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Teure Heftli entfernt: Jetzt gibt's einen Rüffel aus Deutschland für Coop



A woman looks at magazines displayed at a kiosk in Zurich March 16 , 2015. One of Switzerland's two big supermarkets, Coop, is to stop selling titles such as German magazine Der Spiegel, the German-language edition of Vogue and a Mickey Mouse comic because it says local distributors have not cut prices after a currency surge. The Swiss central bank's decision on Jan. 15 to end a cap on the value of the currency at 1.20 Swiss francs per euro sent the franc skyrocketing and led to fears for Switzerland's export-reliant economy. REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND - Tags: MEDIA BUSINESS)

Nein, den Spiegel gibt's bei Coop nicht mehr. Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Die deutschen Verleger fühlen sich vom Detailhändler Coop diskriminiert. Coop hat zu Beginn der Woche einige Zeitschriften aus den Regalen genommen, weil die Verlage die Währungsgewinne, die ihnen aus dem starken Franken zufliessen, nicht weitergeben.

Der Spiegel-Verlag stellte sich am Mittwoch nun hinter eine Reaktion des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). «Mit dem willkürlichen Entfernen von Zeitschriftentiteln aus dem Sortiment verstösst Coop in diskriminierender Weise gegen bestehende Verträge. Der Leser, der ein vielfältiges Presseangebot sucht, wird sich anderen Anbietern zuwenden.»

Auch Gruner + Jahr als Herausgeber der «Gala» äusserte sich entsprechend und ergänzte, dass der Verlag auf die Wechselkursschwankungen einzelner Währungen - und zwar in beide Richtungen - in seinem Auslandsgeschäft nicht kurzfristig reagieren werde.

Coop hat den Verkauf von insgesamt 13 Zeitschriften aus Euro-Ländern gestoppt, darunter sind die deutschen Zeitschriften «Spiegel», «Gala» und «Freizeit Revue».

Das ist aus Sicht von Coop eine logische Konsequenz von gescheiterten Verhandlungen. «Nach Aufhebung der Europreisbindung durch die Schweizerische Nationalbank hat Coop ihre Lieferanten aufgefordert, Währungsgewinne uneingeschränkt weiterzugeben», schrieb Coop in der Mitteilung Anfang Woche.

Viele seien inzwischen der Aufforderung gefolgt. «Nicht so aber die ausländischen Verlage von Presseerzeugnissen, diese haben sich trotz harter Verhandlungen bisher geweigert, die Währungsvorteile weiterzugeben», schrieb Coop.

Nach Angaben von Coop beträgt der festgelegte Preis zum Beispiel für das Magazin «Der Spiegel» in der Schweiz 7.40 Franken - also 6.93 Euro statt 4.60 Euro in Deutschland. Coop erwarte, dass von den Verlagen der Euro-Vorteil weitergegeben wird, also zehn bis 20 Prozent. Bei anderen Schweizer Händlern - etwa dem Kioskbetreiber Valora - sind die betroffenen Titel weiter im Angebot. (aeg/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Andrea_Mordasini 18.03.2015 23:35
    Highlight Highlight Super, tolle Aktion von Coop, danke! Ein erster, grosser Schritt in die einzig richtige Richtung ist endlich getan. Andere deutsche Produkte sollten ebenfalls aus den Regalen verschwinden, werden die Preise nicht endlich angepasst. Ich hoffe, dass auch andere Geschäfte wie Valora, Migros etc, nachziehen werden. Ansonsten: Boykott solcher Produkte. Wer hier weiterhin überteuerte deutsche Produkte kauft, ist selber schuld. Solange die Konsumenten so blöd sind, wird sich preismässig aber leider noch lange nicht viel ändern... Es ist auch an uns, wir haben es in der Hand; auch wir sind gefordert!
  • Bowell 18.03.2015 18:22
    Highlight Highlight Die deutschen Verleger fühlen sich vom Detailhändler Coop diskriminiert? Ich fühle moch von deutschen Verlegern diskriminiert!
  • weisse Giraffe 18.03.2015 17:16
    Highlight Highlight Wenn man schon sagt, man würde Wechselkursschwankungen "in beide Richtungen" nicht weitergeben, würde es mich doch interessieren, wie die Langfristbilanz da aussieht...

    Es ist eine billige Aussage zu sagen "wir akzeptieren das in beide Richtungen".

    Wenn z.B. 80% der Zeit die Sache zu deren Gunsten ausfallen würde, ist es fast Geschäftsmodell. Das gleiche, wenn das Ausmass der Schwankungen zu deren Gunsten massiv höher wäre als umgekehrt (wenn sie z.B. 2 Euro pro Heft durch Wechselkursgewinne in der Schweiz gewinnen würden, aber nur 2 Cents pro Heft gegenüber den USA verlieren.)
    • karl_e 18.03.2015 19:35
      Highlight Highlight Der "Spiegel" und andere deutsche Heftli waren schon vor 50 Jahren in der Schweiz viel teurer als in Germanien. Hab mich schon damals grün und blau geärgert.

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