Gesellschaft & Politik
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Nudging

«Umerziehung» oder «Gedankenanstoss»? Bild: shutterstock.com

Politik mit Psychotricks: So will der Bund uns alle zu Musterbürgern machen

Mit Methoden aus der Verhaltensforschung will der Bund die Bürger dazu bringen, vernünftiger zu handeln und gesünder zu leben. Hilfe holt er sich bei Starökonomen.

Sven Altermatt / CH Media



Sie essen zu viel Schokolade. Sitzen zu viel herum. Trinken zu viel Bier und Wein. Auch brave Bürger haben so ihre Schwächen – finden zumindest die obersten Gesundheitsbeamten des Landes. Obwohl die meisten genau wissen, was besser für ihre Gesundheit wäre, handeln sie nicht immer wohlüberlegt.

«Ein wichtiger Grund hierfür ist, dass Menschen im Alltag viele kleinere und auch grössere Entscheidungen nicht vollständig rational treffen»: So schonungslos formuliert es das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Häufig müsse es einfach schnell gehen. Kurzfristige Vorteile überwögen dann, analysiert es weiter. «Allen guten Vorsätzen zum Trotz.»

Um die Schweizerinnen und Schweizer doch noch zu gesunden, vernünftig handelnden Musterbürgern zu machen, setzen die Präventionsexperten des BAG auf neue Strategien – indem sie sich deren schlechtes Gewissen zunutze machen. Statt mit Verboten und Vorschriften sollen sie mit kleinen Psychotricks auf den rechten Weg gelotst werden.

«Nudging» heisst das Instrument, das dafür genutzt wird; der Begriff ist Englisch und bedeutet so viel wie «anstupsen». Es geht um einen neuen politischen Ansatz. Die Behörden wollen die Bürger mit Anstupsern in die erwünschte Richtung lenken. Diese zielen dabei auf unterbewusste Verhaltensmuster, damit ein Mensch doch noch vernünftig handelt.

In der Schweizer Politik könnten solche Ansätze erstmals systematisch eingesetzt werden. Wie Recherchen der Redaktion von CH Media zeigen, erprobt das BAG hinter den Kulissen seit längerer Zeit, wie Nudging in der Gesundheitsförderung helfen könnte. Dafür hat es sich führende Experten ins Haus geholt.

Starökonomen beraten den Bund beim Nudging

Da sind zum einen Forscher der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW). Vor allen Dingen aber erarbeitete die Beratungsfirma Fehr Advice & Partners einen «verhaltensökonomischen Leitfaden» für den Bund, kürzlich wurde das Werk an ­Experten verschickt und auf den Fachseiten publiziert.

Gründer des Unternehmens sind die Brüder Ernst und Gerhard Fehr, beides führende Verhaltensökonomen. Der in Zürich lehrende Ernst Fehr gilt laut Rankings als einflussreichster Ökonom im deutschsprachigen Raum.

Im Material der Experten finden sich einige Ideen, wie die Gesundheitsbeamten selbst Anstupser einsetzen könnten:

Die meisten Vorschläge sind eher sanfter Natur. Wie weit Nudging gehen kann, zeigt sich in Grossbritannien. Hier wurde säumigen Steuerzahlern zeitweise in Mahnschreiben ein Foto ihres Autos zugestellt; verbunden mit der Warnung, dass dieses gepfändet werden könnte, sollten sie ihre Steuerschulden nicht bald tilgen. Oder das Beispiel Kalifornien: Manche Gemeinden informieren ihre Bewohner konsequent, wie viel Strom sie im Vergleich zu ihren Nachbarn verbrauchen.

Wo genau wird das BAG künftig Nudging einsetzen? Dazu äussert sich die Behörde auf Anfrage nur vage. Derzeit suche man in Workshops nach neuen Ansätzen für die Bewegungsförderung. «Dieser Bereich ist besonders spannend, da es häufig schwierig ist, wenig aktive Personen mit klassischen bewegungsfördernden Massnahmen zu erreichen», sagt ein Sprecher.

Bekannt ist zudem: Auch das Bundesamt für Umwelt verfügt intern neuerdings über einen «Verhaltensökonomie-Leitfaden». Er soll unter anderem dabei helfen, umweltpolitische Massnahmen hinsichtlich «Effektivität und Effizienz zu verbessern».

Kritiker sprechen lieber von Bevormundung

Laut behördlicher Leseart soll Nudging primär helfen, gute Vorsätze umzusetzen. Es enthalte keinen Zwang, keine Vorschriften. Kein Wunder, ist oft von «liberalem Paternalismus» die Rede. Skeptiker halten die Stupser hingegen erst recht für Bevormundung. Bürger würden subtil entmündigt, wenn sie zu etwas bewegt werden, was der Staat für ihr Wohlverhalten hält.

Im Gegensatz zu klaren Regulierungen könne man gegen Nudges kaum rechtlich oder demokratisch vorgehen: Davor warnt SVP-Nationalrat Thomas Burgherr. Noch bevor die Bestrebungen des BAG bekannt geworden sind, forderte er im vergangenen Winter via parlamentarischen Vorstoss eine grundsätzliche Debatte über Nudging. Diese sei angesichts kontroverser Diskussionen in der Politik dringend vonnöten, findet er:

«Kritiker bemängeln, dass mit solch subtiler Verhaltenssteuerung die Präferenzen der Bürger verändert werden und es daher als Umerziehung angesehen werden müsse.»

Der Bundesrat weist die Befürchtungen zurück. Nudges könnten wirkungsvoll und effizient sein, falls sie kostengünstig seien, hält er in seiner Stellungnahme fest – und betont: «Staatliche Schubser müssen allerdings transparent offengelegt werden.» Wenn die Bürger schon zur Vernunft gebracht werden müssen, sollen sie wenigstens erfahren dürfen, wie genau das vonstatten geht.

Anstupsbeamte in Deutschland und Grossbritannien

Die Privatwirtschaft nutzt Nudging schon lange als Methode der Beeinflussung. Ein aktuelles Beispiel: Die symbolische Gebühr von fünf Rappen für Einkaufssäcke, die Kunden zum Nachdenken darüber anregt, ob sie tatsächlich einen Sack benötigen. In einigen Ländern unterhalten die Regierungen eigens Fachstäbe. In Grossbritannien gibt es die «Nudge Unit», in Deutschland die Arbeitsgruppe «Wirksam regieren». Die Experten erarbeiteten unter anderem Anstupser, dank denen die Bürger pünktlicher ihre Steuern zahlen, mehr Strom sparen oder sich als Organspender registrieren lassen sollen.

Der US-Ökonom und Nudging-Pionier Richard Thaler erhielt 2017 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Er forscht zur Frage, unter welchen Umständen sich der Mensch wirtschaftlich «vernünftig» und «sinnvoll» verhält. (sva)​

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232Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Andre Buchheim 01.09.2020 03:56
    Highlight Highlight Find ich richtig, in jedem Fall besser als die Flut von Werbung, die uns zu immer mehr Konsum manipulieren will.
    Ansonsten vertrete ich die These, der Staat solle anständiges Verhalten belohnen, als nur Strafen für Fehltritte in Aussicht zu stellen.
  • Drachenherz 31.08.2020 21:17
    Highlight Highlight Ich bin nun etwas frech: wenn die Bildung einigermassen entsprechend ist, bräuchte es vom Staat keine Moralwerbung/politik. Bürger*innen im Verhaltuen zu ändern? Unangebracht. Wenn wichtig, vorher intervenieren (Wirtschaft usw.)
    Funktioniert in einer Beziehung auch nie... Ach, der/die ändert sich schon 🧐
  • sowhat 31.08.2020 20:41
    Highlight Highlight Ja genau. Ein SVPler regt sich darüber auf, dass Bürger mit Nudging vom Rauchen abgehalten werden sollen. Das sind die gleichen, die behaupten, wer krank ist, ist selberschuld damit sie dann die Unterstützungen zu kürzen können.....
  • bbelser 31.08.2020 18:56
    Highlight Highlight Wir sind ja schon lange von Anreizen zu schädlichem Verhalten (nudging) umgeben.
    Aktionen, 3 für 2, Mengenrabatte nudgen uns zum foodwaste.
    Künstlich überteuerte Bio-Varianten nudgen uns zum Kauf von Qualfleisch.
    Schon die Sprache ist entlarvend:
    Schädigendes kommt gerne als "konventionell" daher.

    Gesetzte Standardoptionen bevorzugen selten die ökologische, gesundheitsfördernde, gemeinwohlorientierte, solidarische Variante (siehe z.B. Öko-Strom).

