Justiz
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Ehemaliger Rimuss-Finanzchef zweigte Millionen ab – um Fussball-Frauenteam zu finanzieren



Der ehemalige Finanzchef der Getränkefirma Rimuss muss sich heute Mittwoch vor dem Schaffhauser Kantonsgericht verantworten. Er soll Firmengelder veruntreut damit ein Fussball-Frauenteam finanziert haben. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von 3.5 Jahren.

Beim 58-jährigen Beschuldigten handelt es sich um den früheren Finanzchef der Rimuss -und Weinkellerei Rahm AG, der zugleich Sportchef des Frauenteams des FC Neunkirch war.

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Werbeplakat von Rimuss. Bild: rimuss

Das Kadermitglied soll Firmengelder veruntreut und damit den Fussballclub unterstützt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm mehrfache ungetreue Geschäftsbesorgung, Anstiftung zu Gehilfenschaft und mehrfache Urkundenfälschung vor.

Die Deliktsumme beträgt über zwei Millionen Franken. Dafür soll er mit einer Freiheitsstrafe von 3.5 Jahren bestraft werden. Die Anklageschrift zeigt den Einfallsreichtum des ex-Kadermitglieds: Er veranlasste, dass Rimuss die Mieten und die Krankenkassenprämien der Spielerinnen übernahm. Auch seine eigene Putzfrau buchte er übers Geschäft ab. Sie kostete über die Jahre etwa 25'000 Franken.

Selbstanzeige kurz vor Revision

Der Mann hatte sein Fehlverhalten gegenüber Rimuss selbst gemeldet. Damit kam er seiner Entdeckung knapp zuvor. Denn wenige Tage später wäre eine Revision angestanden, bei der die Tat ohnehin aufgeflogen wäre. Die Firma erstattete Anzeige.

Der Finanzchef ist nicht der einzige ehemalige Rimuss-Mitarbeiter, der sich vor Gericht verantworten muss. Beschuldigt ist auch eine ehemalige Arbeitskollegin. Der Staatsanwalt wirft ihr Gehilfenschaft und mehrfache Urkundenfälschung vor.

Die 32-Jährige spielte gemäss Anklageschrift selber in der Frauenmannschaft des FC Neunkirch. Im Sommer 2016 war sie sogar Trainerin der ersten Mannschaft.

Für sie fordert die Staatsanwaltschaft eine bedingte Freiheitsstrafe von 12 Monaten. Beiden Beschuldigten sollen ausserdem die Verfahrenskosten auferlegt werden.

Rimuss fordert 2 Millionen zurück

Für den Hauptbeschuldigten könnte es noch teurer werden: Rimuss fordert rund zwei Millionen Franken zurück. Davon hat der Beschuldigte erst 100'000 Franken zurückgezahlt.

Das Frauenfussball-Team erlitt mit dem Abgang seines Financiers nicht nur einen finanziellen Einbruch. Mitte 2017 zog der FC sein Frauen-Spitzenteam wenige Tage nach dem Gewinn des Meistertitels aus der höchsten Liga zurück. Der Betrieb sei finanziell nicht mehr stemmbar, begründete der Verein damals den Schritt.

Im Frauenfussball blieb der Verein nur mit einem Hobby-Team in der 2. Liga vertreten, der vierthöchsten Spielklasse, und bildet inzwischen eine Spielgemeinschaft mit dem FC Thayngen.

Die Rimuss -und Weinkellerei Rahm mit Sitz in Hallau wurde 1945 gegründet und verkauft jährlich rund sechs Millionen Flaschen Wein- und Traubensaftspezialitäten. Seit Dezember 2017 gehört das Unternehmen der Davaz Holding aus Fläsch GR. (sda)

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