Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
(FILES) - File picture taken on September 29, 2011 shows US freelance reporter James Foley (L) on the highway between the airport and the West Gate of Sirte, Libya. Jihadist group the Islamic State claimed August 19, 2014 to have executed American journalist James Foley in revenge for US air strikes against its fighters in Iraq. The Islamist group released a video purportedly showing a masked militant beheading the reporter, who has been missing since he was seized by armed men in Syria in November 2012. AFP PHOTO / ARIS MESSINIS

Im Einsatz im Kriegsgebiet: Journalist James Foley 2011 im libyschen Sirte.  Bild: AFP

Ist Steven Sotloff der nächste?

IS-Kämpfer köpft US-Journalisten vor laufender Kamera und droht, einen zweiten ebenfalls zu töten



Die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) hat nach eigenen Angaben den seit 2012 in Syrien verschollenen US-Journalisten James Foley getötet. In einem am Dienstag im Internet veröffentlichten Video ist angeblich die Hinrichtung des Reporters zu sehen. YouTube verbannte die Aufnahmen kurz nach der Veröffentlichung.

Die angebliche Enthauptung wird von einem schwarz gekleideten und maskierten Mann ausgeführt, der Englisch mit britischem Akzent spricht. Ob das knapp fünfminütige Video mit dem Titel «Botschaft an Amerika» in Syrien oder dem Irak aufgenommen wurde, ist nicht zu erkennen.

Am Ende des Videos wird ein zweiter Journalist gezeigt. Es handelt sich dabei nach Medienberichten um den «Time Magazine»-Journalisten Steven Sotloff. Im Video wird mit seinem Tod gedroht, wie Zaid Benjamin, ein Washington-Korrespondent für Radio Sawa twitterte. Gemäss der IS sei sein Leben von «Obamas nächsten Entscheidungen» abhängig.

«Botschaft an Amerika»

Die Terroristen gaben laut der «Washington Post» an, Foley aus Vergeltung für die Militäroffensive gegen sie umgebracht zu haben. Es handle sich um «eine Botschaft an Amerika». Sollte Washington seine Luftschläge nicht einstellen, würden weitere Reporter sterben. In dem Video erscheint laut der Zeitung auch ein anderer US-Journalist, der ebenfalls während der Berichterstattung in Syrien verschwunden war.

(FILES) - File picture taken September 29, 2011 shows US freelance reporter James Foley resting in a room at the airport of Sirte, Libya. Jihadist group the Islamic State claimed August 19, 2014 to have executed American journalist James Foley in revenge for US air strikes against its fighters in Iraq. The Islamist group released a video purportedly showing a masked militant beheading the reporter, who has been missing since he was seized by armed men in Syria in November 2012. AFP PHOTO / ARIS MESSINIS

Foley 2011 am Flughafen von Sirte. Bild: AFP

Der 40-jährige Foley, der unter anderem für die Nachrichtenagentur AFP arbeitete, war nach Angaben von Augenzeugen im November 2012 in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens von Bewaffneten gefangen genommen worden. Seitdem fehlt von ihm jede Spur.

«Falls es echt ist, dann sind wir entsetzt über die brutale Ermordung eines unschuldigen amerikanischen Journalisten.»

Nationaler Sicherheitsrat von Barack Obama

Die Echtheit des Videos wurde zunächst nicht von unabhängiger Seite bestätigt. «Die Geheimdienste arbeiten so schnell wie möglich, um die Authentizität festzustellen», sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates von US-Präsident Barack Obama. «Falls es echt ist, dann sind wir entsetzt über die brutale Ermordung eines unschuldigen amerikanischen Journalisten.» Der Aussenminister bezeichnete das Video indes als «Zeichen der Brutalität der IS». 

Foleys Mutter äusserte sich am Mittwoch auf der Facebook-Seite «Free James Foley». Ihr Sohn habe sich als Lebensaufgabe genommen, der Welt das Leiden des syrischen Volkes aufzuzeigen. «Sie sind genau wie Jim unschuldige Opfer», so Diana Foley.

Foley gilt als renommierter Fotograf, der als freier Journalist für verschiedene Redaktionen arbeitete. Zahlreiche seiner Kollegen äusserten sich in sozialen Medien bestürzt über seinen möglichen Tod. Unterstützer riefen dazu auf, das Video nicht anzuschauen oder zu teilen, um den Terroristen keine Genugtuung zu verschaffen. In einem Interview mit dem britischen Fernsehsender BBC sagte er 2012: «Es gibt dort eine extreme Gewalt, es gibt aber auch einen Willen herauszufinden, wer diese Leute sind.»

abspielen

Ein Video von James Foley zu Lebzeiten.

