DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Weil Produzent zu viel verlangt: Migros wirft Nivea-Produkte aus dem Sortiment

In einem Tweet kündigt die Migros einen Bestellstopp auf Nivea-Shampoos an. Der Produzent, die Beiersdorf AG, verlange einen zu hohen Einkaufspreis, heisst es. Deswegen werden die Produkte jetzt zum halben Preis angeboten.
02.05.2019, 19:0402.05.2019, 19:38
frederic härri / ch media

Tag für Tag kommuniziert die Migros via Bilder und Posts auf seinem Twitter-Kanal. Nichts Aussergewöhnliches eigentlich. Am Donnerstagnachmittag setzte der Detailriese mit dem orangen M aber einen Tweet ab, der sich gewaschen hat.

Um kurz vor 16 Uhr twittert das Unternehmen: «Wir haben zurzeit einen Bestellstopp und 50%-Ausverkauf auf Nivea-Haarpflegeprodukte.» Grund für die plötzliche Preisreduktion ist ein Streit mit dem Produzenten, der international tätigen Beiersdorf AG. «Diese verlangt von uns Einkaufspreise, die zum Teil deutlich über dem Verkaufspreis im Ausland liegen», schreibt die Migros.

Cristina Maurer Frank, Mediensprecherin der Migros, sagt auf Anfrage von CH Media, dass nur die Lagerbestände der Nivea-Haarpflege-Produkte betroffen seien. Darunter seien gesamthaft 19 Artikel wie Shampoos, Spülungen und Kuren. Wie lange läuft der Ausverkauf? «So lange, bis die Produkte in den Läden weg sind», so Maurer Frank. Die Kunden sollen vom Bestellstopp aber möglichst wenig betroffen sein. Deshalb prüfe man «alternative Beschaffungsquellen» und strebe eine rasche Lösung an.

Zu den laufenden Verhandlungen mit der Beiersdorf AG könne die Migros keine Stellung beziehen, sagt Maurer Frank. Tatsache sei aber: «Die Migros setzt sich beim Lieferanten für faire Preise ein.» Das sei derzeit nicht der Fall. Bei Nivea verfüge die Migros im Vergleich zu deutschen Einzelhändlern über schlechtere Konditionen. So sei der Einkaufspreis für eine 250-ml-Flasche Shampoo für die Migros signifikant höher, als Kunden etwa bei «dm»-Läden in Deutschland bezahlen. «Das ist kein Einzelfall», betont Maurer Frank, sondern treffe auf grosse Teile des Sortiments zu. «Wir empfinden das als unfair, insbesondere gegenüber unseren Kunden.»

Auch auf Käse muss wohl verzichtet werden

Nicht nur Nivea-Shampoos könnten dieser Tage bei Migros ausgehen, sondern auch Käse. Ein weiterer Bestellstopp läuft bei Baby-Bel. Auch da seien die Verhandlungen mit dem Produzenten, der Firma Bel Suisse, im Gange, sagt Maurer Frank.

Bereits zum dritten Mal innert kurzer Zeit sagt die Migros den Grosskonzernen den (Preis-)Kampf mit einem Boykott an: Erst letzten Februar nahm der Detailhändler –wie auch Konkurrent Coop – Süssigkeiten des US-Konzerns Mars aus den Regalen.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Darum droht Facebook und Mark Zuckerberg die «Mutter aller Klagen»

In einer am Dienstag publik gemachten Klageschrift werden schwerste Vorwürfe gegen die Konzernleitung und Top-Investoren erhoben. Ein fast schon vergessener Datenskandal holt die Verantwortlichen ein.

Der Facebook-Führung um Gründer Mark Zuckerberg droht gewaltiges Ungemach. Im August sei im US-Bundesstaat Delaware von der Öffentlichkeit fast unbemerkt die «Mutter aller Klagen» gegen das weltgrösste soziale Netzwerk eingereicht worden, schrieb Jason Kint vom Branchenverband Digital Content Next (DCN) am Dienstag auf Twitter.

Laut eines Auszugs aus der Klageschrift gehören u.a. CEO Mark Zuckerberg, Co-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg, WhatsApp-Mitgründer Jan Koum sowie Peter Thiel (erster …

Artikel lesen
Link zum Artikel