Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Arbeitslosenquote schnellt hoch – Jugendliche und Ausländer besonders betroffen



Der Schweizer Arbeitsmarkt trägt im März die ersten Spuren der Coronakrise. Die Arbeitslosenquote beziffert das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag auf 2,9 Prozent nach 2,5 Prozent im Februar.

Um saisonale Faktoren bereinigt lag die Quote bei 2,8 Prozent. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Ökonomen hatten im Vorfeld in etwa mit solchen Werten gerechnet.

Insgesamt waren Ende März 135'624 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) arbeitslos gemeldet. Das waren 17'802 mehr als noch im Vormonat.

Jugendarbeitslosigkeit steigt

Derweil beziffert das Seco die Arbeitslosenquote bei den Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) auf 2,8 Prozent, was über den 2,3 Prozent des Vormonats liegt. Bei den älteren Arbeitslosen stieg sie leicht auf 2,7 von 2,5 Prozent an. Die Quote bei den Ausländern erhöhte sich im März auf 5,2 Prozent (4,6%), bei den Schweizerinnen und Schweizern auf 2,1 Prozent (1,8%).

Weiter hat das Seco im Berichtsmonat 213'897 Stellensuchende gezählt, das waren 23'498 mehr als im Vormonat. Die Zahl der als offen gemeldeten Stellen nahm um 6'679 ab auf 31'472. Davon unterlagen 18'308 Stellen der im Juli 2018 eingeführten Stellenmeldepflicht für Berufsarten mit einer bestimmten Arbeitslosenquote. Seit Januar 2020 gilt neu ein Schwellenwert von 5 Prozent, zuvor lag er noch bei 8 Prozent.

Die Zahl der Menschen, welche im Verlauf des Monats Januar 2020 ihr Recht aus Arbeitslosenentschädigung ausgeschöpft hatten und ausgesteuert wurden, beziffert das Seco auf 2'905.

570'000 Anträge auf Kurzarbeit

Mit Spannung erwartet wurden zudem die neuesten Zahlen zur Kurzarbeit. Hier liegen allerdings aktuell erst einmal nur die Januar-Daten vor. Laut Seco waren im Januar 2020 3'717 Personen davon betroffen, was gegenüber dem Vormonat Dezember einer Zunahme um gut 13 Prozent entspricht.

Die Zahl der betroffenen Betriebe lag bei 178 und damit um 26 über dem Dezember-Wert. Die Zahl der ausgefallenen Arbeitsstunden wird mit 189'157 Stunden angegeben, was um 34'622 Prozent über dem Vormonat liegt.

Ende März hatte der Seco-Leiter Boris Zürcher indes mitgeteilt, dass die Gesuche für Kurzarbeit in die Höhe geschnellt sind. Aktuell lägen dem Seco 570'000 Anträge auf Kurzarbeit vor. Das entspreche rund 11 Prozent der Erwerbstätigen. Die Anträge stammten von 42'000 Unternehmen. Nur einen Tag später bezifferte Wirtschaftsminister Guy Parmelin die Zahlen auf 51'000 Unternehmen und rund 656'000 Erwerbstätige.

Kurzarbeit gilt als ein Instrument gegen die sonst drohenden Massenentlassungen. Entsprechend ist der Hauptzweck dieser Massnahme, Arbeitsplätze zu erhalten.
(awp/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Diese Promis, Sportler und Politiker haben das Coronavirus

«Bitte bleibt Zuhause!» - Appell einer Krankenschwester an die gesamte Bevölkerung

Play Icon

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • BerriVonHut 07.04.2020 13:33
    Highlight Highlight Es wird noch ein Generationen-Konflikt entstehen. Die Jungen müssen jetzt zuhause bleiben, erleiden Verluste, haben keine Reserven, für die Boomer, welche mit Ihren fetten Konten sich das leiten können. Nicht mehr lange und es wird daher gehen, dass die Alten zuhause bleiben müssen und der Rest wieder arbeiten (muss) kann.
  • Rethinking 07.04.2020 11:31
    Highlight Highlight Kurzarbeit oder die sonst drohenden Entlassungen sollten aktuell nur erlaubt sein, wenn die Existenz des Unternehmens bedroht ist...
    • blueberry muffin 07.04.2020 14:53
      Highlight Highlight Sozialistisches Geschwätz! ;)
  • Franci_bau 07.04.2020 08:34
    Highlight Highlight Hoffentlich wird es nicht der US-Weg sein. Über 6 Mio. Arbeitslosenansprüche bereits beantragt https://tradingeconomics.com/united-states/jobless-claims
    • blueberry muffin 07.04.2020 14:55
      Highlight Highlight Falsch, es waren 6 Mio. neue Anträge in einer Woche. Die Woche davor, 3 Mio.

      2 Rekordwochen.

Heikle Allianz: Cassis will Privatwirtschaft verstärkt für Entwicklungsarbeit einspannen

Bundesrat Ignazio Cassis strebt eine engere Verflechtung von Entwicklungszusammenarbeit und Privatwirtschaft an. Dabei kommen für den Bund auch Unternehmen wie Nestle, Tabakfirmen und Rohstoffkonzerne in Frage.

Nestle steht seit Jahren in der Kritik, Grundwasser auf eine solch vehemente Art und Weise zu fördern, dass den Menschen in den jeweiligen Regionen kein Trinkwasser mehr zur Verfügung steht. Internen Dokumenten zufolge, die dem Tages-Anzeiger vorliegen, ist der Bund eine strategische Partnerschaft mit Nestle eingegangen – ausgerechnet im Bereich Trinkwasser und Entwicklung.

Immer wieder sorgen Berichte über den Nahrungsmittelkonzern Nestle für Schlagzeilen. Besonders scharfer Kritik ausgesetzt …

Artikel lesen
Link zum Artikel