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Schweiz: Staatenlose Palästinenser erhalten Aufenthaltsbewilligung

An injured child and his mother are taken to an ambulance after landing at Zurich Airport, Switzerland, on Friday, October 24, 2025. As part of a humanitarian operation, Switzerland has evacuated a fi ...
Ein Kind wird aus dem Gaza-Streifen ausgeflogen.Bild: keystone

Verletzte Gaza-Kinder: Staatenlose Palästinenser erhalten Aufenthaltsbewilligung

Die Schweiz hat im letzten Jahr 20 verletzte Kinder aus dem Gazastreifen sowie deren Familienangehörige aufgenommen. Jetzt zieht der Bundesrat eine erste Bilanz.
16.05.2026, 17:5816.05.2026, 17:58
Kari Kälin
Kari Kälin

Im letzten Herbst hat die Schweiz unter Federführung von Justizminister Beat Jans (SP) 20 schwer verletzte Kinder aus dem Gazastreifen evakuieren lassen. Dazu kamen 78 Familienangehörige (42 davon Kinder), welche die minderjährigen Patienten begleiteten. Die Flugkosten in der Höhe von 600'000 Franken übernahm das Aussendepartement, die medizinischen Ausgaben decken die zehn Aufnahmekantone, sofern dies nicht die Spitäler oder Krankenkassen tun. Die humanitäre Aktion löste in der Politik gemischte Reaktionen aus.

Alle 98 Personen aus dem kriegsgebeutelten Gazastreifen haben ein Asylgesuch gestellt. Bundesrat Jans geht von einem längeren Aufenthalt aus. Aufgrund der katastrophalen Lage im Gazastreifen sei eine Rückkehr aktuell nicht zumutbar, sagte er im Dezember im Nationalrat. Derzeit herrscht im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe.

Wie steht es um die Asylgesuche der Gaza-Geflüchteten? In der Antwort auf eine Interpellation von Nationalrat Mike Egger (SVP/SG) legt der Bundesrat eine erste ausländerrechtliche Bilanz vor. 37 Personen haben eine vorläufige Aufnahme erhalten. Eine vorläufige Aufnahme bedeutet: Wenn sich die Lage im Gazastreifen beruhigt und stabilisiert hat, müssen diese Menschen zurückkehren. Bei 61 Personen läuft das Asylverfahren noch.

Fünf Gesuchsteller sind staatenlos und haben deshalb Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung. Dabei handelt es sich um einen regulären Aufenthaltstitel, der gegenüber der vorläufigen Aufnahme diverse Vorteile mit sich bringt, etwa höhere Sozialleistungen, vor allem aber einen besseren Schutz vor Abschiebung. Mit der Aufenthaltsbewilligung ist zudem der Zugang zum Arbeitsmarkt einfacher.

Ärzte in Gaza wollten Fuss amputieren

Palästinenserinnen und Palästinenser, die ein Asylgesuch stellen, gelten nicht automatisch als staatenlos. Viele Gesuchsteller haben etwa die syrische oder israelische Staatsbürgerschaft. Es ist aber gut möglich, dass sich unter den 61 Gesuchstellern, die noch keinen Bescheid erhalten haben, weitere Staatenlose befinden.

Wie geht es den verletzten Kindern und ihren Angehörigen? Der Bund führt dazu keine Bilanz. Das Universitätsspital Genf teilt mit, dass es Anfang Mai noch 16 Kinder und Jugendliche aus dem Gazastreifen ambulant betreute. Gegenüber dem italienischsprachigen Radio und Fernsehen der Schweiz sagte die Tante der achtjährigen Jena: «Wir sind froh, dass sie hier in der Schweiz eine gute Behandlung erhält. In Gaza wollten die Ärzte ihr den Fuss amputieren, und wir haben das nicht akzeptiert.» Nach einer Behandlung im Kinderspital in Bellinzona könne Jena nun wieder laufen, sie habe an Gewicht zugenommen und auch ein bisschen Italienisch gelernt. (aargauerzeitung.ch)

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31 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Miimiip! aka Roadrunn_er
16.05.2026 18:33registriert Juli 2018
Man hätte mit dem Geld, welches alles gekostet hat, vor-Ort massiv mehr Kindern helfen können. Zudem wären alle in einer Umgebung in der ihre Sprache gesprochen wird und ihre ‚Gebräuche, Feiertage, etc.‘ besser zuhause als in einem fremden Land und Umgebung.
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FaktenImFondue
16.05.2026 19:28registriert Oktober 2025
Das war ja so klar. Erst heisst es, so kommen nur für die Behandlung in die Schweiz, nun wird man sie nie wieder los.
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Chaschtle
16.05.2026 21:03registriert Januar 2023
Es war und ist richtig und wichtig zu Helfen.
Es ist aber alarmierend wie dreist offensichtliches verschwiegen wird um eine mögliche Opposition klein zu halten.
Ich benutze nicht gerne Superlative aber es war von Anfang an klar das 100% ein Asylgesuch stellen werden und es war auch zu 100% klar das man diese Menschen nicht zurück schicken kann.
Diese zunehmende intransparenz geht mir gegen den Strich.
Die Mehrheit unserer Politiker sind nicht Integer. Für jedes noch so kleine Thema wird politisiert nur nicht für eine nachhaltige Zukunft dieser Nation. Aber mit direkter Demokratie prahlen
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