Nach Darstellung der Dschihadisten wurde Foley hingerichtet, nachdem US-Präsident Barack Obama Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Irak angeordnet hatte. Die IS-Kämpfer kontrollieren Gebiete im Nordirak und Teile Syriens. (pma/kad/sda/afp)

Update, 6. Februar 2015

In einer früheren Version dieses Artikels wurden zwei Standbilder aus dem IS-Tötungsvideo gezeigt. Inzwischen verzichtet watson auf das Zeigen von Standbildern oder ganzen Sequenzen aus IS-Propagandavideos.

Mehr zum Thema:

IS-Tötungsvideos zeigen oder nicht zeigen?

Hereinspaziert, hereinspaziert! Hier geht's zur Gräuelbilder-Diashow...

Abonniere unseren Newsletter

8
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Joseph Dredd 20.08.2014 18:17
    Highlight Highlight Von der Tragik der Situation mal abgesehen: Ein amerikanischer Journalist wird zu Propagandazwecken getötet - weltweiter Aufschrei und anschliessend tagelange Berichterstattung. Dutzende syrischer Soldaten und Zivilisten werden zu Propagandazwecken getötet - jeden Tag. Vor laufender Kamera. Und keinen interessierts. Was so ein Adler auf dem Pass ausmachen kann...
  • jamaika 20.08.2014 14:22
    Highlight Highlight So lange es so kranke Kreaturen ( für mich verdienen diese "Kreaturen" die Bezeichnung Mensch nicht ) auf dieser Erde existieren.....wird es auch nie Frieden geben ! Einfach Krank !!!!!
  • länzu 20.08.2014 14:18
    Highlight Highlight All die europäischen Islamisten, welche sich dieser Truppe anschliessen, haben weder religiöse noch politische Absichten. Denen geht es auch ausschliesslich darum, in Syrien und Irak hemmungslos ihre Mordlust auszuleben, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Es ist nur erstaunlich, dass bis jetzt erst die Amerikaner eingegriffen haben. Die europäischen Staaten würden gut daran tun, diese Gefahr nicht zu unterschätzen. Denn nur mit vereinten Kräften kann dieser Mörderbande das Handwerk gelegt werde.,
  • Publikumsjoker 20.08.2014 13:05
    Highlight Highlight Man sollte aus Respekt die Bilder dieser Journ. nicht veröffentlichen.. genau das bezweckt die IS doch damit! Alles ein Propagandakrieg, und wir alle sind Mitspieler...
  • zombie1969 20.08.2014 09:56
    Highlight Highlight Es muss Ziel der gesamten Menschheit sein, diese grosse ideologische Herausforderung anzunehmen und mit allen Mitteln zu bekämpfen. Noch trifft es in erster Linie Christen und Schiiten im Nahen Osten, Afrika und Asien. Aber die Ankündigungen, den Terror auch nach Europa zu tragen, sind längst gemacht.
    • Romeo 20.08.2014 12:28
      Highlight Highlight Leider ist die UNO zu schwach. Unsere Zivilisation steht vor einem Scheideweg? Oder ist sie einfach Schrott? Zu viele Tote gab es. Das Töten muss aufhören. In Europa haben wir das nach den Weltkriegen gelernt. Wann lernen es auch die Bigotten?
    • Jay_Jay 20.08.2014 14:08
      Highlight Highlight @Romeo: nun ob Europa das nach den Weltkriegen gelernt hat. Europa hat auch fast 4 Jahre zugesehen, wie in Bosnien der Krieg wütete und hat nichts getan. Falls Sie mir Europa nur den Westen meinten, auch da haben Sie sich geschnitten, den Europa hat ihre Kriegsflächen wie die USA einfach verlagert.... Mir tun die Menschen die unter den unmöglichen Bedingungen leben müssen und KEINER schert sich einen Dreck um sie, DAS ist das schlimmste Gefühl auf der Welt...
    • Romeo 20.08.2014 15:03
      Highlight Highlight Ja Jay Jay. Ganz ausgelernt haben wir nicht. Es muss nicht immer der "Weltpolizist USA" sein. Aber haben die Europäer den Mumm? Ich sehe, dass jetzt DE Stellung bezieht und handelt. Es muss besser koordiniert werden. Deshalb meine Kritik an die UNO. Die UNO braucht eine Reform.

Doch keine Autobiografie von Regisseur Woody Allen

Die wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen Woody Allen umstrittene Autobiografie des US-Filmemachers erscheint nun doch nicht. Die Entscheidung sei nicht einfach gewesen, teilte eine Sprecherin des Verlags Hachette am Freitag mit.

Nach «intensiven Gesprächen» in den vergangenen Tagen sei aber schliesslich beschlossen worden, das Werk nicht wie geplant am 7. April auf den Markt zu bringen. Allen werde die Rechte an «Apropos of Nothing» zurückerhalten.

Am Donnerstag hatten dutzende Angestellte von …

Artikel lesen
Link zum Artikel