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Blumen schmücken den Facebook-Daumen vor dem Firmensitz in Menlo Park, US-Staat Kalifornien.
Blumen schmücken den Facebook-Daumen vor dem Firmensitz in Menlo Park, US-Staat Kalifornien.
Bild: AP
Ansteckende Gefühle

Wie Facebook Ihre Stimmung heben kann

Wenn jemand mit einem fürchterlichen Schnupfen ins Tram steigt, gehen Sie vorsorglich auf Distanz zu dieser Virusschleuder. Doch was ist, wenn Facebook ansteckend ist? Das soziale Netzwerk verbreitet allerdings keinen Schnupfen, sondern Emotionen. 
14.03.2014, 07:5214.03.2014, 11:27

Facebook-Gefühle sind ansteckend. Das sagt eine neue Studie, die über eine Milliarde Posts von insgesamt 100 Millionen Facebook-Nutzern in den hundert bevölkerungsreichsten amerikanischen Städten analysierte. 

Die Studie 
Mit dem Titel «Detecting Emotional Contagion in Massive Social Networks» («Ermittlung emotionaler Ansteckung in umfangreichen sozialen Netzwerken») wurde von einem Team um James Fowler, Professor für politische Wissenschaften an der University of California in San Diego, durchgeführt und ist auf «PLOS ONE» erschienen. Um die enorme Datenmenge zu bewältigen, verwendeten die Forscher ein automatisches Texterkennungsprogramm namens «Linguistic Inquiry Word Count», das den emotionalen Gehalt der Beiträge mass. 

Die Studie ergab, dass negative Posts vornehmlich negative nach sich ziehen, positive indes eher positive. Und: Positive Posts sind einflussreicher, will sagen: ansteckender: Ein negativer Beitrag löst bei den Facebook-Freunden durchschnittlich 1,29 weitere negative Posts aus. Ein positiver Post dagegen erzeugt im Schnitt 1,75 weitere positive Beiträge.

Regen trübt die Laune

Äussere Umstände, zum Beispiel regnerisches Wetter, änderte die Stimmung der Facebook-Beiträge, das zeigte die Studie ebenfalls. Regen liess die Zahl der negativen Beiträge um 1,16 Prozent zunehmen und jene der positiven um 1,19 Prozent sinken. 

Bei der Auswertung der Beiträge von Facebook-Freunden, die in unterschiedlichen Städten wohnten, stiessen die Forscher auf das Phänomen, dass die schlechtere Stimmung der vom Regen betroffenen Poster auch die Stimmung von Freunden beeinflusste, die es schön trocken hatten. 

«Eine Epidemie von Wohlbefinden»

«Für jede einzelne direkt betroffene Person ändert Regen den emotionalen Ausdruck von ein bis zwei anderen Personen», sagt Studienleiter James Fowler, «und dies lässt vermuten, dass soziale Netzwerke im Web die Intensität der globalen emotionalen Synchronie verstärken können.» Er glaubt, dass die emotionale Ansteckung in sozialen Netzwerken wie Facebook sogar stärker ist, als wir messen können. 

Für Fowler ist der Umstand, dass Emotionen – und zwar positive mehr als negative – online ansteckend sind, ein Anlass zur Hoffnung. Wir sollten alles in unserer Macht stehende tun, so der Professor, um die Effekte von sozialen Netzwerken zu messen. Und wir sollten «lernen, wie wir sie vergrössern können – so, dass wir eine Epidemie von Wohlbefinden auslösen können.» (dhr)

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