch. Nicht nur Linke kritisieren die deutsche Austeritätspolitik, auch die Mehrheit der angelsächsischen Ökonomen und führenden Zeitungen wie die «New York Times» und die «Financial Times». Selbst der IWF kommt inzwischen zum Schluss, dass Griechenland ohne Schuldenerlass nicht auf die Füsse kommen kann und dass die lauthals geforderten Strukturreformen letztlich zweitrangig sind. 

Schliesslich breitet sich weltweit der Eindruck aus, dass die Politik zunehmend von Unternehmen und Superreichen gekauft wird. In den USA sind die Summen, die für einen erfolgreichen Wahlkampf nötig sind, inzwischen in schwindelerregende Höhen geklettert. Dubiose Gestalten wie die Koch-Brüder erhalten einen viel zu grossen Einfluss. Auch bei uns wächst der Unmut darüber, dass Milliardäre wie Christoph Blocher Zeitungen und Plakatwände mit SVP-Propaganda zupflastern.

U.S. Democratic presidential candidate Bernie Sanders (R) greets supporters as he campaigns in Eldridge, Iowa, United States, August 16, 2015.  REUTERS/Jim Young

Bernie Sanders, der integre Alte, der bei den Jungen gut ankommt. Bild: JIM YOUNG/REUTERS

All dies führt zu unbeabsichtigten Gegenreaktionen. Im Vereinigten Königreich hat Jeremy Corbyn sehr gute Chancen, nächster Führer der Labour Party zu werden. Er ist der Prototyp eines nicht käuflichen Politikers, der seit Jahrzehnten die gleichen Grundsätze vertritt und deswegen stets belächelt wurde.

Ebenso erwischt der Erfolg von Bernie Sanders in den Umfragen alle Polit-Gurus auf dem falschen Fuss. Der demokratische Senator aus dem Bundesstaat Vermont und Herausforderer von Hillary Clinton überrascht mit hervorragenden Umfragewerten und grosser Beliebtheit gerade bei den jungen Wählern. 

Gaga-Wahlkampf, deutsche EU-Dominanz und gekaufte Politik – all das spielt derzeit den Linken in die Hände. Der prognostizierte Rechtsrutsch im kommenden Herbst ist daher alles andere als sicher. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schnapphahn 21.08.2015 17:33
    Highlight Highlight Der Titel sollte nicht "die besten" sondern "die einzigen" Wahlkämpfer der Linken heissen. Der Rest befindet sich nämlich in einem politischen Tiefschlaf. Naja, im Oktober wird dann abgerechnet!
    22 13 Melden
    • exeswiss 22.08.2015 00:53
      Highlight Highlight nur weil die "linken" keine wutbürgerthemen wie Asylchaos, sozialschmarotzer und EU-phobie als wahlkampfthema nehmen, sondern sachen die den leuten helfen sollen, sind sie im tiefschlaf?
      20 14 Melden
  • Sapere Aude 21.08.2015 17:33
    Highlight Highlight Ich würde hier nicht zu sehr von Durchhalteparolen und Wunschdenken sprechen. Auch wenn der Beitrag polemisch formuliert ist und stramme SVP kaum zu SP Wähler konventieren darf man das Mobilisierungspotential nicht unterschätzen. Gerade das herbeigeredete Asylchaos und die Fremdelfeindlichkeit mobilisiert die humanistisch denkenden Bürger bis zur Mitte hin. Gerade die Mitteparteien würden gut daran tun, nicht zu sehr auf den Kurs der SVP einzuschwenken. Manch einer wird das Original wählen und da ausser die SP & Grünen, niemand andere Probleme anspricht, werden einige nach links rutschen.
    18 21 Melden
  • Ben 21.08.2015 16:37
    Highlight Highlight Uh, der Löpfe, immer noch im 68-Gedankengut stehen geblieben, der alte Linke tut einem schon fast leid!
    22 38 Melden
    • oskar 22.08.2015 00:04
      Highlight Highlight was genau hat diese abgedroschene phrase mit 68er gedankengut zu tun? mal wieder in die svp-textbaustein-kiste gegriffen? weitere vorschläge für sie: löpfe ist ein "gutmensch" ein "eu-turbo" oder ein "staatskind"
      22 12 Melden
  • Hayek1902 21.08.2015 16:36
    Highlight Highlight schlöpfer klingt wie ein YB fan zu saisonbeginn
    16 3 Melden
  • Angelo C. 21.08.2015 15:56
    Highlight Highlight Löpfes Durchhalteparolen - da und dort etwas voreilige Hoffnungen nährend, auch mal niederträchtig im Ton...

