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Jeder Pokerspieler weiss: Auch mit zwei Assen kann man noch verlieren. bild: shutterstock/watson

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Gelingt Barça mit Neymar und Griezmann der grosse Coup oder verpokern sich die Katalanen?

Der FC Barcelona will im Sommer nochmals kräftig aufrüsten und für die Offensive Neymar und Antoine Griezmann verpflichten. Das kann sehr gut gehen, birgt aber auch einige Gefahren. Eine Analyse.



Die Tradition der Holländer begann beim FC Barcelona in den 70er-Jahren mit Rinus Michels und seinem «totalen Fussball». Sein damaliger Spieler und Landsmann Johan Cruyff sollte ihn exakt 10 Jahre später beerben. Fussball-Experten sind sich einig, dass der 2016 verstorbene Cruyff das Werk seines Landsmannes Michels so perfektionierte, dass es noch heute die Grundlage für den modernen Angriffsfussball stellt.

Die Holländer sind seither – auch dank zahlreichen weiteren Klublegenden wie Johan Neeskens, Ronald Koeman, Patrick Kluivert oder den De-Boer-Brüdern – beim FC Barcelona mit starken Emotionen verbunden. So planten die Katalanen auf die neue Saison die Rückkehr zu bewährt starken Holländern als Pfeiler ihrer Mannschaft. Passend, dass Ajax Amsterdam mit seinem Sturmlauf in den Champions-League-Halbfinal eine breite Palette an starken Holländern präsentierte.

epa07599034 Dutch national soccer team players (L-R) Frenkie de Jong, Matthijs de Ligt, and Daley Blind attend their team's training session in Zeist, Netherlands, 25 May 2019, prior to the upcoming UEFA Nations League Finals.  EPA/REMKO DE WAAL

De Jong (links) und De Ligt (Mitte) spielen wohl künftig nur noch in der Nationalmannschaft zusammen. Bild: EPA/ANP

Mit Frenkie de Jong konnte «Barça» das Herzstück aus dem Ajax-Mittelfeld bereits im Januar für 75 Millionen Euro verpflichten. Sein Teamkollege Mathijs de Ligt sollte folgen, der Innenverteidiger ist mit seiner überragenden Spieleröffnung prädestiniert für die Spielphilosophie des FC Barcelona. Der Transfer von De Ligt schien bereits fix, doch Berater Mino Raiola war mit dem gebotenen Gehalt nicht zufrieden und presst stattdessen die Zitrone bei Juventus komplett aus, um seinem Schützling ein Jahressalär von 12 Millionen Euro zu ermöglichen.

Eine Forderung, bei welcher der FC Barcelona ausstieg und seine Taktik auf dem Transfermark anpasste. Schliesslich spart man die geschätzte Ablösesumme von 80 Millionen und der Bedarf in der Innenverteidigung ist eigentlich noch nicht so gross. Zwar wird irgendwann ein Nachfolger für den 32-jährigen Gerard Piqué notwendig, mit Clement Lenglet (24) und Samuel Umtiti (25) hat Barcelona jedoch schon zwei sehr starke Innenverteidiger. Zudem wartet der talentierte Jean-Clair Todibo (19) auf Einsatzminuten.

Barcelona hat nun offenbar auf Plan B umgestellt. Sie wollen mit Antoine Griezmann und Neymar gleich zwei absolute Topstars für die Offensive verpflichten. Im Sturm hat Barça zwar schon ein Quintett der Superlative: Ousmane Dembélé, Philippe Coutinho, Lionel Messi, Luis Suarez und Malcom bringen es zusammen auf einen Marktwert von 430 Millionen Euro. Doch so richtig zufrieden ist man in Barcelona vor allem mit dem Duo Coutinho/Malcom nicht und auch Ousmane Dembélé ist wegen seinen ständigen Eskapaden nicht über alle Zweifel erhalten.

Barcelona forward Philippe Coutinho is substituted by Barcelona forward Ousmane Dembele during the Champions League quarterfinal, second leg, soccer match between FC Barcelona and Manchester United at the Camp Nou stadium in Barcelona, Spain, Tuesday, April 16, 2019. (AP Photo/Joan Monfort)

Dembélé und Coutinho konnten bei Barcelona bisher nicht restlos überzeugen. Bild: AP/AP

Es sollen also Griezmann und Neymar kommen – werden tatsächlich beide verpflichtet, ist das nicht nur finanziell ein All-in. Denn beide Spieler bringen neben ihren unbestrittenen Qualitäten auch einige Gefahren mit sich und könnten deshalb als Flop enden.

