Luzern
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Historische Schlappe bei Wahlen im Kanton Luzern: SP fliegt nach 56 Jahren aus der Regierung



Historische Schlappe für die Luzerner SP: Sie verliert nach 56 Jahren ihren einzigen Sitz in der Regierung. Diese besteht neu aus einer fünfköpfigen bürgerlichen Männertruppe. Damit sind erstmals nach 28 Jahren auch die Frauen nicht mehr vertreten. 

Die SP konnte den Sitz der abtretenden Justizdirektorin Yvonne Schärli nicht halten. Kantonsrätin Felicitas Zopfi unterlag den beiden Konkurrenten aus dem bürgerlichen Lager, dem Bisherigen Marcel Schwerzmann (parteilos) und dem Neuantretenden Paul Winiker (SVP). 

SP-Kantonsraetin und Regierungsratskandidatin Felicitas Zopfi beantwortet Fragen von Reportern anlaesslich der Gesamterneuerungswahlen am Sonntag, 29. Maerz 2015, im Regierungsgebaeue in Luzern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

SP-Kandidatin Felicitas Zopfi schaffte den Einzug in die Regierung nicht. Bild: KEYSTONE

Die SP-Kandidatin verpasste den Einzug trotz Unterstützung von CVP, Grünen, GLP und von Frauen. Im Wahlkampf wurde der Primarlehrerin Zopfi mangelnde Erfahrung in einem Exekutivamt vorgeworfen. Zudem hatte die ehemalige SP-Parteipräsidentin kompromisslos die bürgerliche Steuerstrategie für schweizweit tiefste Unternehmensgewinnsteuern bekämpft. 

1959 erster Luzerner SP-Sitz

Die SP zog erstmals 1959 mit Anton Muheim in den Luzerner Regierungsrat ein. Seitdem hatte die Partei ohne Unterbruch einen Regierungssitz inne. Auf Muheim folgten Hans-Ernst Balsiger (1978-1987) und Paul Huber (1987-2003). Zuletzt vertrat Yvonne Schärli als Justizdirektorin die Genossen zwölf Jahre in der Exekutive. 

Reaktion von Irina Studhalter von den Jungen Grünen

Mit dem Ausscheiden der SP und dem Einzug der SVP ändert die parteipolitische Zusammensetzung der Luzerner Regierung nach 2007 erneut. Sie setzt sich neu wie folgt zusammen: 2 CVP, 1 FDP, 1 SVP und 1 Parteiloser. 

Luzern und Tessin ohne Frauen

Mit dem Ausscheiden von Justizdirektorin Yvonne Schärli sind nach 28 Jahren neu die Frauen nicht mehr in der Luzerner Regierung vertreten. Luzern ist nach dem Tessin der zweite Kanton neu ohne weibliche Regierungsmitglieder. 

Erste Luzerner Regierungsrätin war 1987 Brigitte Mürner-Gilli (CVP). Sie war zugleich die Erste in der Innerschweiz. Auf sie folgten 1999 Parteikollegin Margrit Fischer und 2003 Yvonne Schärli (SP). Schärli verzichtete nach 12 Jahren auf eine erneute Kandidatur. (sda/meg) 

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