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Klima

Reichste Schweizer belasten Klima massiv – auch Banken kommen schlecht weg

Reichste Schweizer belasten Klima massiv – auch die Banken kommen schlecht weg

29.10.2025, 00:0129.10.2025, 06:53

Auch der Schweizer Finanzplatz trage massiv zur Klimakrise bei. Das steht im jüngsten Oxfam-Report. Die Schweiz zeige im Kleinen auf, was global geschehe, schrieb die Nichtregierungsorganisation (NGO) Solidar Suisse in einem Communiqué vom Mittwoch. Wenige Wohlhabende verursachten den Grossteil der Emissionen, während andere die Folgen trügen.

Ein Privatjet beim Landen Richtung Sued, wo man die ganze Piste sieht, am Dienstag 16. September 2003, in Lugano Agno. (KEYSTONE/Karl Mathis)
Fliegen im Privatjet gehört zu den grossen Klimasünden. (Archivbild)Bild: KEYSTONE

Das zeige der neue Oxfam-Report «Climate Plunder: How a powerful few are locking the world into disaster», zu welchem Solidar Suisse die Schweizer Zahlen hat. 82 Prozent der Menschen in der Schweiz gehören zum reichsten Zehntel der Weltbevölkerung. Hierzulande verursache eine Person aus den reichsten 0,1 Prozent 673 Kilogramm CO2 pro Tag. Das sei 26-mal mehr als jemand aus der ärmeren Hälfte in der Schweiz.

Grossbank begeht Klimasünden

Die UBS stelle seit dem Pariser Klimaabkommen über 211 Milliarden US-Dollar für Öl- und Gasprojekte bereit. Zusammen mit der ehemaligen Credit Suisse investierten die beiden Schweizer Finanzinstitute zwischen 2021 und 2022 mindestens acht Milliarden US-Dollar in neue Kohle-, Öl- und Gasvorhaben, wie die NGO schrieb.

Mit dem Austritt aus der «Net Zero Banking Alliance» im März dieses Jahres habe die UBS sich offiziell vom Ziel verabschiedet, ihre Investitionen mit dem 1,5-Grad-Ziel in Einklang zu bringen, hiess es weiter.

Die Grossbank teilte am Abend auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit, sie halte an ihren Dekarbonisierungszielen fest. Ihr Ziel sei, die von der UBS finanzierten Emissionen vom Basisjahr 2021 ausgehend bis 2030 um 70 Prozent zu senken. «Per Ende 2023 haben wir eine Reduzierung von 80 Prozent gegenüber 2021 erreicht», hiess es in der Antwort.

Für eine gerechte Klimapolitik forderte Solidar Suisse, dass Reiche und Konzerne ihre Luxus-Emissionen und Übergewinne besteuern müssen und der Einfluss der Superreichen begrenzt wird, indem Konzerne keine Sonderrechte erhalten und Lobbyismus transparente Grenzen bekommt. Auch solle die Schweiz Klimafinanzierung und Entwicklungszusammenarbeit ausbauen, um Armut und Ungleichheit – gerade im Globalen Süden – gezielt zu verringern. (sda)

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72 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Hadock50
29.10.2025 08:32registriert Juli 2020
Tax the rich
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Bakunin
29.10.2025 07:48registriert März 2021
Überraschung Überraschung.....
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Katerchen
29.10.2025 07:45registriert März 2023
Bei Oxfam muss man immer aufpassen.
Wenn die Vermögen und Einkommen weltweit rangezogen werden sind plötzlich alle 9 Millionen Menschen die in der Schweiz leben reich.
Aber natürlich kann ein Mensch der sich mehr Konsum leisten kann auch mehr CO2 Ausstoss produzieren als ein Kleinbauer in Asien der vom selber angebauten Reis und Gemüse lebt.
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