    Deshalb sehe ich staatliches nudging als dringend notwendige Korrektur für völlig unökologisches, krankmachendes und unsolidarisches nudging.
  • FaLa02 31.08.2020 18:07
    Highlight Highlight Wie wärs, wenn der BR alle die Konzernchefs nudget, welche all den überflüsseigen Müll auf den Markt werfen, welche uns zu diese schlechten Verhaltensweisen trieben.....
    wäre am effizientesten.

    Fragt sich nur ob unsere Gesellchaft und Wirtschaft, ohne diesen Schrott noch funktionieren täte.....
    • FaLa02 31.08.2020 19:03
      Highlight Highlight Oh entschuldugung.... ich habe den Text gerade noch einmal gelesn und realisiert, dass sich das der Bund ja bei den Ökonomen Rat einholt....... Nun Schizophrenie gehört ja mittlerweile zu unserem Alltag......
  • Samurai Frog 31.08.2020 16:51
    Highlight Highlight wisst ihr was noch effizienter wäre?
    Ein Social Credit Score à la China.
    Dort wird genau solches Verhalten bestraft oder eben belohnt. Vielleicht ist diese Nudgen ja der Anfang von unserem eigenen Social Credit Score
    • Knacker 31.08.2020 17:00
      Highlight Highlight ja genau, so ein Totalitarismus ist sowas von geil, den brauchen wir hier auch... nicht
    • Platon 31.08.2020 17:21
      Highlight Highlight @Dragon
      Sei nicht albern, Nudgen hat jetzt aber auch absolut rein gar nichts mit Social Credit Score zu tun.
    • Des Heiland's Sack 31.08.2020 18:47
      Highlight Highlight Herrgott, dass ein solches System überhaupt von irgendjemanden als Möglichkeit in Betracht gezogen wird, macht mir Sorgen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ein Biss~~chen vom Tiger 31.08.2020 15:06
    Highlight Highlight Nudges ist eine sektenhafte Praxis, die Erwachsenen in freien Entscheidungen einzuschränken, um ihren Charakter und Persönlichkeit zu gesellschaftlich Schizophrenie umwandeln, dass das Verhalten wieder der menschlichen Natur, fremdbestimmt gelenkt wird, so wie in einer Diktatur, wo jegliche Menschlichkeit verboten wird.
    • Platon 31.08.2020 17:19
      Highlight Highlight @Ein Bisschen
      Auch du, überhaupt nichts gecheckt. Der Witz an Nudge ist ja gerade, dass man an der Auswahl der Entscheidungen absolut nichts ändert, sondern nur wie sie daherkommen. Hast du lieber für alles Gebote und Verbote, wenn es auch einfach ginge?
    • bbelser 31.08.2020 18:59
      Highlight Highlight Sorry, Tiger, die "Diktatur" haben wir schon längst mit einer Überfülle an Anreizen zu schädlichem, unsolidarischem und krankmachendem Verhalten.

      Wird Zeit, dass da gegengesteuert wird.
      Nudging ist die sanfteste aller Lenkungs-Varianten.
    • smartash 31.08.2020 21:50
      Highlight Highlight @Tiger Wenn du glaubst, du seist in deinen Entscheidungen frei, dann bist mehr als nur biss~~chen naiv
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nik G. 31.08.2020 14:55
    Highlight Highlight Und wer sagt dann was gesund ist? Die Lobbys der Nahrungsmittelindustrie?! Vor ein paar Jahren dachte man Spinat enthalte sehr viel Eisen. Siehe da praktisch nichts. Vor ein Paar Jahren waren Eier der Teufel und nun? Die Nahrungsmittelforschung wird immer wieder auf den Haufen geworfen und ihr wollt uns dann sagen was gesund sei?! In Deutschland bringt man den Zucker nicht mehr aus den Joghurts weil sich die Menschen an soviel Zucker gewöhnt sind und Joghurt mit weniger Zucker nicht essen.....
    • smartash 31.08.2020 21:51
      Highlight Highlight Es gibt einige wissenschaftliche Konsense darüber, was gesund ist und was nicht. Wir könnten uns einfach an das halten. Was meinst du? Wär doch was
  • Nubia 31.08.2020 14:41
    Highlight Highlight eine Glaswand um die CH herum, und schauen wie das AFFENTHEATER Funktioniert. bei mir funktioniert das sicher nicht.
  • Nubia 31.08.2020 14:38
    Highlight Highlight Bald kann man um die Schweiz herum eine Glaswand errichten. Nudgen ist ein anderes Wort für Mobbing wer sich nicht an die Norm hält wird mit schlechtem gewissen bestraft. Ich dacht Mobbing ist strafbar?
    • bbelser 31.08.2020 18:30
      Highlight Highlight Nö.
      Wer die Umwelt schädigt oder den zukünftigen Generationen schadet, oder wer durch sein Verhalten uns allen auf der Krankenkassenprämientasche liegt:
      der kriegt einen Anstoss zu solidarischem Verhalten.
      Find ich genau richtig, statt dauernd schädigendes Verhalten auch noch zu belohnen.
    • aglio e olio 31.08.2020 19:09
      Highlight Highlight Das schlechte Gewissen ist ja deins. Also weisst du in so einem Fall ja was gut bzw besser für dich wäre. Wenn du dies nun ignorierst, dann mobbst du dein Gewissen. ;)
      Übrigens ist nudging nicht mobbing.
  • Unicron 31.08.2020 14:35
    Highlight Highlight Natürlich ist es wieder ein SVPler welcher etwas zu meckern hat.
    Wie kann man einfach nur immer dagegen sein, egal um was es geht, ausser wenn jemandem direkt geschadet oder Rechte entzogen/vorenthalten wird, dann sind sie Feuer und Flamme.
    • Platon 31.08.2020 17:13
      Highlight Highlight @Unicorn
      Ich verstehe diese Partei auch nicht. Nudge ist DIE Lösung für alle Libertäten Fundis!
  • Bruno Zehr 31.08.2020 12:13
    Highlight Highlight Also Recyclingpapier für den Fax..
  • Basswow 31.08.2020 11:51
    Highlight Highlight Bitte zuerst Cannabis legalisieren und das dann auch ins nudging Programm aufnehmen...🤷🏽‍♂️😉
  • Platon 31.08.2020 11:50
    Highlight Highlight 🤦🏻‍♂️ Dieser Artikel ist ja unterirdisch und ein gefundenes Fressen für alle staatskritischen Spinner, die es jetzt ja Massenhaft gibt. Nudge-Theorie als Psychotricktheorie zu bezeichnen, geht‘s noch?! Ein Beweis dafür, dass der Autor keine Ahnung von Nudge hat!
    • landre 31.08.2020 14:39
      Highlight Highlight Nudge/ Nudging ist substanziell bzw faktisch aber schon einiges mehr bzw alles andere als nur ein harmloser "Denkanstoss" so wie es gewisse Befürworter/ Verfechter stets versuchen zu verharmlosen...
    • Platon 31.08.2020 15:27
      Highlight Highlight @landre
      Nein, ist es nicht. Es ist oftmals noch viel viel weniger. Einfachstes Beispiel sind Defaultoptionen. Ist beispielsweise der Ökostrom die Defaultoption „entscheiden“ sich signifikant mehr Leute für Ökostrom, statt wenn es der konventionelle Strom wäre. Das hat so rein gar nichts mit Beeinflussung zu tun. Es wäre auch widersprüchlich hier von Beeinflussung zu reden, dann wäre so ziemlich alles Beeinflussung, nur weil man sich Gedanken machte.
      Der springende Punkt an Nudge ist, dass man eben ohne Gebote/Verbote oder Anreize etwas erreichen kann, obwohl überhaupt kein Zwang vorliegt.
    • landre 31.08.2020 17:37
      Highlight Highlight @Platon

      Jein, denn im Gegensatz zur klassischen Sensibilisierung arbeitet das Nudge/ Nudging markant präziser und vor allem gewollter mit dem Unterbewusstsein der EmpfängerInnen als es zB eine Empfehlung, ein Gebot, ein Verbot usw tut.

      Das ist ein substanzieller Unterschied (Bewusstsein oder Unterbewusstsein?) mit entsprechend zu unterscheidenden Wechselwirkungen...Sei es in der Ökonomie oder sonst in irgend welch einer human bedingt und gesteuerten Disziplin.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Garp 31.08.2020 11:10
    Highlight Highlight Wir sollen uns ständig mehr selber optimieren. Das kann zu innerlichem Stress führen, was auch nicht gesund ist.

    Im Aussen kann es dazu führen, dass man irgendwann gemobbt wird, wenn man sich nicht optimal verhält.

    Ist ja auch so durch die Werbung. Schüler die keine Markenklamottem haben, werden ausgegrenzt.

