Leben
Gesundheit

Türkei plant Rauchverbot von Zigaretten und Vapes an öffentlichen Orten

Die kurze Raucherpause gehört in der Türkei bald der Vergangenheit an.
Die kurze Raucherpause gehört in der Türkei bald der Vergangenheit an. Bild: dpa / Wolf von Dewitz

Türkei plant hartes Rauchverbot – sogar Vapes und E-Shishas betroffen

Die Türkei plant eines der strengsten Anti-Tabak-Gesetze weltweit: Rauchverbot an fast allen öffentlichen Orten, harte Strafen und in ein paar Jahren sogar ein komplettes Verbot. Selbst Vapes geraten ins Visier.
12.04.2026, 12:5212.04.2026, 12:54
Kathrin Martens / watson.de

Es gab Zeiten, in denen die Tabakindustrie unsere Gesellschaft fest im Griff hatte. Überall wurde geraucht, in Werbespots hielten selbst Schwangere einen Glimmstängel in der Hand.

Dank Aufklärung und Rauchverboten an vielen öffentlichen Plätzen sinkt die Zahl der Raucherinnen und Rauchern seit Jahren weltweit, trotzdem sterben jedes Jahr über sieben Millionen Menschen an den Folgen von Tabakkonsum. Besonders bitter daran ist, dass rund 1,6 Millionen dieser Todesfälle auf Passivrauchen zurückgehen.

Jetzt möchte die EU durchgreifen und träumt von einer «tabakfreien Generation» bis 2040. Konkret sollen bis dahin weniger als fünf Prozent der Bevölkerung noch rauchen. Ein ziemlich ambitioniertes Ziel, aber die Türkei geht sogar noch einen Schritt weiter.

Rauchverbot: Türkei zieht die Daumenschrauben an

Ein neuer Gesetzesentwurf der Regierung hat es in sich: Rauchen könnte künftig an fast allen öffentlichen Orten verboten werden – darunter Spielplätze, Strände, Spitäler, Schulen und Gotteshäuser.

Selbst in halbprivaten Bereichen wird es für Raucherinnen und Raucher ungemütlich. Ziel der Massnahmen ist es, den Tabakkonsum gesellschaftlich möglichst unattraktiv zu machen.

Türkei will auch Vapes verbieten

Im Zuge des Gesetzesentwurfs wird der Begriff «Tabakprodukt» komplett neu gedacht, berichtet unter anderem Merkur. Künftig zählen dazu nicht nur klassische Zigaretten, sondern alles, was Nikotin enthält – egal ob natürlich oder synthetisch.

Darunter fallen dann also auch E-Zigaretten, Vapes, E-Shishas, Tabakerhitzer und sogar Produkte, die Rauchen nur imitieren. Vor allem bunte Vapes mit Geschmäckern wie Kaugummi oder Pfirsich stehen im Fokus. Die sind nämlich gerade bei Jugendlichen extrem beliebt.

Rauchverbot in der Türkei: Ab 2040 ist endgültig Schluss

Die Regierung will ausserdem den Verkauf streng kontrollieren. Bargeldzahlungen für Tabakprodukte sollen verboten werden, jeder Kauf wird elektronisch erfasst. Wer unter 18 Jahren alt ist, hat keinen Zutritt zu Konsumräumen. Wer an Minderjährige verkauft, riskiert bis zu einem Jahr Gefängnis.

Der eigentliche Knall kommt aber erst noch: Ab dem 1. Januar 2040 will die Türkei Tabak komplett verbieten. Das bedeutet keine Produktion, kein Verkauf, kein Import und auch kein versehentliches Mitführen im Reisegepäck ohne Strafe.

Wer dagegen verstösst, muss mit saftigen Geldstrafen zwischen 5000 Türkischen Lira (etwa 90 Franken) und zehn Millionen Türkischen Lira (etwa 176'000 Franken) rechnen. Auch Betriebsschliessungen und Lizenzentzug sind bei Verstössen möglich.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Komm, Kind, hol mir Zigis – 21 Werbungen, die heute undenkbar wären
1 / 23
Komm, Kind, hol mir Zigis – 21 Werbungen, die heute undenkbar wären
Nicht nur in Coca-Cola hatte es früher Kokain drin – auch gegen Zahnweh soll es helfen.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Parlament streitet über Tabakwerbeverbot – das sagen Jugendliche, die rauchen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
116 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
DocAc
12.04.2026 13:55registriert September 2022
Und was geschieht dann mit der Redensart "rauchen wie ein Türke“?
4410
Melden
Zum Kommentar
avatar
IstSo
12.04.2026 14:06registriert April 2014
Schon interessant woe die Öeute Massnahmen bejubeln die sie selber nicht betreffen. Ich rauche, dafür drinle ich praktisch keinen Alkohol und bin auch nicht dick. Lustigerweise werden die letzten zwei Gruppen nicht so drangsaliert zum Wohle der Volksgesundheit.
5634
Melden
Zum Kommentar
avatar
Bikemate
12.04.2026 13:03registriert Mai 2021
Die Frage ist, wie weit man gehen möchte. Zucker, Weissmehl und diverse andere ungesunde Lebensmittel, müsste konsequenterweise auch verboten werden. Was ist mit Risikosportarten usw. Wollen wir wirklich alle 100 Jahre alt werden und dafür auf jeglichen Genuss und Spass verzichten?
7050
Melden
Zum Kommentar
116
Mann in Australien bei mutmasslichem Haiangriff getötet
Bei einem mutmasslichen Haiangriff im Südwesten Australiens ist ein Mann getötet worden. Der Vorfall ereignete sich am Samstagvormittag (Ortszeit) nahe der Insel Rottnest Island vor der Millionenmetropole Perth, wie mehrere australische Medien übereinstimmend unter Berufung auf die Polizei berichteten.
Zur Story