Antoine Griezmann

Seinen Abgang bei Atlético Madrid hat er bereits verkündet. Als neuer Verein für den französischen Weltmeister scheint der FC Barcelona in der Pole-Position. Seine Ausstiegsklausel beträgt aktuell noch 200 Millionen Euro, am 1. Juli wird diese vertraglich geregelt jedoch auf 120 Millionen fallen. Es gilt als wahrscheinlich, dass Barcelona dann zuschlagen wird.

epa07635777 France's Antoine Griezmann in action during the UEFA Euro 2020 qualifier Group H soccer match between Turkey and France in Konya, Turkey, 08 June 2019.  EPA/SEDAT SUNA

Mit Frankreich wurde Griezmann 2018 Weltmeister. Auf Klub-Ebene fehlt der ganz grosse Erfolg noch. Bild: EPA/EPA

Chancen:

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Die Fans träumen bereits vom neuen Super-Trio. Video: YouTube/SEN31

Gefahren:

Neymar

Der 27-jährige Brasilianer fühlt sich in Paris nicht mehr richtig wohl. Dass er in der Liga nicht gefordert wird, dürfte ihn langweilen, dass in der Champions League zweimal im Achtelfinal Endstation war, nerven. Neymar hat wohl mittlerweile realisiert, dass es mit PSG deutlich schwieriger wird, den Henkelpott zu gewinnen, als es dies mit Barcelona war. Des Weiteren hat ihm in Paris Kylian Mbappé etwas den Rang abgelaufen. Nun steht der Superstar angeblich vor einer Rückkehr zu Barça. Klar ist, Neymar wird teuer. PSG soll 300 Millionen Euro gefordert haben, heisst es. Spekuliert wird auch über eine Ablöse von 100 Millionen Euro plus Coutinho obendrauf. Auch andere Deals, in denen unter anderem Ivan Rakitic eingebunden wird, machten in den Medien bereits die Runde.

FILE - In this Sunday, Jan. 11, 2015 file photo, FC Barcelona's Lionel Messi, right, Neymar, center, and Luis Suarez, celebrate after scoring against Atletico Madrid during a Spanish La Liga soccer match at the Camp Nou stadium in Barcelona, Spain. Barcelona said, Wednesday, Aug. 2, 2017, Neymar's 222 million euro ($262 million) release clause must be paid in full if the Brazil striker wants to leave. (AP Photo/Siu Wu, File)

Ist das Trio um Suarez, Neymar und Messi bald wieder vereint? Bild: AP/AP

Chancen:

Gefahren:

Werden Coutinho und Malcom (oder sogar Dembélé) in diesem Sommer verkauft, dann ist es ein klares Statement von Barcelona: Wer nicht sofort performt, hat keine Zukunft und wird weitergereicht. Ob diese hohe Fluktuation förderlich ist, sei dahingestellt.

Der FC Barcelona steht auf jeden Fall vor einem wegweisenden Sommer. Die Qualitäten von Neymar und Griezmann sind unbestritten. Es wäre die auf dem Papier wohl beste Offensive der Fussball-Geschichte, dazu hat man sich mit Frenkie de Jong im Mittelfeld ja bereits sehr gut verstärkt und auch die Verteidigung ist ohne De Ligt grundsätzlich stabil.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tooto 27.06.2019 09:05
    Highlight Highlight Schon krass, wir reden oft von den neureichen Vereinen, aber wie viel Kohle Barcelona in den letzten Jahren ausgegeben hat ist schon unglaublich. Der Ertrag war dafür ziemlich bescheiden.
  • Theageti 27.06.2019 01:36
    Highlight Highlight zu viele Köche verderben den Brei...
  • Hans Jürg 27.06.2019 00:14
    Highlight Highlight Neymar wird nach eindm neuen System bezahlt werden. Das System wurde von den Schweizer Krankenversicherungen abgeschaut. Wie die Spitäler bekommt er ab jetzt jeweils eine Fall-Pauschale.
  • JoeyOnewood 26.06.2019 23:57
    Highlight Highlight Ich finde, der Elefant im Raum wird hier wieder einmal nicht angesprochen: Messi ist 32. Ein solcher Topspieler - gerade für einen spezifischen Verein - wird nicht über Nacht geboren. Barca muss daher ein Leben nach ihm sorgfältig planen.