    Es entsteht Gruppenzwang!
    • Walter Sahli 31.08.2020 13:31
      Highlight Highlight Da die "Gruppe" für "Fehlverhalten" Einzelner im gesundheitlichen Bereich bezahlen muss, finde ich es durchaus vertretbar, wenn sie darauf hinweist, was präventiv gegen Krankheiten hilft. "Gruppenzwang" ist nicht per se schlecht.
    • Garp 31.08.2020 14:10
      Highlight Highlight Und wer definiert das Fehlverhalten, Sahli? Warum nicht bei der Wirtschaft ansetzen? Der Lebensmittelindustrie? Warum kein Gesetz gegen Obsoleszenz? Der kleine Mann wird umerzogen und die Industrie darf munter weitermachen.
      Wir zahlen alle für Verkehr usw. man soll doch da mal anfangen. Bei Lärm, Feinstaub, etc. . Aber nein, da ist die Lobby dagegen.
    • Walter Sahli 31.08.2020 15:05
      Highlight Highlight Absolut einverstanden! Es wäre mir auch lieber, wenn man der Industrie Vorschriften machen würde, die nicht umgangen werden könnten. Aber die Lobbygruppen sind anscheinend viel zu stark im Parlament vertreten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • TheScientist 31.08.2020 11:07
    Highlight Highlight Erkenntnisse der Verhaltensforschung von vor 15Jahren kommen bereits beim Bund an. Über Nudges lernt jeder der min. 1 Wirtschaftsvorlesung besucht hat und das haben wohl die meisten Politiker. Es überrascht mich deshalb dass es solange dauert bis das auch bewusst in der Politik genutzt wird.
    • Pafeld 31.08.2020 13:12
      Highlight Highlight Das sind dann wohl die selben, die noch immer am Homo Oeconomicus festhalten, oder?
    • TheScientist 31.08.2020 17:09
      Highlight Highlight Das funktionieren von Nudges funktioniert wie anhand vieler Beispiele mit echten Menschen gezeigt werden kann. Hier in den Kommentaren werden einige genannt. (z.b.: Organspende system: opting in vs opting out. In jedem Falls absolut freiwillig doch macht es einen grossen Unterschied in der Anzahl Spendern)
      Jedes Model ist eine abstraktion der Realität dass dementsprechend nur bedingt aussagekraft über die Wirklichkeit hat. Trotzdem heisst das nicht dass ein, wie im fall des homo oeconomicus, einfaches model völlig unbrauchbar ist. Man sollte jedoch die Limiten des gebrauchten Models kennen.
  • El Vals del Obrero 31.08.2020 11:01
    Highlight Highlight Darauf muss ich gleich ein zu 95% alkoholfreies Bier trinken!
    • Mein C tut W wenn ich G 31.08.2020 11:22
      Highlight Highlight Der war gut 👍.
      Bei Campern kursiert auch eine Nudgenregel. Kein Bier vor Elf! 😉
    • Knacker 31.08.2020 17:02
      Highlight Highlight @Mein C tut W wenn ich G

      zum Glück ist es immer vor Elf ;)
  • FaLa02 31.08.2020 10:42
    Highlight Highlight Nun wir haben es selbst in der Hand (Kopf?)..... selbst zu denken.

    Wir können auch selbst entscheiden, ob wir gewillt sind dem System ( Behörden, Wirtschaft.....)
    mehr zu geben, als das was es gerade braucht......
    • Garp 31.08.2020 12:48
      Highlight Highlight Wenn Du manipuliert wirst, entscheidest Du eben nicht selbst. Immer selber zu entscheiden ist eh eine Illusion, solange Du in einer Gesellschaft lebst.
    • FaLa02 31.08.2020 14:48
      Highlight Highlight @Grap

      Nun wir können trotzdem selbst denken... wenn du in einer Gemeinschaft lebst, wäre dies noch viel wichtiger ...

      Auch entscheiden können wir nach wie vor sehr Vieles selbst, in einer Gemeinschaft ( sofern du diese ernst nimmst) weust du aber, dass du Entscheidungen treffen musst, welche nicht immer dem entsprechen, was du möchtest...... sicher aber musst du nicht immer so entscheiden wie man dir vorgiebt, dies tun zu müssen!!

      Geht aber viel einfacher wenn du dir das denken nicht nehmen lässt....
    • Garp 31.08.2020 14:51
      Highlight Highlight Entscheidungen aus Einsicht=denken, sind aber etwas ganz anderes als Manipulationß
    Weitere Antworten anzeigen
  • Masus 31.08.2020 10:40
    Highlight Highlight Ob es hier wohl parallelen zur Corona Situation geben könnte? Subtile Umerziehung über alltägliche Veränderung, klingt irgendwie bekannt..
    • Garp 31.08.2020 12:49
      Highlight Highlight Umerziehung wozu? Mehr Hygiene? Oder was schwebt Dir da im Kopf rum?
    • Masus 31.08.2020 17:47
      Highlight Highlight Das ist eine gute Frage. Vor allem die Diskussionskultur ändert sich zurzeit streng. Regierungskritik spaltet beinahe sämtliche Gruppen, entweder man steht dahinter, oder man ist sofort ein Aussenseiter und Spinner. Um danach erneut als wertvoller Teil der Bevölkerung zu gelten benötigt es dann oft mehrerstündige Diskussionen, bis einem gegenüber klar ist, dass gewisse Überlegungen und Kritik durchaus berechtigt sind.

      Diese Spaltung, wir auch die ihr zugrunde liegende "Gleichschaltung" von Meinungen und Informationen dient nicht der Bevölkerung.
  • Fandall 31.08.2020 10:27
    Highlight Highlight Dass Menschen nicht immer "rational" entscheiden macht sie eben genau menschlich. Wollen wir wirklich eine Gesellschaft von Robotern???
    Und wer entscheidet dann was "richtig" und "vernünftig" ist, ein nicht perfekter Mensch?
    Nichts ist perfekt und das ist gut so.
    • Steibocktschingg 31.08.2020 11:47
      Highlight Highlight Laut einigen Wirtschaftsfetischisten sollten wir genau das: Rational entscheiden, was wir konsumieren und ja nicht was anderes. Was, es gibt noch andere Dinge als Konsum und Geldmachen? LÜGE!!11

      Aber wehe, der Staat geht in diese Richtung! Das ist dann voll böse und Bevormundung!!!11
    • FaLa02 31.08.2020 12:39
      Highlight Highlight Da gebe ich dir absolut recht......, ich finde jedoch, dass wir von unseren politischen und wirtschaftlichen Fűhrern erwarten dürften, dass sie sich bei dem was sie tun fragen, ob sie dies tun weil es richtig ist oder lediglich , weil sie es können.....

      Ich dendiere jeläger dazu, 2. tes an zu nehmen.
  • landre 31.08.2020 10:18
    Highlight Highlight «Staatliche Schubser müssen allerdings transparent offengelegt werden.»

    Und wie soll das gemäss den BefürworterInnen konkret funktionieren/ umgesetzt werden?

