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42,5% der Schweizer Bevölkerung hat Schulden – Romands mehr als Deutschschweizer



THEMENBILD ZUR STUDIE SCHULDENPRAEVENTION BEI JUGENDLICHEN --- Ein Portemonnaie liegt auf einem Tisch, aufgenommen am 10. Juni 2009 in Zuerich. (KEYSTONE/Gatean Bally)

Hier drückt's bei den Schweizern im Portemonnaie. Bild: KEYSTONE

42.5 Prozent der Wohnbevölkerung lebt in Haushalten mit Schulden. Am häufigsten sind Zahlungsrückstände, gefolgt von Fahrzeug-Leasing. Am stärksten betroffen sind Arme, Erwerbslose und Ausländer. Romands haben doppelt so häufig Schulden wie Deutschschweizer.

4 von 10 Personen in der Schweiz leben in Haushalten mit mindestens einer Art von Schulden, 8 Prozent in Haushalten mit mindestens drei Schuldenarten. Verschuldungsarten sind beispielsweise Fahrzeug-Leasings, Klein- oder Konsumkredite, Ratenzahlungen, Verschuldungen bei Verwandten oder Freunden, Hypotheken auf den Zweitwohnsitz, Zahlungsrückstände, sowie Kontoüberziehungen und unbezahlte Kreditkartenrechnungen.

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18.9 Prozent der Bevölkerung leben in Haushalten mit Zahlungsrückstand, 14.5 Prozent in Haushalten mit mindestens einem geleasten Fahrzeug. Etwas mehr als jeder zehnte Haushalt ist bei Familie oder Freunden in der Kreide, fast ebenso viele haben einen Klein- oder Konsumkredit abzuzahlen.

Die am häufigsten betroffene Bevölkerungsgruppe sind gemäss Bundesamt für Statistik mit fast 30 Prozent Personen, die «von materieller Entbehrung betroffen» sind und mindestens drei Schuldarten aufweisen. 15,3 Prozent der Erwerbslosen sind verschuldet, 14,5 Prozent Einelternhaushalte und 13 Prozent Haushalte von Ausländerinnen und Ausländern. Romands sind doppelt so häufig verschuldet als Deutschschweizer.

Mehr als jeder Dritte mit Kredit

Mehr als ein Drittel der Bevölkerung lebte im Berichtsjahr 2017 in einem Haushalt mit mindestens einem Kredit (Leasing, Kleinkredite, Raten beispielsweise). Fast ein Viertel zahlte ein Fahrzeug auf Pump ab. Am häufigsten waren das Südeuropäer (42.7 Prozent) und Paare mit Kindern (35.2 Prozent).

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Haushalte in der lateinischen Schweiz schafften häufiger Fahrzeuge auf Abzahlung an als Deutschschweizer: Tessiner zu 38,5, Westschweizer zu 31 Prozent und Deutschschweizer zu 19.5 Prozent. Hemmungen beim Schuldenmachen haben Senioren: Nur 5.3 Prozent von ihnen kaufen ein Fahrzeug auf Raten.

10% schulden Steuern, 7% Krankenkasse

Fast 10 Prozent der Bevölkerung lebt in Haushalten, die mit Steuern im Rückstand sind, 7.3 Prozent kommen mit den Krankenkassenprämien nicht nach, 5.2 Prozent können Telekommunikationsrechnungen nicht fristgerecht begleichen. Miet- und Hypothekarschulden sind vergleichsweise selten: Nur knapp 3 Prozent der Bevölkerung ist damit belastet.

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7 Prozent der Bevölkerung lebt in Haushalten, die mindestens ein überzogenes Konto haben, 3.3 Prozent können die Kreditkartenabrechnung nicht begleichen. Personen aus Osteuropa oder dem aussereuropäischen Ausland leben vier Mal häufiger in einem Haushalt mit einem überzogenen Bankkonto. (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Holunderblütensirup 19.02.2020 08:59
    Highlight Highlight Interessant das hier kein Hauseigentum erwähnt wird. Ist in den meisten Fällen ja auch Schulden. Hat das einen bestimmten Grund?
  • wolge 18.02.2020 17:13
    Highlight Highlight Konsum... Konsum... Konsum...

