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Historische Schlappe bei Wahlen im Kanton Luzern: SP fliegt nach 56 Jahren aus der Regierung

10.05.2015, 12:1310.05.2015, 12:51

Historische Schlappe für die Luzerner SP: Sie verliert nach 56 Jahren ihren einzigen Sitz in der Regierung. Diese besteht neu aus einer fünfköpfigen bürgerlichen Männertruppe. Damit sind erstmals nach 28 Jahren auch die Frauen nicht mehr vertreten. 

Die SP konnte den Sitz der abtretenden Justizdirektorin Yvonne Schärli nicht halten. Kantonsrätin Felicitas Zopfi unterlag den beiden Konkurrenten aus dem bürgerlichen Lager, dem Bisherigen Marcel Schwerzmann (parteilos) und dem Neuantretenden Paul Winiker (SVP). 

SP-Kandidatin Felicitas Zopfi schaffte den Einzug in die Regierung nicht.
SP-Kandidatin Felicitas Zopfi schaffte den Einzug in die Regierung nicht.Bild: KEYSTONE

Die SP-Kandidatin verpasste den Einzug trotz Unterstützung von CVP, Grünen, GLP und von Frauen. Im Wahlkampf wurde der Primarlehrerin Zopfi mangelnde Erfahrung in einem Exekutivamt vorgeworfen. Zudem hatte die ehemalige SP-Parteipräsidentin kompromisslos die bürgerliche Steuerstrategie für schweizweit tiefste Unternehmensgewinnsteuern bekämpft. 

1959 erster Luzerner SP-Sitz

Die SP zog erstmals 1959 mit Anton Muheim in den Luzerner Regierungsrat ein. Seitdem hatte die Partei ohne Unterbruch einen Regierungssitz inne. Auf Muheim folgten Hans-Ernst Balsiger (1978-1987) und Paul Huber (1987-2003). Zuletzt vertrat Yvonne Schärli als Justizdirektorin die Genossen zwölf Jahre in der Exekutive. 

Mit dem Ausscheiden der SP und dem Einzug der SVP ändert die parteipolitische Zusammensetzung der Luzerner Regierung nach 2007 erneut. Sie setzt sich neu wie folgt zusammen: 2 CVP, 1 FDP, 1 SVP und 1 Parteiloser. 

Luzern und Tessin ohne Frauen

Mit dem Ausscheiden von Justizdirektorin Yvonne Schärli sind nach 28 Jahren neu die Frauen nicht mehr in der Luzerner Regierung vertreten. Luzern ist nach dem Tessin der zweite Kanton neu ohne weibliche Regierungsmitglieder. 

Erste Luzerner Regierungsrätin war 1987 Brigitte Mürner-Gilli (CVP). Sie war zugleich die Erste in der Innerschweiz. Auf sie folgten 1999 Parteikollegin Margrit Fischer und 2003 Yvonne Schärli (SP). Schärli verzichtete nach 12 Jahren auf eine erneute Kandidatur. (sda/meg) 

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20 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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karl_e
10.05.2015 15:54registriert Februar 2014
Der Rausschmiss der SP aus Regierungen hat durchaus auch positive Seiten: endlich haben wir wieder eine echte Opposition. Die paar Alibi-Sozis können sowieso nur sehr wenig bewirken, und trotzdem werden sie von den tatsächlich regierenden Rechten für ALLE Missstände in diesem unserem Land verantwortlich gemacht.
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Nunja
10.05.2015 14:22registriert November 2014
Die Kantone Zürich, Basel, Zug, Schwyz, Waadt und Genf werden die Luzerner auch so weiter durchfüttern, obwohl die bürgerliche Mehrheit mit Unterstützung ihres Volkes den Kanton selber ruiniert. Es lebe der Finanzausgleich! Wie in den USA, wo Rechte ihre Bundesstaaten herunterwirtschaften. Jetzt wäre es zumindest wieder an der Zeit, die Erbschaftssteuern wieder einzuführen (und zwar auf Bundesebene), anstatt Firmen und Reichen auf Kantonsebene noch weitere Steuersenkungen zu gewähren.
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Howard271
10.05.2015 16:05registriert Oktober 2014
Ich glaube, es lag vor allem an den Kandidaturen und natürlich dem speziellen Status eines parteilosen Bisherigen. SVP-Winiker gilt als sehr gemässigt und umgänglich, während Frau Zopfi oft als etwas unnahbar und distanziert empfunden wird. Als Parteipräsidentin vertrat sie natürlich auch relativ klare Positionen. Diese Kombination mit einem parteilosen Bisherigen (Schwerzmann) und einem gemässigten SVP-ler war wohl das Pech der SP. Den Sitz wird sie wohl bei einem Rücktritt Schwerzmanns wieder zurückholen.
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