    (...Denn "Nudge" ist ja so oder so faktisch nicht transparent, ansonsten wäre es ja kein "Nudging" mehr, sondern klassische Sensibilisierung.)
  • Toni.Stark 31.08.2020 10:11
    Highlight Highlight Wow, Papa Staat will für uns sorgen und seine Kompetenzen ausbauen, damit er unverzichtbar wird...
    • who cares? 31.08.2020 17:20
      Highlight Highlight Papa Staat ist für dich eh schon unverzichtbar. Oder möchtest du auf deine Vertragsrechte verzichten? Auf Strassen und Schulen? Auf deine Krankenversicherung? Auf die Schweizer Landwirtschaft? Eben.
  • Notabik 31.08.2020 09:50
    Highlight Highlight A propos Nudging: Habt ihr schon die Abstimmungsunterlagen durchgelesen? Wieviele mündige Bürger werden mit diesen Formulierungen überfordert sein? Ich betone nochmals das Wort Mündigkeit. Viele Zeitgenossen sind schlichtweg mit unserem politischen System überfordert. Deshalb sind solche Anstubser von Seiten des Staates gar nicht mal so schlecht.
    • Walter Sahli 31.08.2020 13:35
      Highlight Highlight Überfordert bin ich nicht mit unserem politischen System, sondern mit der Sprache der Juristen, die die Abstimmungsunterlagen schreiben.
  • Hayek1902 31.08.2020 09:45
    Highlight Highlight Ich hatte mal einen Kurs, in dem es unter anderem darum ging. So lange man die Bürger nicht anlügt oder zwingt, sehe ich kein Problem damit und unterstütze das. Gamification ist auch immer ein guter Weg um positives Verhalten zu fördern, bsp Schrittzähler für die Bewegung oder Duolingo zum Sprachen lernen. Man sollte dieses Prinzip probieren mehr in Schulen und Unternehmen anzuwenden.
    • Tir 31.08.2020 15:01
      Highlight Highlight Der Staat sollte nicht die Leute nudgen(schubsen) das richtige zu tun, wenn dann umgekehrt ,die Leute sollten das recht haben denn Staat zu nudgen.
    • Hayek1902 31.08.2020 19:29
      Highlight Highlight Nein, genau nicht: Die Bürger sollen den Staat dazu zwingen können, dass zu tun was sie für richtig halten. Aber ich sehe das Problem nicht, wenn man mehr Faule dazu bringt zu laufen, oder mehr Raucher weniger zu rauchen, oder Vorsorgemuffel sich darum zu kümmern, ohne sie dazu zu zwingen. Darfst dich ja immer noch quer stellen und es nicht befolgen. Ist in meinen Augen einiges besser als die übliche Verbotspolitik.
  • Patrik Hodel 31.08.2020 09:38
    Highlight Highlight Ich sehe eine dringend benötigte Diät.
    Und zwar für den aufgeblähten Verwaltungsapparat mit seinen vielfach überflüssigen und zu teuer bezahlten Beamten und "Experten".
    Dies würde zwar weniger die Bürger, wohl aber den Staat gesunden lassen.
    • Pafeld 31.08.2020 13:18
      Highlight Highlight Eine Blähung sieht man nur dann, wenn man die innere Struktur nicht erkennen kann. Die offizielle Staatsquote widerlegt jedenfalls die Behauptung, dass der Beamtenapparat in der Schweiz im internationalen Vergleich übermässig gross ist. Dass der Staat nur ein riesiger Wasserkopf sei, ist eine genauso veraltete Plattitüde wie das die Jugend von heute schlimmer geworden sei.
    • phreko 31.08.2020 13:56
      Highlight Highlight Sehr gut! Was der Vorteil von ungesunden Bürgern ist, weisst wohl nur du... profitierst du persönlich davon, wenn du schon von einem dringenden Anliegen sprichst?
  • Lanzelot 31.08.2020 09:34
    Highlight Highlight Mit dem Maskentragen hat das schon mal funktioniert! Die Bevölkerung folgt den Anweisungen von Bund/Kantonen ja mehrheitlich.
    • genauleser 31.08.2020 18:27
      Highlight Highlight Wo war da das Nudging?
  • Beat Stocker 31.08.2020 09:29
    Highlight Highlight Das staatlich Nudging ist leider eine Einbahnstrasse; ich als Bürger soll mich anstupsen lassen, aber wenn ich den Staat anzustupsen versuche (mit Behörden und Staatsangestellten spreche) sind diese so flexibel wie der Gotthard.
    • Posersalami 31.08.2020 09:36
      Highlight Highlight Die Industrie nudget dich pausenlos. Wenn du glaubst irgendwie selbst deine Entscheidungen zu treffen.. ja dann schlaf weiter.

      Es macht Sinn, das der Staat da etwas gegenhält. Die Menschen funktionieren nunmal so, wie sie funktionieren.
    • Notabik 31.08.2020 09:40
      Highlight Highlight Danke, dass sie nicht von Beamten gesprochen haben. Dieser Punkt geht an sie! Mir ist aber aufgefallen, wie dünnhäutig die Menschen geworden sind. Sind wir wirklich ein Volk von bornierten Besserwissern? Auch bei der Umsetzung von BAG Massnahmen muss nicht alles zu Tode diskutiert werden. Das Volk soll liefern, nicht lafern. In diesem Sinne finde ich staatliches Nudging angebracht.
    • Beat Stocker 31.08.2020 11:02
      Highlight Highlight @Posersalami
      Ja, ich bin durchaus fähig, mich von Werbung kaum beeinflussen zu lassen; zu sehr bin ich kein Main-Streamer und hinterfrage wesentlich mehr als der Durchschnittsmensch.
      Weshalb bin ich denn ins Unterrichten gegangen? - Nich um Werbung zu machen, sondern um Bewusstsein und selbstständiges Denken zu fördern.
    Weitere Antworten anzeigen
  • landre 31.08.2020 09:18
    Highlight Highlight Dass Staat (Bund) aus Gründen der demografischen Entwicklungen usw neue Lösungsansätze sucht, ist mehr als verständlich/ nachvollziehbar...Nur ist Nudging anscheinend bis offensichtlich eine radikalisierte Form von Sensibilisierung die extrem schnell in die willkürliche Manipulierung driftet. Und das kann schnell einmal giftig werden in einer haltbaren Demokratie.

    (Stellt Euch vor was Goebbels veranstaltet hätte wenn er das Werkzeug "Nudge", so entwickelt und perfektioniert wie es heutzutage angewendet wird zur Verfügung gehabt hätte...)
    • fant 31.08.2020 09:41
      Highlight Highlight Stellt euch vor, wie viel schneller wir die Natur ausbeuten weil mit Werbung immer mehr unnötige, schnell kaputt gehende oder ungesunde Produkte produziert und verkauft werden ...🤦‍♂️
    • Notabik 31.08.2020 09:44
      Highlight Highlight Unsere Demokratie mit dem 3.Reich zu vergleichen finde ich unhaltbar. Eine Demokratie ist immer so stark wie seine Verfechter. Das wären dann wohl wir. Wir missbrauchen dieses politische Instrument zu oft, um unsere eigenen, egoistischen Beweggründe zu legitimieren.
    • landre 31.08.2020 10:38
      Highlight Highlight @fant Stimmt. Und weil die Privatwirtschaft und unser individuelles Konsumverhalten gewisse dekadente und zerstörerische Verhaltensweisen an den Tag bringt, soll es nun auch Staat so tun?

      Und überhaupt, die Beziehung zwischen "Privatwirtschaft und KonsumentInnen/ NutzerInnen" ist ein diametral anderer Kontext als die Beziehung zwischen "Staat und Bevölkerung"...
    Weitere Antworten anzeigen
  • fant 31.08.2020 09:07
    Highlight Highlight Das ist doch völlig ok, gerade wenn es offengelegt wird.

    Wer gegen so etwas ist, sollte zuerst Werbung verbieten! Da wird seit Jahrzehnten 'kauf mich und du bist glücklich' oder '... und du hast massenhaft Freunde/Freundinnen' suggeriert; es ist absolut legal die ungesündesten Nahrungsmittel m.o.w. unverhohlen Kindern anzupreisen.

    Als Vater musste ich meinen Kindern als erstes beibringen, dass in der Werbung NUR gelogen wird, damit man Geld für unnötige Produkte ausgibt.

    Aber Nudging vom Staat zur Gesundheitsförderung soll schlecht sein ?! Lächerlich.
  • ch.vogel 31.08.2020 09:06
    Highlight Highlight Toll, wie sich die Medien ebenfalls dem Nudging bzw. Framing bedienen, und diese Massnahmen zum Vornherein als "Psychotricks" und "Umerziehung" (zu Musterbürgern machen) darstellen, bevor eine neutrale Diskussion dazu stattfinden kann.

    Einige der Massnahmen sind absolut sinnvoll und können das kollektive Verhalten durchaus positiv verändern, OHNE Einschränkung der persönlichen Freiheiten.

    Und neu ist das Konzept auch nicht. "Luft raus, Deckel drauf" als Nudging für PET-Recycling ist okay, aber wenns um unsere kollektive Gesundheit geht (und damit auch kollektive Kosten) ist es schlecht?
  • Siru 31.08.2020 08:55
    Highlight Highlight Wir werden doch längst in unserem Denken manipuliert, durch Werbung, unterschiedliche Lichtstärken in Lebensmittelläden, Wahl- und Abstimmungsplakate, etc. Gerade wegen letzterem sollte Thomas Burgherr sich ziemlich zurücklehnen, hat seine Partei die Manipulation der Stimmbürger auf die Spitze getrieben.
    Der Bund hat sich aber solcher Methoden nicht zu bedienen, denn die Bürger zu "erziehen" gehört nicht zu seinen Aufgaben!
    Ich habe ein Recht auf meine Unvernunft, ohne Einmischung des Staates. Mit allen Konsequenzen, die sich dadurch ergeben.
    • Milhouse 31.08.2020 09:30
      Highlight Highlight Es kann aber sein, dass deine Unvernunft mich etwas kostet. Insofern ist es schon richtig, dass der Bund vernünftiges Verhalten zum Wohl der Allgemeinheit fördert.
    • Sprachrohr 31.08.2020 09:34
      Highlight Highlight Nein, du hast nicht das Recht auf jegliche Unvernunft, spätestens dann nicht, wenn du mit dem Gesetz in Konflikt kommst oder wenn du andere damit über Gebühr beeinträchtigst.