    Steuern und Krankenkasse sollen andere bezahlen...
  • Hipster mit Leggins 18.02.2020 15:24
    Highlight Highlight Jeder der sich nicht verschuldet, wird arm. Ich weiss, dabei geht es nicht um diese hier erwähnten Schulden. Aber ohne Hypotheken, Lombardkredite, Handelsfinanzierung etc. (alles Schulden) ist wohl keiner, der heute reich ist, ausgekommen.
  • Sapere Aude 18.02.2020 15:20
    Highlight Highlight Eine kapitalistische Wachstumswirtschaft ist nichts anderes als eine Schuldwirtschaft und war es von Beginn an mit der Gründung der Bank of England.
    • dan2016 18.02.2020 17:41
      Highlight Highlight Wurde 1694 gegründet, vorher waren, einige Aristokraten und Banker wohlhabend.
  • Suchlicht 18.02.2020 14:47
    Highlight Highlight Warum ist Leasing auf der Liste? Das ist kein Kredit, sondern eine Gebrauchsmiete. Der Leasinggegenstand gehört während der gesamten Dauer dem Leasinggeber (Eigentümer). Am Ende des Leasings gehört Dir nichts.

    Klar gibt es den verkappten Abzahlungskauf mit Leasing auf 0 und Vorkaufsrecht zu einem vereinbarten Preis, das sind aber zwei Geschäfte.
  • MarGo 18.02.2020 14:05
    Highlight Highlight Wie sagte mal ein Treuhänder zu mir:
    Wer sich nicht verschuldet, ist selber schuld :D

    ob er das so wirklich ernst meinte, weiss ich allerdings nicht ;)
    • hopplaschorsch12 18.02.2020 16:47
      Highlight Highlight kommt halt schon auch immer drauf an, für was und zu welchen konditionen man sich verschuldet.
    • MarGo 18.02.2020 16:54
      Highlight Highlight :) ja, das denk ich auch... ich hatte damals aber gar nicht vor mich zu verschulden, sondern habe mir eher Gedanken gemacht, ob ich mein Studiendarlehen so schnell wie möglich oder schön nach Vorgaben zurückzahlen soll... das war aber so wenig, dass es keine Relevanz hatte, wie ich das mache - also rein steuerlich...
      Da ist mir dieser Satz eben hängen geblieben... ich denke - oder besser gesagt hoffe, dass er mich schon etwas besser beraten hätte, wenn ich andere Pläne aufgetischt hätte ;)
    • Hardy18 18.02.2020 20:37
      Highlight Highlight Er meinte es ernst... du kannst Steuern sparen 😉
  • Ed B 18.02.2020 14:04
    Highlight Highlight Es wäre angebracht, erst klar zu machen, was alles unter "Schulden" läuft. Eine Hypothek ist faktisch zwar eine Schuld. Der steht aber ein erheblicher Gegenwert in Form einer Liegenschaft gegenüber. Meist ist die Schuld damit mehr als gedeckt. Und ein Leasingvertrag ist genau genommen "nur" ein Miet-Kauf und wird erst zur Schuld, wenn die Raten nicht mehr bezahlt werden und das auch nur bis zur Auflösung des Vertrags (plus Zinsen). Das Fahrzeugs ist und bleibt normalerweise im Besitz des Leasinggebers. Anders sieht es beim Kreditkartenschulden, Ratenkauf oder Abzahlungsvertrag aus...
  • Bratansauce 18.02.2020 13:41
    Highlight Highlight Das wird sich wohl erst ändern, wenn wirklich keine Kredite oder Leasings mehr an Personen vergeben werden, die es sich gar nicht leisten können. Aber im Grunde ist das ja egal, weil jemand zahlt es ja irgendwie dann doch.
  • Charlie B. 18.02.2020 13:29
    Highlight Highlight Alles auf pump, das Leben ist zu kurz um zu sparen.
  • Fairness 18.02.2020 13:21
    Highlight Highlight So ist es in der sogenannt reichen Schweiz ...
  • Freischütz 18.02.2020 13:05
    Highlight Highlight Immer dasselbe Steuern, Kleinkredit, Handy und Krankenversicherung als Verlustschein...

    Aber das Leasing ist bezahlt, pünktlich und vollständig....

    Armselig....
  • Pikay 18.02.2020 12:55
    Highlight Highlight Krass finde ich ja, dass man als Haushalt, ganz ohne Schulden jedweder Art, zu gerade einmal 5% gehört.

