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Giorgio Tuti, Praesident Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV), eilt an die 289. Delegiertenversammlung am Freitag, 23. Mai 2014 in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Die AHV bietet im Vergleich zu privaten Vorsorgeanbieter bessere Konditionen – Logo des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB). Bild: KEYSTONE

SGB stellt AHV gutes Zeugnis aus

AHV hat besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als dritte Säule 

Die AHV verfügt über ein viel besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als private Vorsorgelösungen. Zu diesem Schluss kommen Modellrechnungen des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB). Die Analyse wurde im Hinblick auf die vom SGB eingereichte Volksinitative «AHVplus» erstellt.



«Die grosse Mehrheit der Bevölkerung in der Schweiz bekommt für jeden in die AHV einbezahlten Franken deutlich mehr Rente, als wenn das gleiche Geld auf einem Konto der privaten Vorsorge angespart würde», teilte der SGB am Mittwoch mit. Grund dafür sei das «geniale AHV-Finanzierungsmodell».

Namentlich die starke Solidarität zwischen hohen und tiefen Einkommen und die Berücksichtigung unbezahlter Familienarbeit in der Rentenberechnung sprächen für die AHV. Zudem gehörten die schlanke Verwaltung, die grosse Unabhängigkeit vom Gewinnstreben privater Anbieter sowie die Umlagefinanzierung zu ihren Trümpfen.

«Weil Banken und Versicherungen für ihre Aktionäre Gewinne erzielen müssen, werden die Versicherten gemolken.»

Im Hinblick auf Volksinitiative

Doch die AHV profitiere auch von der Schwäche privater Vorsorgelösungen, schrieb der SGB. Anbieter der dritten Säule böten oft schlechte Konditionen – beispielsweise verlangten sie hohe Gebühren. «Weil Banken und Versicherungen für ihre Aktionäre Gewinne erzielen müssen, werden die Versicherten gemolken.» Für eine gleich hohe Rente muss teilweise mehr als doppelt so viel Geld in eine dritte Säule einbezahlt werden als in die AHV.

Der SGB stellt der AHV auch als Vorsorgesystem gute Noten aus: «Die Finanzierung ist stabil.» Obwohl sich die Lebenserwartung stark erhöht habe und sich die Zahl der Rentnerinnen und Rentner seit 1975 mehr als verdoppelt habe, seien die Lohnbeiträge unverändert geblieben. Nur einmal sei ein zusätzliches Mehrwertsteuer-Prozent für die AHV eingeführt worden.

Der Gewerkschaftsbund verfolgt mit der Analyse der verschiedenen Vorsorgelösungen auch politische Ziele: «Im Hinblick auf die anstehende Debatte über die Altersvorsorge 2020 müssen Bundesrat und Parlament der sozialen und wirtschaftlichen Überlegenheit der AHV Rechnung tragen.» Statt geschwächt müsse die AHV gestärkt werden. Dieses Ziel verfolgt auch die vom SGB lancierte Volksinitiative «AHVplus», die eine generelle Erhöhung der AHV-Renten um 10 Prozent fordert. (wst/sda)

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