      Sich asozial oder gar kriminell zu verhalten ist kein Recht.

      Aber wenn du lediglich meinst, dass dir niemand in deine ganz persönlichen Entscheidungen reinsprechen soll, mag deine Aussage stimmen.
    • Steibocktschingg 31.08.2020 11:53
      Highlight Highlight So wie ich Siru kenne ist das Zweite gemeint, Sprachrohr. Und da muss ich beiden zustimmen, ich möchte lieber bewusst auf unvernünftiges und irrationales Handeln hingewiesen werden anstatt durch unbewusste Manipulation, auch wenn die bei mir eher schlecht wirkt, da ich sowas in der Regel erkenne.
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  • Der Kritiker 31.08.2020 08:47
    Highlight Highlight Wenn uns der Bund das Bier vergällen würde, dann wäre das kontraproduktiv. Ein gesundes, intelligentes Volk lässt sich schlechter manipulieren. Brot und Spiele, das ist noch immer die Devise. Nur so kann man seine (oder fremde) Interessen durchsetzen.
    • Platon 31.08.2020 12:02
      Highlight Highlight @Der Kritiker
      Nudge hat reichlich wenig mit Manipulation zu tun, es geht vielmehr darum die Faulheit der Menschen optimal zu berücksichtigen. Wenn die Leute plötzlich alle Ökostrom beziehen, nur weil der Ökostrom der Default war, kann man ja nicht wirklich von Manipulation sprechen.
      Herr Altermatt schafft es auch zu manipulieren, indem er leichtsinnige Titel schreibt, dank denen Sie nun glauben, sie würden manipuliert.
    • Der Kritiker 31.08.2020 14:50
      Highlight Highlight Ich merke oftmals nicht, dass ich manipuliert werde, selbst wenn ich kurzfristig gefällte Entscheide überdenken, merke ich, dass ich mich besser auch mal auf die andere Seite begeben hätte, um meinen Entscheid breiter abzustützen. Wer seinen Fuss bereits in der Politik hatte und dabei die kleineren und grösseren Intrigen indirekt aber auch direkt mitbekommen hat, der weiss, dass die Politik manipulativ ist. Und selbst scheinbar sympathische, volksnahe Volksverteter sind mit allen Wassern gewaschen. Das ist rechts, links und in der Mitte so.
    • Garp 31.08.2020 15:34
      Highlight Highlight Sicher hat Nudge mit Manipulation zu tun. Wer den ganzen Tag schon körperlich hart geackert hat, soll dann noch die Treppe nehmen. Manchmal ist man nicht faul, sondern einfach erschöpft.
      Und dann soll man noch ein schlechtes Gewissen haben.
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  • Ohniznachtisbett 31.08.2020 08:41
    Highlight Highlight Wenn ich mein Konsumverhalten anschaue, dann reagiere ich auf Werbung eigentlich gar nicht. Ich kaufe kaum Dinge, die ich nicht brauche. Auch nicht wenn sie Aktion sind oder sonst irgendwie beworben werden. Werbung wirkt bei mir eher in die Richtung, dass wenn ich dann irgendetwas brauche, erinnere ich mich meistens daran, wer dies bewirbt. Bsp. Wenn ich irgendwann ein neues Duvet brauche, dann ist die Chance gross, dass ich dafür nach Au-Wädenswil fahre ;). In a nudge-shell (höhö) aber trotzdem: Unter den Wolken, wirds mit der Freiheit langsam wirklich eng...
    • DerHans 31.08.2020 09:07
      Highlight Highlight Aber nicht vergessen: Montags Geschlossen.☝🏻😄
    • Yunnan 31.08.2020 09:54
      Highlight Highlight Also im Ergebnis wirkt die Werbung doch.
    • Posersalami 31.08.2020 10:09
      Highlight Highlight Wer glaubt das Werbung bei ihm nicht zieht, ist das beste Opfer der Werbung überhaupt. Das Bewerben von Produkt x ist nur ein kleiner Teil, hauptsächlich gehts um das Erzeugen von Bedürfnissen und das funktioniert ganz sicher auch bei dir.
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  • Ueli der Knecht 31.08.2020 08:26
    Highlight Highlight Wenn wir es selbst tun, verniedlichen wir es als "Nudging"; wenn es die Chinesen tun, verteufeln wir es als "Social Crediting". Doch beide Begriffe sind letztlich Euphemismen (Neusprech) für den zutreffenden Begriff, nämlich: Manipulation.
    • Sarkasmusdetektor 31.08.2020 09:14
      Highlight Highlight Beim Nudging passiert dir rein gar nichts, wenn du dich nicht daran hältst. Wenn du denkst, das chinesische System sei auch so tolerant, hast du recht wenig davon verstanden.
    • fant 31.08.2020 09:16
      Highlight Highlight Und wenn es von Privatunternehmen gemacht wird, um mehr (sinnlosen/ungesunden) Schrott zu verkaufen, nennen wir es Webung.
    • Ah_geh 31.08.2020 09:23
      Highlight Highlight In einer mündigen, aufgeklärten Gesellschaft hat Manipulation durch staatliche Akteure doch eigentlich nichts zu suchen.

      Was früher die Geissel der Obrigkeitshörigkeit war ("der Herr Doktor Schlapp hat gesagt"), sind heute staatliche Entscheidungsträger, die den Bürger subtil nach Ihrem Gutdünken umerziehen wollen, als hätten sie selbst das Wissen, was richtig ist, für sich gepachtet.

      Mit dem Term Neusprech hast Du so unheimlich recht, dass mir manchmal Angst und Bange wird, in welche Richtung wir als Gesellschaft abtreiben...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Maracuja 31.08.2020 08:22
    Highlight Highlight Hab vom EWZ mit der Stromrechnung auch mal einen Begleitschreiben erhalten, dass ich mehr Strom verbrauche als die Nachbarn, dann wurde noch drauf verwiesen, dass die Wohnungsgrössen nicht berücksichtigt wurden. Hätte Sie meinen Verbrauch mit Nachbarn in einer gleich grossen Wohnung verglichen, hätte das noch Sinn ergeben. Da ich mit jungen Erwachsenen in einer 4-Zimmer-Wohnung wohne ist mein Verbrauch logischerweise grösser als bei der pensionierten Nachbarin in der 2-Zimmer-Wohnung.
    • lilie 31.08.2020 08:56
      Highlight Highlight @Maracuja: Das ist wirklich witzlos.

      Was man aber flächendeckend machen könnte, wäre ein Hinweis wie dieser: "Sie verbrauchen mehr Strom als xy% der Durchschnittsbevölkerung".

      Ein Aufrechnen der persönlichen Lebensumstände wäre zwar auch da viel zu aufwändig, aber so würde man allen etwa gleichmässig ein schlechtes Gewissen machen. 😅
    • Ueli der Knecht 31.08.2020 09:01
      Highlight Highlight "Da ich mit jungen Erwachsenen in einer 4-Zimmer-Wohnung wohne ist mein Verbrauch logischerweise grösser als bei der pensionierten Nachbarin in der 2-Zimmer-Wohnung."

      Es sei denn, die pensionierte Nachbarin benutzt ihr vöriges Zimmer für eine Hanf-Indoor-Anlage.
      😂
  • Lavamera 31.08.2020 08:21
    Highlight Highlight Ich weiss nicht. Z.B. beim Beispiel mit dem Schild neben dem Lift. Zur Zeit nehme ich immer die Treppe, aber wenn da mal ein Schild stehen würde, würde ich, so wie ich mich kenne, aus Prinzip erst Mal den Lift nehmen. Solche Sachen lösen bei mir immer zuerst eine Abwehrreaktion aus.
    • Siru 31.08.2020 17:39
      Highlight Highlight Womit du dich ebenfalls manipulieren lässt, einfach gegenteilig.
  • Rethinking 31.08.2020 08:18
    Highlight Highlight So traurig es ist, viele Menschen bleiben leider bei der Ich-Entwicklung auf dem Level E6 oder darunter stehen...