    Und hier sehe ich die grosse Krux. Will Messi bis 36 eine prägende Figur in diesem Klub mit entsprechender Einsatzzeit und Privilegien spielen, sind die meisten dieser potentiellen Transfers für die Katz. Denkt er langsam ans kürzertreten und allenfalls auch über einen Wechsel im Sommer 2020 nach, kann auch der Transfer von Griezmann durchaus sinnvoll sein.
    • fandustic 27.06.2019 08:14
      Highlight Highlight Sehe ich ähnlich, Messi und Suarez sind beide 32. Klar wollen die wahrscheinlich immer spielen, aber ist es den nötig am Wochenende den Trip nach Eibar zwingend mitzumachen, oder wäre es in diesem Alter nicht auch mal was die Füsse hochlegen zu können?! Von daher macht ein Griezmann auch Sinn, den sei Spielstil ist doch recht ähnlich zu Messi, er kennt die Liga in und auswendig und vom spielerischen her wird er so oder so keine Probleme haben sich ins Team einzufügen. Ich widerhole mich, aber Griezmann wäre geil wenn er kommt.
  • Mike Minder 26.06.2019 23:48
    Highlight Highlight Griezmann in Barca... never ... Arbeiter bei einem Starensemble? Das wird nicht gut kommen... lass mich gerne positiv überraschen. Denke aber nicht. Wird wie Dembele untergehen an den Erwartungen an ihn.
  • Birdie 26.06.2019 21:04
    Highlight Highlight Als Barcelona Fan will ich maximal einen, sicher nicht beide. Griezmann finde auch ich eher unpassend, Neymar hingegen wäre sportlich top, aber er ist mir unsympathisch und bringt Unruhe, deswegen fände ich am Besten keiner der zwei würde kommen.

    De Ligt wäre super gewesen, aber wenn ein knapp 20-jähriger mehr verdienen will wie Ramos bei Real verdient, dann muss man klar nein sagen. Sonst kommen dann alle älteren Spieler und wollen auch mehr.

    Persönlich würde ich wenig umstellen. Coutinho verkaufen und einen billigeren Ersatz + Jugendspieler holen und Barça bleibt konkurenzfähig.
    • icarius 26.06.2019 21:45
      Highlight Highlight Ich bin bei jedem Punkt voll und ganz deiner Meinung. Das passiert mir nicht jeden Tag 😀
    • Mizo 28.06.2019 10:34
      Highlight Highlight Geht mir genau so 😊
  • fandustic 26.06.2019 20:47
    Highlight Highlight Griezmann ist wohl auf sicher. Ich denke nicht, dass er Spanien verlassen will. Er lebt dort seit 14 Jahren, ist mit einer Spanierin verheiratet...der geht nirgends hin ausserhalb Spanien. Als Spieler finde ich ihn Klasse. Wäre richtig geil wenn er zu Barça käme und auf der Seite kann er es auch spielen, ist sehr flexibel einsetzbar, kein Problem von daher. Neymar...na ja, müsste nicht sein. Fussballerisch klar, überragend auf links...aber alles andere...ne, muss auch ohne gehen. Mir persönlich gefällt Malcom, nur hat er nie eine echte Chance erhalten bei Barça. Coutinho darf gerne gehen👋🏻
  • Baron von Eberstein 26.06.2019 20:42
    Highlight Highlight Neymar ja- bin definitiv kein Fan von ihm aber bei Barca gefiel er mir weil er spielerisch überzeugte und nicht nur jammerte.
    Griezman ist mir deutlich sympathischer aber ich seh es nicht wie er da funktionieren soll.
    Das erwähnte Beispiel von Messi/Dybala ist sehr zutreffend. Griezman bei Bayern fände ich interessant. Lewandowski/Griezman könnte viel
  • Elpampa 26.06.2019 20:03
    Highlight Highlight Ich glaube, dass könnte ein spannendes Wochenende werden. Gewisse Transfers werden jetzt noch abgeschlossen, um für das FFP noch ins alte Jahr zu rutschen.

    Irgendwie lässt mich das Gefühl nicht los, dass die Bayern noch was mit Griezmann am Hut haben...
    • fandustic 26.06.2019 20:50
      Highlight Highlight Bayern müsste da aber die 120 Mio. stemmen...und das wollen sie ja nicht. Daher, Griezmann zu Barça für 120 Mio. und Joao Felix zu Atletico für 120 Mio.
  • Couleur 26.06.2019 19:38
    Highlight Highlight Ich war ein grosser Fan des FC Barcelona in den 90er Jahren zur Zeiten der "Holländischen Welle". Die gastierten seinerzeit gar für ein Freundschaftsspiel gegen den "Rekordmeister" im alten Hardturm. Das waren noch Zeiten. Heute ist mir dieser Verein extrem unsympathisch geworden. Und Karma zahlt es ihnen doppelt und dreifach zurück. Sowohl bei Dembele wie auch Coutinho die Spieler zum Streiken angehalten. Barcelona bekam, was sie verdienten...Und mein Herz haben sie mit solchem Gebaren auch längst verloren.
  • losloco 26.06.2019 19:35
    Highlight Highlight Griezman und Barcelona.....passt nicht! Neymar hat andere Probleme und wird wie eine verwelkte Blume untergehen. Somit wird diese Pokerrunde zum Rohrkrepierer.

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