DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Polizei vorort, wo der Lastwagen in die Menge raste.
Die Polizei vorort, wo der Lastwagen in die Menge raste.Bild: Markus Schreiber/AP/KEYSTONE

Warnung vor Anschlag des Berliner Attentäters bereits im März 2016

26.03.2017, 04:1626.03.2017, 04:41

Das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt (LKA) hat das Düsseldorfer Innenministerium einem Medienbericht zufolge bereits im März 2016 vor dem Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri gewarnt – und seine Abschiebung angeregt.

In einem vertraulichen Schreiben an das Ministerium warnte das LKA, dass der Tunesier einen Anschlag planen könnte, wie die Zeitung «Bild am Sonntag» berichtete. In dem Schreiben heisst es demnach, dass nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen damit zu rechnen sei, «dass durch Amri eine terroristische Gefahr in Form eines (Selbstmord-)Anschlages ausgeht». Deshalb schlug das LKA vor, seine Abschiebung anzuordnen.

Als Beleg für Amris Gefährlichkeit diente den Ermittlern laut dem Blatt unter anderem ein überwachter Chat vom 2. Februar 2016. Darin kündigte Amri an, in Deutschland «eine Schwester» heiraten zu wollen. Als sein Chatpartner nicht verstand, benutzte er den Begriff «Dougma» - nach Angaben der Beamten eine «Metapher für einen Selbstmordanschlag».

Rechtlich nicht durchsetzbar

Die Abschiebung wurde allerdings nie angeordnet. Das NRW-Innenministerium kam zum Ergebnis, dass eine Abschiebung rechtlich nicht durchsetzbar sei. Auch nach dem Anschlag hatte Landesinnenminister Ralf Jäger mehrmals gesagt, es sei rechtlich nicht möglich gewesen, eine Abschiebung anzuordnen.

Die neuen Details könnten Jäger weiter unter Druck bringen. Er soll am Mittwoch vor dem Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags aussagen.

Bei dem Anschlag am 19. Dezember in Berlin starben zwölf Menschen, Dutzende weitere wurden verletzt. Amri wurde Tage nach dem Lastwagen-Attentat bei einer Polizeikontrolle in Italien erschossen. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Nach Brand beim Ballermann: Weiterhin U-Haft für 13 Deutsche auf Mallorca

13 Urlauber aus Deutschland, die auf Mallorca wegen mutmasslicher Brandstiftung festgenommen worden waren, bleiben vorerst hinter Gittern. Der zuständige Ermittlungsrichter in Palma ordnete für die Touristen Untersuchungshaft ohne Anrecht auf Kaution an, wie die Zeitung «Diario de Mallorca» und andere Regionalmedien am späten Samstagabend unter Berufung auf die Justiz der spanischen Mittelmeer-Insel berichteten. Ein Justizsprecher bestätigte am Sonntag auf Anfrage diese Informationen.

Zur Story