    Ob die FDP nur "eine leichte Erholung" erleben wird, wird sich weisen, wobei die Zeichen eher auf einen maximalen Erfolg hindeuten. Und Ueli Maurer wesensmässig in der Nähe von Donald Trump anzusiedeln, zeugt auch nicht gerade von nachvollziehbaren psychologischen Erkenntnissen 😀! Peinlich wird aber der stramm linke Autor alter Schule spätestens dann, wenn er den SVP-Wahlkampf mutig zum Gaga-Wahlkampf herabstuft und das Hunde-Maskottchen als "Schmierentheater" bezeichnet. Mag ja durchaus sein, dass der Sennenhund genausowenig in linke Raster passt wie der wohl etwas kurlige Song, doch gäbe es da eine ganze Reihe ähnlicher Beispiele in der CH-Politik, deren Aufzählung ich mir aber gerne schenke. Also vom aktuellen "europäischen Aufblühen linker Philosophien" ist zumindest mir bis jetzt noch nichts wirklich bemerkenswertes aufgefallen, und es ist nicht davon aufzugehen, dass sich dies mit den zunehmenden Migrationsströmen ändern wird 😉!

    Und im Hinblick auf den Wahlherbst 2015 : Man(n) sollte den Tag bekanntlich nicht vor dem Abend loben....
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    • Shlomo 21.08.2015 16:55
      Highlight Highlight Ja im Gegensatz zu Ueli Maurer hat Trump studiert ;-)
      Aber mal ernsthaft. Den SVP-wahlkampf als mutig zu bezeichnen grenzt doch eher an realitätsverlust. Die SVP betreibt wie immer keine Sachpolitik sondern nur übelste propaganda und ausländerhetze.
      40 17 Melden
    • Philipp Burri 21.08.2015 17:54
      Highlight Highlight @Shlomo: Ja aber dies mit Erfolg. Während die Sozis auf ihrem hohen Ross hocken und sich weigern, mal mit härteren Bandagen zu kämpfen in der irrigen Annahme, es würde ihnen irgendwann mal angerechnet werden, dass sie sich nie auf das Niveau der SVP heruntergelassen haben. In der Zwischenzeit werden die bürgerlichen den Sozialstaat quasi abgeschafft und die Bürgerrechte entmannt haben und wir steuern auf ein neues Feudalsystem zu, indem wir nur noch Lohnsklaven sind.. aber hei danke SP, dass ihr so viel mehr Niveau habt als die SVP (viel Glück beim Abstimmungskampf zum bedingl. Grundeinkommen)
      18 4 Melden
    • Angelo C. 21.08.2015 18:28
      Highlight Highlight @Shlomo : als Linker bist du doch ganz sicher ein Intellektueller, nehme ich mal mutig an...
      Die können doch meistens einigermassen lesen und richtig zuordnend auch folgerichtig interpretieren, oder 😉?

      Es wäre demnach hilfreich, wenn du das "mutig" korrekt den Äusserungen Löpfes zuschreiben würdest, ganz so wie ich es geschrieben und dem geneigten Leser auch vermittelt habe, es bezieht sich explizit nicht auf die Bemühungen dieser Partei, sondern den (Über-) Mut Löpfes, den Wahlkampf so selbstsicher und etwas einfältig zu beurteilen.

      Während ich inhaltlich zum SVP-Wahlkampf kein Wort verloren habe.
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    Weitere Antworten anzeigen
  • Sillum 21.08.2015 14:42
    Highlight Highlight Träumen Sie weiter Philipp Löpfe. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
    24 35 Melden
    • poga 21.08.2015 16:49
      Highlight Highlight Das war ehrlich gesagt auch mein allererster Gedanke.
      17 7 Melden
  • Philipp Burri 21.08.2015 14:09
    Highlight Highlight Hallellujah.. nur leider wählt und stimmt der Schweizer im Schnitt simmer so ab, als würde er nächste Woche 10 Millionen Franken erben. Das heisst im Schnitt schaut am Schluss eben doch wieder eine bürgerliche Regierung raus oder wie's Charles Lewinsky im Interview mit Watson formuliert hat "Im Zweifelsfall wählt man bei uns immer Schneider-Ammann, egal in welcher Partei er ist"..
    72 9 Melden
    • Dewar 21.08.2015 15:47
      Highlight Highlight Sie haben mich gerade zum Schmunzeln gebracht mit dieser absolut treffenden Analyse. So wahr!
      28 0 Melden
    • poga 21.08.2015 16:48
      Highlight Highlight Ja wir dummen dummen Schweizer sind zu blöd um die richtige Partei mit den richtigen Leuten zu wählen. Stattdessen stellen wir immer während den Wahlen den Kopf ab und wählen so mir nichts dir nichts rechts. Weil es ja einfach so Hip ist rechts zu wählen. Ironie.
      17 17 Melden
    • Philipp Burri 21.08.2015 17:43
      Highlight Highlight Das mit dem dumm haben sie gesagt. Ich werte das aber als gewonnene Erkenntnis und gratuliere.
      14 15 Melden

Von wegen Tollwut! Dieser torkelnde Waschbär ist nur betrunken

Die Waschbären taumelten und torkelten – verängstigte Bewohner von Milton im US-Staat West Virginia befürchteten Tollwut und riefen die Polizei. Doch als die Beamten erschienen und einige der Tiere einfingen, entpuppte sich die Angelegenheit als Trunkenheit.

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