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Umweltschützer wehren sich gegen Militäranlage auf dem Simplon

Un panneau de signalisation indique la fermeture de l'axe du col du Simplon ce lundi 29 octobre 2018 a Brigue dans le Haut-Valais. En Valais, la route en direction du Simplon est fermee depuis lu ...
Bild: KEYSTONE

Umweltschützer wehren sich gegen Militäranlage auf dem Simplon

16.07.2019, 00:3716.07.2019, 00:37

Mehrere Umweltverbände wehren sich mit einer Einsprache gegen den Ausbau der Militäranlage auf dem Simplon. Der vorgelegte Umweltverträglichkeitsbericht ist in ihren Augen mangelhaft.

Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) will auf dem Simplonpass im Wallis seine Militäranlage für 30 Millionen Franken ausbauen. Das Parlament hat den Kredit im Immobilienprogramm bereits gutgeheissen.

Die neuen Bauten sind in einer sensiblen Umgebung geplant, wie die Umweltverbände Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, Pro Natura, WWF in einer am Montag bei der Gemeinde Simplon-Dorf VS eingereichten Beschwerde festhalten. Im Umweltverträglichkeitsbericht fehle eine sorgfältige Beurteilung der Auswirkungen der Bauten und des anschliessenden Betriebs auf die Flora und Fauna in der hochalpinen Region.

Das VBS stütze sich auf ungenügende Daten und könne damit nicht beurteilen, welche geschützten Arten durch den Betrieb des Schiessplatzes unwiederbringlich verschwinden oder beeinträchtigt werden. Zudem zeige der Bericht klar auf, dass die Lärmgrenzwerte nicht eingehalten würden. Die neuen Anlagen - Betriebsgebäude, Schiessanlage, Rundkurs - lägen alle in der heute weitgehend unverbauten Ebene inmitten von Alpwiesen. Damit würden sie gegen das raumplanerische Verdichtungsgebot verstossen.

Der Ausbau zu einem der grössten Artillerieschiessplätzen der Schweiz gehe mit einer Nutzungsintensivierung einher, teilte die Schutzorganisation Mountain Wilderness Schweiz mit, die ebenfalls Beschwerde einreichte. Topographisch bedingt sei der zusätzliche Schiess- und Fluglärm weit über das betroffene Areal hinaus hörbar und habe negative Folgen für Wildtiere, Anwohnerinnen und Touristen.

Der Schiessplatz Simplon liegt den Angaben zufolge in einer alpinen Region zwischen 1850 und 3000 Metern über Meer. Er umfasst teils geschützte Lebensräume und gefährdete Tier- und Pflanzenarten.

Zudem ist die Gegend eine IBA-Zone, also eine wichtige Vogel- und Biodiversitätsregion. Deren Hauptziel ist der Schutz eines weltweiten Netzwerks von Gebieten, die das Überleben der Vogelpopulation inklusive geschützter Arten ist. (sda)

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