International

Trotz Massendemos: Mazedoniens Ministerpräsident will nicht gehen

Mazedoniens Ministerpräsident Nikola Gruevski ist bei vielen Bürgern in Ungnade gefallen.
Mazedoniens Ministerpräsident Nikola Gruevski ist bei vielen Bürgern in Ungnade gefallen.Bild: GEORGI LICOVSKI/EPA/KEYSTONE

Trotz Massendemos: Mazedoniens Ministerpräsident will nicht gehen

17.05.2015, 04:0117.05.2015, 08:42

Vor einer Massendemonstration der Opposition hat Mazedoniens Ministerpräsident Nikola Gruevski erneut einen Rücktritt abgelehnt. «Ich habe keinerlei Absicht zurückzutreten oder eine Übergangsregierung zu akzeptieren», sagte Gruevski am Samstag.

Ein Rücktritt wäre «ein feiger Akt». Dem Oppositionsführer Zoran Zaev warf Gruevski vor, von ausländischen Geheimdiensten unterstützt zu werden. Die Lösung der politischen Krise müsse im Einklang mit dem Willen des Volkes erfolgen, wie er bei den Wahlen im April artikuliert worden war, sagte Gruevski dem regierungsnahen Fernsehsender Sitel.

Vorwurf der Wahlfälschung

Gruevski ist seit 2006 Ministerpräsident des Balkanstaates und wurde im April bei vorgezogenen Neuwahlen im Amt bestätigt. Die Opposition wirft Gruevski aber die Fälschung der Wahlen sowie einen zunehmend autoritären Regierungsstil vor. Seit der Wahl im April lehnt sie die Mitarbeit im Parlament ab. Am Sonntag will die Opposition bei einer Grosskundgebung den Rücktritt der Regierung fordern, der sie Korruption sowie die illegale Überwachung von 20'000 Bürgern vorwirft.

Die Proteste kommen eine Woche, nachdem in der nördlichen Stadt Kumanovo bei zweitägigen Feuergefechten zwischen der Polizei und einer schwer bewaffneten «Terrorgruppe» aus ethnischen Albanern acht Polizisten und 14 Aufständische getötet wurden. Rund ein Viertel der 2,1 Millionen Mazedonier sind ethnische Albaner.

Die Beziehungen zwischen den Volksgruppen sind seit langem angespannt. Die Gefechte in Kumanovo lassen eine blutige Eskalation der politischen Krise befürchten, die die frühere jugoslawische Teilrepublik seit Monaten erschüttert. (feb/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Chaos in Mexiko nach Drogenboss-Tod – so sollen sich Reisende nun verhalten
Nach dem Tod des mexikanischen Kartellchefs Nemesio Oseguera Cervantes, auch bekannt als «El Mencho», ist in mehreren Urlaubsorten Mexikos Gewalt und Chaos ausgebrochen.
Zur Story