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Israel

Die vollen Lager im Gazastreifen begünstigen Ausbreitung von Parasiten

Des enfants marchent parmi les abris de fortune destinés aux Palestiniens déplacés à Khan Younès, dans le sud de la bande de Gaza, le 18 avril 2026.
Kinder laufen am 18. April 2026 zwischen den Notunterkünften für vertriebene Palästinenser in Khan Yunis im Süden des Gazastreifens umher.bild: BASHAR TALEB / AFP

«Meine Kinder wurden gebissen» – Vertriebene erzählen aus Gazas Lagern

In den völlig überfüllten Lagern im Gazastreifen breiten sich Ratten, Flöhe und andere Parasiten rasant aus – und verschärfen die ohnehin schon dramatische Gesundheitslage.
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25.04.2026, 18:4825.04.2026, 19:10
team afp, Khan Younès, Territoires palestiniens

In den dicht gedrängten Lagern für Vertriebene in Gaza, wo Tausende Menschen ohne genügend Wasser und sanitäre Anlagen ausharren, breiten sich Ratten, Flöhe und andere Parasiten ungehindert aus. Das verschärft das Elend einer Bevölkerung, die nach über zwei Jahren Krieg ohnehin völlig erschöpft ist.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP, die von unseren Kolleginnen und Kollegen von Watson Actu übernommen wurde. watson hat den Text für die Deutschschweiz übersetzt. Die zitierten Gespräche wurden gemäss AFP in Khan Younès im Gazastreifen geführt.

Palästinenser, die gezwungen sind, in notdürftigen Unterkünften zu leben, berichten von einer regelrechten Plage durch Ungeziefer. Hilfsorganisationen warnen: Mit steigenden Temperaturen wird das zunehmend zur ernsten Gefahr für die öffentliche Gesundheit. Mohammed al-Raqab, ein Vertriebener, der in einem Zelt nahe Khan Younès im Süden des Gazastreifens lebt, erzählt:

«Ich habe sehr unter Wieseln und Mäusen gelitten. Meine Kinder wurden gebissen. Einer meiner Söhne wurde sogar in die Nase gebissen.»

Der 32-jährige Bauarbeiter, der ursprünglich aus Bani Suheila stammt, erzählt weiter:

«Ich kann nachts nicht schlafen, weil ich ständig über meine Kinder wachen muss.»

In den provisorischen Lagern direkt am Meer haben Nagetiere leichtes Spiel: Sie graben Gänge in den Sand, unter den Zeltwänden hindurch, und gelangen so in improvisierte Küchen und notdürftig eingerichtete Vorratslager.

Bedingungen begünstigen Krätzebefall

Fast die gesamte Bevölkerung von Gaza wurde durch israelische Evakuierungsbefehle und Luftangriffe vertrieben – im Zuge des Kriegs gegen die Hamas, der durch den beispiellosen Angriff der palästinensischen islamistischen Gruppe auf Israel im Oktober 2023 ausgelöst wurde.

Laut den Vereinten Nationen leben rund 1,7 Millionen Menschen der Gesamtbevölkerung von über 2 Millionen im Gazastreifen weiterhin in Lagern. Sie können nicht in ihre Häuser zurückkehren oder befinden sich in Gebieten, die unter israelischer Militärkontrolle stehen. Das gilt trotz der fragilen Waffenruhe, die im Oktober 2025 in Kraft trat.

In diesen Einrichtungen «sind die Lebensbedingungen geprägt von einem Befall durch Ungeziefer und Parasiten», erklärte das Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten nach mehreren Vor-Ort-Besuchen im März.

Une fillette palestinienne tient un parapluie pour se protéger de la pluie dans un camp de fortune à Khan Younès, dans la bande de Gaza.
Ein palästinensisches Mädchen hält einen Regenschirm hoch, um sich in einem provisorischen Lager in Khan Yunis im Gazastreifen vor dem Regen zu schützen.bild: Imago

Im Al-Aqsa Hospital im Zentrum des Gazastreifens erklärt Hani al-Flait, Leiter der Kinderabteilung, dass sein Team täglich mit Fällen von Hautinfektionen konfrontiert ist, darunter auch Krätze.