    Dabei bräuchten wir den Level E8 um die grossen Probleme wie globale Erwärmung zu lösen...

    https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/zukunftsanalyse-nach-jane-loevinger-weg-vom-leistungsideal-a-1248816.html
    Benutzer Bild
    • Rethinking 31.08.2020 16:40
      Highlight Highlight Hört man nicht gerne ich weiss...
  • Chalbsbratwurst 31.08.2020 08:09
    Highlight Highlight Das BAG macht mir alle meine Hobbys (Lasershows = neues Gesetz mit teurer Prüfung, Feuerwerk = neues Gesetz mit teurer Prüfung, Quadrokopter = neues Gesetz mit Prüfung) unnötig teuer und damit teilweise kaputt. Und nun finden sie ich sitze zuviel rum? Dann nehmt mir nicht alle meine Hobbys weg! Als nächstes werden bestimmt alle Risikosportarten verboten weil es dort zuviele Verletzungen gibt. Das BAG soll aufklären und informieren. Aber nicht vorschreiben! Vorschriften braucht es nur wo Dritte gefärdet werden.
    • bokl 31.08.2020 08:29
      Highlight Highlight "Vorschriften braucht es nur wo Dritte gefärdet werden."

      Also bei all deinen drei Hobbies. Beispiel:

      Durch eine unsachgemässe Lasershow wird ein Drohnenpilot geblendet. Sein Quadcopter stürzt unkontrolliert ab, trifft einen Feuerwerker tödlich am Kopf. Dieser reisst im Sterben sein ausgerichtetes Feuerwerk um, die Raketen fliegen ins Nachbarhaus und dieses brennt ab ...
    • Muecke 31.08.2020 08:56
      Highlight Highlight Das BAG BundesAmt für Gesundheit macht Vorschriften für Drohnen?
    • MarGo 31.08.2020 08:57
      Highlight Highlight such dir Hobbies, mit denen du andere nicht nervst und alles ist gut ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rethinking 31.08.2020 08:07
    Highlight Highlight «Ein wichtiger Grund hierfür ist, dass Menschen im Alltag viele kleinere und auch grössere Entscheidungen nicht vollständig rational treffen»

    Ich würde behaupten Menschen treffen die WENIGSTEN Entscheidungen rational...

    Und praktisch keine im Sinne der Allgemeinheit / des Planeten...
  • wasps 31.08.2020 08:06
    Highlight Highlight Das machen die Werber mit uns schon seit Jahrzehnten.
  • Sir Riley 31.08.2020 08:06
    Highlight Highlight Interessant, wenn es der Staat macht, heisst es Umerziehung. In der Wirtschaft nennt man es personalisierte Werbung und allgegenwärtig.
  • Rethinking 31.08.2020 08:04
    Highlight Highlight Die Bürger verhalten sich vor allem sehr unökologisch...

    Sie konsumieren zu viel und produzieren zu viel Abfall, Treibhausgase und Verschmutzung...

    Ausserdem haben sie gegenüber dem Gesundheitssystem eine Konsumhaltung...
  • MGPC 31.08.2020 07:59
    Highlight Highlight Wenn die Bürger schon zur Vernunft gebracht werden müssen, sollen sie wenigstens erfahren dürfen, wie genau das vonstatten geht.
    Und genau dieser Satz macht alles zu nichte. Wir müssen den Bürger zur Vernunft bringen.
    Wie wäre es wenn ihr Politiker mal zur Vernunft kommt und das umsetzt was von uns bestimmt wurde. Oder wollt ihr irgendwann objektiv, mit dem Gewehr angestupst werden?
  • Luthiena 31.08.2020 07:53
    Highlight Highlight Naja an sich ginge es einfacher bezgl. Nahrung, die Lebensmittelgesetzte strenger aufsetzten. Kein Etikettenbetrug, keine unnötigen Streckmittel, natürliche Zutaten, Tiergerechtehaltung - dann gibts halt weniger Fleisch aber dafür gutes... und man muss nicht mehr die Inhaltsstoffe durchlesen, da an sich alles unbedenklich und gesünder sein sollte...
    • Ein Schelm 31.08.2020 08:32
      Highlight Highlight Und dabei vergisst man, dass bei uns bereits jetzt, sehr viele Lebensmittel deutlich unbedenklicher oder mit weniger Schadstoffen versetzt sind als in teils anderen Länder.

      Dennoch ist das Bedürfnis nach noch mehr "reinen" Lebensmitteln natürlich berechtigt.
    • Satanarchist 31.08.2020 09:51
      Highlight Highlight Dafür.
  • Majoras Maske 31.08.2020 07:50
    Highlight Highlight Statt solch freche Stubser könnten sie ja auch Anreize machen in dem Zumbeispiel Jahresabos von den Steuern abziehen kann.

    Und gleichzeitig der Lebensmittelindustrie mehr Spielraum zu lassen als in anderen Ländern mit der Begründung, dass die Freiheit des mündigen Konsumenten nicht eingeschränkt werden darf und dann eben jene Konsumenten entmündigt zum Gesunden zu stupsen ist ja auch grotesk.
    • Steibocktschingg 31.08.2020 12:08
      Highlight Highlight So ein Abzug wäre auch Nudging. ;)
    • genauleser 31.08.2020 22:51
      Highlight Highlight Steibocktschingg: Laut Definition nicht - Nudging ist alles ohne (direkte) oekonomische Anreize.
  • Peter Vogel 31.08.2020 07:50
    Highlight Highlight Fangt bitte beim Strom und Fleischkonsum an. Ich versuche beides niedrig zu halten. Letztens habe ich vegi-Cevapcici entdeckt. Keine Ahnung woraus die waren aber sie schmeckten ganz gut.
  • Antichrist 31.08.2020 07:46
    Highlight Highlight Kampf der Nudger. Das linke Vegi - BAG macht Werbung für fleischloses Essen, anschliessend der "Tschtsch" - Spot von Coop und Migros und dann noch die subventionierte Bauern Fleischbranche mit "Alles andere ist Beilage".
    Der Staat hat zu viel Geld für unnützes.
    • fant 31.08.2020 10:24
      Highlight Highlight Und warum genau ist jetzt gerade das Anliegen vom Staat unnützer als das Anliegen von Coop/Migros/Fleischbranche?
    • Snowfall 31.08.2020 11:44
      Highlight Highlight Das schlimmste ist dass die Werbung der Fleischbranche vom Bund subventioniert wird! 😉 Vielleicht sollte man zuerst dort anfangen und solche Sachen nicht mehr subventionieren... Dieses „Alles andere ist Beilage“ treibt ja wirklich zu Fleischkonsum indem er es zur Norm macht...
    • Steibocktschingg 31.08.2020 12:09
      Highlight Highlight Ist es Aufgabe des Staates oder der Detailhändler, uns relevante Informationen zu Gesundheit, Lebensmittel, Umwelt, etc. zur Verfügung zu stellen?
  • katerli 31.08.2020 07:39
    Highlight Highlight Wir Bürger sind halt alles kleine unmündige Kinder die Erzogen werden müssen.

    Wie wäre es anstatt "nudging" ein paar Regulatorien bei der Foodindustrie, Pharma, Ärzten, Hersteller/Vertreiber medizinischer Artikel, Apotheken, Krankenkasse, usw. Vorallem aber bei der Foodindustrie (Nestle, Fastfoodketten, usw.) einzuführen?

    Bevor die uns gängeln sollten vorher andere gegängelt werden.
  • Dogbone 31.08.2020 07:38
    Highlight Highlight Alles gut, oder? Sind ja alles Dinge, welche nicht schlecht sind für uns und entscheiden tun wir ebenfalls immer noch selber. Wenn wir mehrheitlich so ein undisziplinierter Haufen sind, dann macht das ja vielleicht sogar Sinn☺️
  • Spin Doctor of Medicine 31.08.2020 07:34
    Highlight Highlight Nudging ist etwa 30 Jahre alt. Es wird von Unternehmen seit Jahren eingesetzt. Wenn die Gegner von Bevormundung sprechen: Hätten sie lieber gesetzliche Regelungen? Oder sollen die durch ungesundes Verhalten erzeugten Gesundheitskosten einfach von der Allgemeinheit weiter bezahlt werden?
  • AFK 31.08.2020 07:34
    Highlight Highlight ÖV statt Auto, SRF statt Netflix, ich glaube diese Liste ist ziemlich lang...
  • Beta Stadler 31.08.2020 07:26
    Highlight Highlight Phuuu, da werden die QAnon-Anhänger wohl schon in den Startlöchern stehen.
    Von der Werbeindustrie erhalten wir mittlerweile schon auf dem Pissoir personalisierte "Anstubser" und von der Wirtschaft sind wir schon lange umerzogen worden, nicht mehr nur das zu kaufen was wir brauchen. Aber wenn monetäre Interessen dahinter stehen ist es für alle Ok, im Gegensatz zum bösen Staat...
    • Weiss 31.08.2020 08:01
      Highlight Highlight Genau so ist es.