    Einigermassen passend ist wohl leider auch die Relation von Schulden und (Schul)Bildung.
  • genauleser 18.02.2020 12:54
    Highlight Highlight Wer sich ebenfalls gewundert hat: Eine pünktlich bediente Hypothek auf den Hauptwohnsitz ist keine "Schuld". Verzug beim Bezahlen der Hypothek auf den Hauptwohnsitz läuft dann zusammen mit Mietschulden (und weiteren Posten) unter "Zahlungsrückstand".
    https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/wirtschaftliche-soziale-situation-bevoelkerung/erhebungen/silc.assetdetail.11987410.html
    Unten auf der HP der Link zur ausführlichen Pressemitteilung.
    • Suchlicht 18.02.2020 14:44
      Highlight Highlight Danke, habe mich auch gewundert.
    • news2read 19.02.2020 00:57
      Highlight Highlight Mag sein, doch warum können dann die Hypothekar-Zinsen als Schuldzinsen von den Steuern abgezogen werden?
  • EnnoConda 18.02.2020 12:53
    Highlight Highlight Zählt eine Hypothek nicht als Schuld?
    • Ed B 18.02.2020 14:06
      Highlight Highlight Nein. Weil der Hypothek ein Wert in Form einer Liegenschaft gegenüber steht. Sofern der Wert der Liegenschaft richtig eingeschätzt ist und der Eigenkapital-Anteil stimmt, ist die "Schuld" mehr als gedeckt... (Klugscheisser-Modus aus).
    • Retiru 18.02.2020 14:14
      Highlight Highlight Nein, nur wenn nicht rechtzeitig bezahlt wird
  • buffettino 18.02.2020 12:48
    Highlight Highlight Bei den meisten Schweizer Banken kann man doch das Konto gar nicht so einfach überziehen. Da kommen sofort Briefe, horrenden Zinsen, Kündigungsdrohungen etc. In Deutschland ist z.B. der Dispositionskredit (Dispo) gang und gäbe. Die Möglichkeit in den Dispo zu gehen bedeutet nämlich Freiheit. Die Zinsen halten sich in Grenzen, so ab 6% per annum. Man kann kurzfristig und geringfügig in den Dispo gehen und jederzeit wieder ausgleichen. Die ganzen Kleinkreditanbieter in der Schweiz hingegen haben doch oft Mindestbeträge und -laufzeiten und motivieren so, sich übermässig zu verschulden.
  • ConcernedCitizen 18.02.2020 12:07
    Highlight Highlight Warum sind Hypotheken auf Erstwohnungen nicht auch Schulden?
  • Raffaele Merminod 18.02.2020 11:56
    Highlight Highlight Einfach so mal als zusätzliche Information:
    Im Jahr 2017 betrug die Staatsverschuldung der Schweiz rund 196,2 Milliarden Schweizer Franken.
    Unser und alle anderen Staaten machen es uns ja vor.
    • joevanbeeck 18.02.2020 13:58
      Highlight Highlight Das finde ich auch nicht gut, der Schweizer Staat hat zuwenig Schulden. Man muss es ja nicht so machen wie Deutschland, das uns über 170 Milliarden schuldet, hohe Einnahmen aber die Infrastruktur ähnelt eher einer Bananenrepublik. Schulden sind ja nicht immer schlecht, man sollte das Geld nur sorgfältig und gut überlegt ausgeben und nicht infolge Unfähigkeit zum Fenster rauswerfen.

      https://blog.tagesanzeiger.ch/politblog/index.php/68131/schuldenabbau-als-staatsraeson/
    • geissenpetrov 18.02.2020 15:10
      Highlight Highlight Ohne Schulden gäbe es keine Vermögen.
      Jemand muss sich in einer Volkswirtschaft verschulden. Entweder der Staat, die Unternehmen oder die Privaten. Der kapitalistischen Logik folgend, müssten esdie Unternehmen sein, die sich verschulden (ist leider nicht mehr so).
    • Chääschueche 18.02.2020 18:33
      Highlight Highlight @Raffaele
      Du vergleichst Staatsschulden mit Privatschulden aus Krediten, Leasing usw?

      Hier mal was interessantes.

      https://www.efv.admin.ch/efv/de/home/finanzberichterstattung/bundeshaushalt_ueb/schulden.html

      Relativiert das ganze. Des weiteren sinkt die Schuldenlast der Schweiz seit Jahren.
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