Diese Fälle sind umso schwerwiegender, «weil diese Kinder und ihre Familien unter miserablen Bedingungen leben, ohne grundlegende sanitäre Einrichtungen und ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser», sagt er und fügt hinzu:

«Dazu kommt der Mangel an geeigneten Behandlungsmethoden.»

Eine alarmierende Gesundheitslage

Sabreen Abou Taybeh, deren Sohn an einer Infektion leidet, die an Windpocken erinnert, sagt verzweifelt:

«Wir leben in Zelten und in Schulen, die von Abwasser überschwemmt sind.»

Während sie die roten Flecken zeigt, die Brust und Rücken des kleinen Jungen bedecken, fährt sie fort:

«Ich habe ihn zu Ärzten und ins Krankenhaus gebracht, aber sie können nichts tun. Der Ausschlag bleibt bestehen.»

Ghalia Abou Selmi erzählt, dass sie jeden Tag gegen Mäuse kämpfen muss. Sie haben den Schmuck ruiniert, den sie für die Hochzeit ihrer Tochter vorbereitet hatte – «eine echte Katastrophe».

Was die Flöhe betrifft, «verursachen sie Hautallergien, nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen», sagt die 53-Jährige, während sie in dem Zelt, das ihr inzwischen als Zuhause dient, löchrige Kleidung sortiert.

Ihre Familie, erzählt sie, wurde seit Oktober 2023 bereits 20-mal vertrieben und ist bis heute nicht in ihr Zuhause zurückgekehrt, in die Stadt Abasan al-Kabira nahe der Grenze zu Israel.

Un camp de déplacés, à Khan Younès.
Ein Flüchtlingslager in Khan Yunis.bild: Imago

Zahlreiche Engpässe

Trotz der Waffenruhe kontrolliert Israel weiterhin alle Zugänge nach Gaza mit strengen Kontrollen und häufigen Ablehnungen von Hilfslieferungen, wie NGOs und die Vereinten Nationen berichten. Die Folge: Es fehlt an allem – von Medikamenten über Treibstoff bis hin zu Kleidung und vor allem auch Lebensmitteln.

Luftangriffe und Schusswechsel zwischen der israelischen Armee und dem, was sie als Hamas-Kämpfer bezeichnet, finden weiterhin fast täglich statt.

Laut dem Gesundheitsministerium des Gebiets, das unter der Kontrolle der Hamas steht, wurden seit Beginn der Waffenruhe mindestens 777 Menschen durch die israelische Armee getötet.

Israel meldet seinerseits fünf Soldaten, die im gleichen Zeitraum im Gazastreifen getötet wurden.

Malgré le trêve, les frappes israéliennes continuent de faire des morts.
Trotz des Waffenstillstands fordern die israelischen Luftangriffe weiterhin Todesopfer.bild: EYAD BABA / AFP
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Zwei Jahre Gaza-Krieg
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Zwei Jahre Gaza-Krieg

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38 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Rannen
25.04.2026 19:08registriert Januar 2018
Schande was der Kriegsverbrecher Netanyahu angerichtet hat, es rechtfertigt auch nicht als Reaktion auf was Hamaz angerichtet hat
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Touché
25.04.2026 19:24registriert Februar 2019
Traurig dieses Thema...!

Aber Hey. Bald wird ja der neue Ballsaal erbaut und der grandiose Triumphbogen.
Sollten wir uns nicht zuerst auf das konzentrieren? Es wird fantastisch.
Das hat die Welt nicht nie gesehen?
Es wird nur noch fantastisch.
Alle gratulieren uns und spenden wie verückt ... weil es einfach so fantastische ist! Wir machen nur fantastische Sachen.
Nur ich mache die Sachen zu denjenigen - wo jetzt so hervorragend und so fantastisch sind wie es noch keiner davor gesehen hat ...!

Mir kehrt es gleich den Magen. 🤢🤮
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