      Man lässt sich gerne lenken, wenn es in eine Richtung ist, die einem selber passt.
  • onkel charlie 31.08.2020 07:25
    Highlight Highlight Ich hätte auch noch ein paar gute Vorsätze für unsere Behörden: " überleg zweimal was du mit unseren Steuergelder machst. Es soll der Allgemeinheit helfen!"
  • benn 31.08.2020 07:14
    Highlight Highlight Das BAG könnte weit mehr Wirkung erzielen wenn sie ihre Aufgabe im Gesundheitswesen endlich wahrnehmen würden und den Selbstbedienungsladen endlich in den griff bekommen und die Leistungserbringer wie fmh, pharma, Apotheker und Therapeuten endlich im Sinne des Volkes und nicht der Lobbyisten steuern!
    • Weiss 31.08.2020 08:02
      Highlight Highlight Und vor allem die „Patienten“. Die verursachen nämlich Mia. unnötige Kosten.
    • _helmet 31.08.2020 09:23
      Highlight Highlight Was denken Sie, was das BAG jeden Tag versucht? Als Exekutive ist es gezwungen, die im Parlament von Lobbies erzwungenen Entscheide umzusetzten, die meist nicht seinen - im Sinne einer guten und günstigen Gesundheitsversorgung fürs Volk - konstruktiven Vorschlägen entsprechen. Das ist die Gewaltentrennung.
    • benn 31.08.2020 12:24
      Highlight Highlight Helmet, sie haben möglichkeiten z. B. Generica preise senken sind nämlich die höchsten weltweit, wie immer, in der schweiz wird abgeschöpft mit freundlicher unterstützung der politiker und ämter!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stefan Morgenthaler-Müller 31.08.2020 07:13
    Highlight Highlight Da werden Millionen von Steuergeldern verpasst mit dem Resultat, dass bei Lifts dann der Hinweis stehr«Verbrenne Kalorien, nicht Elektrizität. Nimm die Treppe!». Garantiert hätten Sechstklässler kreativere Ideen gehabt wie diese Firma. Bisher bin ich gerne die Treppe gelaufen, nehme jetzt aber den Lift.
    • Superreicher 31.08.2020 07:21
      Highlight Highlight Also wirkt es doch. Wenn auch anders als beabsichtigt.
    • Dodogama 31.08.2020 07:24
      Highlight Highlight Du kleiner Rebell du.
    • Weiss 31.08.2020 08:07
      Highlight Highlight Kreativ ist, wenn es den Zweck erfüllt, nicht wenn es lustig ist.

      Und das war ja nur ein Beispiel, damit auch du verstehst, wie das Prinzip funktioniert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hummingbird 31.08.2020 07:13
    Highlight Highlight Die Beispiele lösen bei mir v.a. etwas aus: Lass mich in Ruhe!! Nein, bei mir funktioniert Nudging nicht.
    • Spin Doctor of Medicine 31.08.2020 07:37
      Highlight Highlight Du merkst gar nicht, wie oft du im Alltag genudgt wirst - und brav darauf reagierst.
    • Hummingbird 31.08.2020 08:13
      Highlight Highlight Spin Doctor: Von wo weisst Du, was ich merke, und was nicht? Nudging funktioniert nicht bei allen. Du kannst mir ein paar Beispiele nennen und dann sag ich Dir, ob und v.a. wie das bei mir wirkt. P.S. ich habe u.a. Marketingpsychologie studiert ;-), bin mir also den Wirkweisen sehr bewusst, nur eben auch, dass das bei mir grad nicht so wirkt wie erwünscht.
    • Bruno Wüthrich 31.08.2020 08:42
      Highlight Highlight @ Hummingbird

      Es wirkt eben doch bei dir. Und wie !!! Nur weil du es merkst und dir der Wirkungsweise bewusst bist, heisst dies noch lange nicht, dass bei dir keine Wirkung vorhanden ist. Und sei es nur die Wirkung, dass du dich bewusst - und ev. gegen besseres Wissen - zu einer anderen Handlungsweise als vom Stubser gewünscht verhältst.

      Keine Wirkung hätte Nudging bei dir nur dann, wenn es dir gelänge, es komplett zu ignorieren (also gar nicht wahrzunehmen).
    Weitere Antworten anzeigen
  • Keeloo 31.08.2020 07:08
    Highlight Highlight Ein interessanter Guardian-Podcast von Leuten, die an vorderster Front auf diesem Gebiet forschen und anwenden:
    https://podcasts.apple.com/ch/podcast/science-weekly/id136697669?i=1000489098517
  • Ökonometriker 31.08.2020 07:05
    Highlight Highlight Wir Nudgen auch so schon viel. Beispielsweise gibt der Geldautomat immer zuerst die Karte zurück bevor er Geld ausspuckt. Denn so vergessen die Leute ihre Karten nicht (wegen dem Geld selber sind sie am Automat). Und wir schreiben Zigi-Päckli mit entsprechenden Gesundheitshinweisen an. Man sieht das auch bei der Organspende: opting out-Länder wie Österreich haben viel mehr Spender als z.B. die CH.

    Es macht Sinn, wenn unser System so gebaut wird, dass der einfachste Weg in vielen Fällen der beste ist. Nicht jeder möchte sich mit allen Themen des Lebens ständig auseinandersetzen.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 31.08.2020 07:14
      Highlight Highlight Weise Worte. Danke. Da wäre sonst niemand darauf gekommen.
    • Scaros_2 31.08.2020 07:57
      Highlight Highlight Man kann es Nudgen nennen oder auch einfach pragmatismus oder prozess optimierung weil man sah das viele die Karte vergessen an Automaten.

    • PeteZahad 31.08.2020 07:57
      Highlight Highlight Beim Geldautomat bin ich mir nicht sicher, ob es sich um nudgen handelt, da ich keine Wahl habe ob ich zuerst die Karte oder das Geld nehme. Das Phänomen resp. Problem hier wird als "closure" bezeichnet - Mein Ziel ist Geld zu erhalten, sobald ich das Geld habe ist der "closure" erreicht, also mein Prozess abgeschlossen. Dies (Karte vergessen) wurde bei den ersten ATMs festgestellt und der Prozess der Maschine an den Prozess des Menschen angepasst. (HMI - Human-Machine-Interaction).
    Weitere Antworten anzeigen
  • chrimark 31.08.2020 06:59
    Highlight Highlight Da kommen mir gerade ein paar Ideen:
    - Liebes BAG, es gibt Länder da melden Ärzte Krankheiten elektronisch. Möchtest du das nicht auch probieren und den Fax in Pension schicken?
    - Liebes BAG, es gibt Behörden, die haben ihre Kommunikation in Griff und müssen sich nicht ständig korrigieren. Das schafft ihr doch sicher auch, wenn ihr euch etwas anstrengt.
    - Lieber Kanton XY, du hast das Kontakttracing soviel schlechter im Griff als deine Nachbarkantone.
    Das wären grad so wahre & aktuelle Probleme zum lösen.
    • Weiss 31.08.2020 08:10
      Highlight Highlight Das Faxgerät steht auch bei den Ärzten, nur so zur Erinnerung.

      Und die sind nicht gerade für Innovationskraft bekannt, wenn es nicht um ihr Spezialgebiet geht.
  • J-ME 31.08.2020 06:58
    Highlight Highlight Das wird interessant🤔
  • Scaros_2 31.08.2020 06:54
    Highlight Highlight ie symbolische Gebühr von fünf Rappen für Einkaufssäcke, die Kunden zum Nachdenken darüber anregt, ob sie tatsächlich einen Sack benötigen.

    Ich glaub ich bin Immun dagegen. Brauch ich ein Sack, brauche ich ihn - Punkt. Ich denke nicht darüber nach oder so. Ganz ehrlich. Solche Programme funktionieren doch eher bei schwachen Menschen und auch dort finde ich es bedenklich. Nur weil meine Freunde weniger Trinken oder whatever ändere ich doch nicht mein Verhalten. Es ist schlussendlich mein Leben, meine Entscheidungen, mein Wille und nicht der Wille der Abhängigkeiten.
    • Superreicher 31.08.2020 07:43
      Highlight Highlight Ich dachte schon vor der Einführung der Sackgebühr darüber nach, ob ich den Sack denn wirklich brauchte.
    • Milhouse 31.08.2020 08:15
      Highlight Highlight Ob du es magst oder nicht: Du lässt dich täglich beeinflussen, ohne dass du es wahrnimmt. So neigt zum Beispiel Übergewicht dazu, Cluster zu bilden: Die Tatsache, dass es in deinem Umfeld Leute mit Übergewicht hat, vergrößert die Wahrscheinlichkeit, dass du auch dicker wirst.
    • Kiro Striked 31.08.2020 09:57
      Highlight Highlight @Scaros_2
      Sprichst du Englisch? Dann kann ich dir das Video empfehlen.

