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Baukonzern Odebrecht bestreitet Schutzgeldzahlungen an FARC



Im Korruptionsskandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht hat das Unternehmen Schutzgeldzahlungen an FARC-Rebellen in Kolumbien bestritten. Solche Berichte seien «Spekulation», erklärte der Konzern am Sonntag.

Einem Medienbericht zufolge hatte der Konzern über 20 Jahre hunderttausende Dollar an die Guerilla-Organisation bezahlt, um Baustellen in Kolumbien vor Angriffen der Rebellen zu schützen. Das hätten zwei Konzernvertreter während der Ermittlungen ausgesagt, berichtete das brasilianische Magazin «Veja» am Wochenende.

Demnach zahlte Odebrecht umgerechnet zwischen 47'000 und 94'000 Euro monatlich für «Baugenehmigungen» in von den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) kontrollierten Gebieten. Mit den Zahlungen sei unter anderem der Bau einer 500 Kilometer langen kolumbianischen Autobahn aus dem Landesinneren an die Küste sichergestellt worden.

Minister im Visier

Der weitverzweigte Korruptionsskandal um den brasilianischen Bauriesen Odebrecht erschüttert derzeit ganz Lateinamerika. Laut einem Insider will die Generalstaatsanwaltschaft nun auch gegen mehrere brasilianische Minister und möglicherweise auch gegen Präsident Michel Temer ermitteln.

Die Generalstaatsanwaltschaft wolle noch in dieser Woche einen Antrag beim Obersten Gerichtshof stellen, um Ermittlungen gegen hochrangige Minister in der Regierung von Temer einleiten zu können, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Sonntag.

Einem Bericht der Zeitung Folha de S. Paulo zufolge will Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot unter anderem gegen den für Infrastrukturprojekte zuständigen Minister Wellington Moreira Franco vorgehen.

Janot denke zudem darüber nach, ob auch Temer selbst in die Untersuchungen aufgenommen werden solle, hiess es. Zudem stünden die ehemaligen Präsidenten Dilma Rouseff und Luiz Inacio Lula da Silva auf der Liste, berichtete die Zeitung weiter.

Milliarden-Strafzahlung

Die neuen Ermittlungen gründen dem Insider zufolge auf Vereinbarungen von Odebrecht-Mitarbeitern in einem Strafprozess. Odebrecht und seine Tochter Braskem hatten sich im grössten Schmiergeldprozess der Geschichte zu einer Strafzahlung von mindestens 3.5 Milliarden Dollar bereiterklärt.

Die Strafzahlungen sollen in den USA, Brasilien und der Schweiz geleistet werden. Odebrecht hat seine Schuld eingeräumt, versucht aber, die zu zahlenden Geldsummen noch zu drücken.

Die Ermittler werfen Odebrecht Schmiergeldzahlungen vor, mit denen sich Lateinamerikas grösster Baukonzern milliardenschwere Aufträge des staatlichen Ölkonzerns Petrobras gesichert haben soll. Dieser wiederum soll unrechtmässig Geld an politische Parteien geschleust haben. (sda/afp/reu)

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