Krieg im jüngsten Staat der Erde

Ethnische Gewalt im Südsudan hält an – wieder suchen Tausende Schutz auf UNO-Stützpunkten

26.06.14, 20:15 27.06.14, 00:56
People displaced by the fighting wait to get clean water at a water point in a camp for internally displaced persons (IDPs) at the United Nations (UN) base in Bentiu, Unity State, June 17, 2014. Around 39,000 people have found shelter in the UN base in Bentiu. About 1.5 million people have been displaced, including 378,000 who fled to neighbouring countries, according to the UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA). REUTERS/Andreea Campeanu (SOUTH SUDAN - Tags: CIVIL UNREST POLITICS SOCIETY)

Flüchtlinge in Bentiu stehen für sauberes Wasser an. Im Südsudan herrscht ein ethnischer Machtkampf zwischen dem Präsidenten und seinem Rivalen.  Bild: Reuters

Im Südsudan haben sich inzwischen mehr als 100'000 Menschen vor der Gewalt der Bürgerkriegsparteien auf UNO-Stützpunkte geflüchtet. In den Lagern suchen inzwischen 101'000 Flüchtlinge unter teils erbärmlichen Zuständen Schutz.

Das sagte die UNO-Verantwortliche für den jungen Staat, Hilde Johnson, in Juba. Alleine in Bentiu in der Hauptstadt des Bundesstaates Unity seien es 45'000.

Die Lager sind teilweise hoffnungslos überfüllt  Bild: Reuters

Die Stadt ist besonders umkämpft, seit Beginn des Bürgerkriegs vor nunmehr sechs Monaten wurde sie schon mehrfach von beiden Konfliktparteien erobert und wieder verloren. Zur Gewalt komme der Hunger, sagte Johnson. Inzwischen kämen viele Menschen auf die UNO-Stützpunkte, um etwas zu Essen zu finden.

Der Südsudan ist der jüngste Staat der Erde, erst im Jahr 2011 erlangte er seine Unabhängigkeit vom Sudan. Mitte Dezember eskalierte ein seit Jahren schwelender Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem Rivalen Riek Machar, blutige Kämpfe waren die Folge.

Der zunehmende Flüchtlingsandrang in den UNO-Stützpunkten wird als Indikator gesehen, dass die Gewalt fortdauert. Bild: Reuters

Die politische Rivalität der beiden Politiker wird dadurch verschärft, dass Kiir der Volksgruppe der Dinka, Machar aber der Volksgruppe der Nuer angehört.

Der zunehmende Flüchtlingsandrang in den UNO-Stützpunkten wird als Indikator gesehen, dass die Gewalt fortdauert. Hinzukommt, dass die einsetzende Regenzeit zu Überflutungen geführt hat. (rar/sda/afp)

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