
Protest gegen «Ehrenmorde» in Pakistan.
Bild: T. MUGHAL/EPA/KEYSTONE
«Ehrenmord» in Pakistan
Ein frisch vermähltes Paar ist in Pakistan getötet worden, weil die Familie der Braut gegen ihre Liebesheirat war.
Sie liebten sich und sie heirateten einander – nun sind sie tot. Das junge Paar in Pakistan hatte sich gegen den Willen der Brauteltern verheiratet und musste dafür einen grausigen Preis zahlen: Die junge Frau und ihr Ehemann wurden beide ermordet.
Der Vater der 23-Jährigen, ihre Mutter, der Grossvater und zwei Onkel wurden am Samstag verhaftet, wie die Polizei mitteilte. Sie geht von einem «Ehrenmord» aus.
Die Braut und ihr 27 Jahre alter Ehemann waren am Freitag, neun Tage nach der Hochzeit, aus ihrem Haus in Hasanabad in der östlichen Provinz Punjab entführt und ins benachbarte Satrah gefahren worden. Dort hätten die Angehörigen der Braut das Paar mit «scharfkantigen Macheten» getötet, sagte der Polizeisprecher Kaisar Mahmud.
In Pakistan werden die meisten Ehen von den Familienältesten bestimmt. Paare, die eine eigene Partnerwahl treffen, werden immer wieder zum Opfer ihrer Verwandten. Im Mai standen in Punjabs Hauptstadt Lahore der Vater und die Brüder einer 25-Jährigen vor Gericht. Sie sollen die Schwangere wegen ihrer selbstbestimmten Heirat gesteinigt haben. Der Fall sorgte international für Entsetzen. (sda/dpa)
«Ehrenmord»
Viele streng traditionalistische Gesellschaften sind einem Wertesystem verpflichtet, in dem die «gesellschaftliche Ehre» der gesamten Familie auch vom normgerechten Verhalten – speziell im Bereich der Sexualität – aller Angehörigen abhängt. Vor allem streng patriarchalische Gesellschaften sanktionieren Verletzungen der Sexualmoral mit zum Teil drakonischen Strafen. Schon geringere «Vergehen», wie etwa das Schreiben von Liebesbriefen, Händchenhalten, oder auch nur Blickkontakte, können als Makel angesehen werden. Die Familienehre kann nur dadurch wieder hergestellt werden, dass diejenige Person getötet wird, die den Makel in die Familie getragen hat.
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