      Ich war fasziniert, wie viel Menschen statistisch "mehr" einkaufen, blos weil auf sie eingewirkt wird, blos weil sie "genudged" werden noch was mehr mitzunehmen.

      Und ja, hat definitiv etwas mit "Willensschwäche" zutun in meinen Augen. Kann man sehen wie man mag, aber wenn man dazu "getrieben" wird durchschnittlich 50% mehr einzukaufen, als man eigentlich wollte, dann hat man sich selbst doch irgendwo nicht im Griff.
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  • Sam12 31.08.2020 06:49
    Highlight Highlight Wenn wir ehrlich sind, machen das alle möglichen Privatunternehmen schon seit eh und je. Und irgendwie fällt mir da als erstes eine US-Firma ein, die eine Frucht auf dem Logo hat..wie hiess die nochmals?
    • Milhouse 31.08.2020 08:17
      Highlight Highlight Meinst du Banana? Hat nicht funktioniert, deshalb kennt man die heute nicht mehr.
  • Zyniker haben es leichter 31.08.2020 06:45
    Highlight Highlight Es ist nicht die Aufgabe des Staates die Bürger zu erziehen, wer das befürwortet ist kurzsichtig und naiv. Der Schritt zu massiver staatlicher Kontrolle ist quasi sicher bei gewissen Mehrheiten und von dort ist es ein Steinwurf vom Stupser zu echten Sanktionen. Es beginnt harmlos mit "du verbrauchst 20= mehr als dein Nachbar" zu "dein Nachbar X verbraucht 20% mehr als du!" bis hin zu "wir kappen dir den Strom, weil du mehr brauchst"... Nein, Danke! Beliebig erweiterbar auch auf politisches Denken, etc... Kein mm näher an den Überwachungsstaat.
    • DonChirschi 31.08.2020 07:58
      Highlight Highlight Da haben Sie das Konzept aber nicht verstanden. Die Wahlfreiheit ist zwingend Bestandteil von Nudges. Ich empfehle Ihnen die Lektüre von Thaler/Sunstein welche das Konzept des libertären (nicht liberalen) Paternalismus einfach verständlich erörtern.
    • Nocciolo 31.08.2020 08:03
      Highlight Highlight Der Staat hat auch dich erzogen, oder was meinst du was in der Schule seit 150 Jahren passiert. Ohne staatliche Erziehung würde heute nur eine Minderheit die Zähne putzen und Recyling wäre quasi inexistent. Die Frage ist also nicht ob sondern wie und was anerzogen wird.
    • Ueli der Knecht 31.08.2020 08:35
      Highlight Highlight "Es ist nicht die Aufgabe des Staates die Bürger zu erziehen, wer das befürwortet ist kurzsichtig und naiv. "

      Was konkret unterscheidet einen guten Staat/eine gute Staatsführung, von einem schlechten Staat/einer schlechten Staatsführung?

      Seit Konfuzius, aber erst recht seit Platon ("Politeia") ist ein Kriterium für die Qualität eines Staates die Frage, inwiefern es dem Staat gelingt, aus seinen Bürgern bessere Menschen zu machen.

      In diesem Sinne ist es sehr wohl Aufgabe des Staates, seine Bürger zu erziehen. Frag sonst mal die Chinesen mit ihrem streng konfuzianischen Weltbild.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Unkel Wullewu 31.08.2020 06:44
    Highlight Highlight "Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert."
    Im Gulag wollten die Sowjets ihre Bürger auch "anstupsen"...
  • Alice36 31.08.2020 06:44
    Highlight Highlight Schlage vor wir wenden "nudging" mal auf die Politiker an und sehen ob sich was ändert. Diese legen nämlich für das Volk sehr ungesunde Verhaltensweisen an den Tag die ruhig mal in die richtige Richtung gestupst werden könnten. Ob's nützt? Ich habe da meine Zweifel.🤢
    • Tschowanni 31.08.2020 08:06
      Highlight Highlight So ist es wenn ein paar wenige die Masse umerziehen wollen
    • Ueli der Knecht 31.08.2020 08:42
      Highlight Highlight "Schlage vor wir wenden "nudging" mal auf die Politiker an und sehen ob sich was ändert. "

      Was glaubst du denn, was machen Lobby-Organisation (wie zB. Burson-Marsteller oder Farner) den ganzen lieben Tag lang?
      Benutzer Bild
    • Ueli der Knecht 31.08.2020 09:48
      Highlight Highlight Was glaubst du denn, @Alice36, was tun die Lobby-Organisationen (wie zB. Burson-Marsteller oder Farner usw.) den ganzen lieben Tag lang?

      Sie wollen unsere Politiker beeinflussen. Nudging ist eine auch bei denen äusserst beliebte Methode.
  • Obermotzi 31.08.2020 06:25
    Highlight Highlight Mit genau diesen Methoden arbeitet ja auch die gesamte Werbeindustrie. Ja, ich benenne das als Gehirnwäsche, ergo Umerziehung. Denn es geht ausschliesslich darum, das gewisse Produkte "verteufelt" werden, andere nicht. Je nach dem was gerade dann verfügbar ist oder wer wieviel damit verdienen kann? Wenn diese Methode ja so erfolgreich ist, könnte man die ja auch in Sachen Umweltschutz einsetzen. Beispiel: Benzin vergiftet uns.
    • ch.vogel 31.08.2020 08:54
      Highlight Highlight Beispiel: Dieselmotoren sind schlecht für die Umwelt.

      Hat prima funktioniert, es kauft sich kaum noch jemand ein Dieselauto.
      Und das obwohl Welten liegen zwischen älteren Motoren und modernen Euro6-Motoren (und letztere sind oft auch nicht vom "Dieselverbot" in deutschen Innenstädten betroffen).

      Bei LKWs hingegen sind Dieselmotoren weiterhin ganz normal...

      Ich lasse es mal offen stehen, was man davon halten soll, dass Dieselmotoren allgemein verteufelt wurden (dank Framing als "Dieselverbot"), obwohl sich die Verbote auf Schadstoffwerte beziehen und auch auf ältere Benziner zutreffen.
    • genauleser 31.08.2020 23:15
      Highlight Highlight ch.vogel, du hast einen guten Punkt getroffen. Indem Nudging die Irrationalität und Faulheit (und Dummheit) der Menschen nutzt und bedient, fördert es diese Eigenschaften noch (nudgen statt aufklären).
      Vom ganz grundlegenden ethischen Problem abgesehen, bedingt ein solcher Ansatz, dass der Nudger allwissend ist und perfekt uneigennützig in seiner Motivation.
  • walsi 31.08.2020 06:24
    Highlight Highlight Zitat: "Laut behördlicher Leseart soll Nudging primär helfen, gute Vorsätze umzusetzen. Es enthalte keinen Zwang, keine Vorschriften." Jemanden ein Foto seines Autos zu schicken, mit dem Hinweis es könnte gepfändet werden, ist also kein Zwang.
    • Thomas G. 31.08.2020 06:34
      Highlight Highlight "Schönes Leben haben Sie da. Wäre jammerschade wenn da etwas passiert". Nudging ist das neue Wort für Nötigung. Staatlich gefördert.
    • Eifachmitrede 31.08.2020 06:43
      Highlight Highlight Zum Steuern zahlen werden wir ja auch gezwungen. Und wenn man die Gesetze in GB liest, wäre dem Steuersünder auch ohne Autofoto klar, dass das auto gepfändet werden kann. Ist halt nur mit persönlicher Note.
    • bokl 31.08.2020 06:44
      Highlight Highlight Nein. Zumindest kein zusätzlicher. Es wird "nur" eine schon vorhandene Tatsache visualisiert.
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  • Hana Meier 31.08.2020 06:20
    Highlight Highlight Naja, so wie das ganze beschrieben wurde finde ich das überhaupt nicht schockierend. Ist ja klar, dass uns Präventionskampganen zu einem bestimmten Verhalten bringen sollen, so funktioniert Werbung eben. Und schlussendlich geht es ja um eine gesündere Lebensweise und nicht um die Wahl einer bestimmten Partei oder das Freiwilligmelden für einen Krieg. Psychotricks vorzuwerfen finde ich da schon recht übertrieben.
    • cool zurich boy 31.08.2020 08:15
      Highlight Highlight Es sind eben nicht einfache Präventionskampagnen. Das Spezifische daran ist, dass die Menschen gezielt voneinander getrennt und gegeneinander in Stellung gebracht werden als konkurrierende Monaden des konformen Verhaltens.
    • Platon 31.08.2020 12:24
      Highlight Highlight @Cool
      Nein!

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