Gesellschaft & Politik
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Sommarugas Asyl-Flop und Falschinfos zu Impfungen – das schreiben die Sonntagszeitungen



Schlecht informiert über Impfungen

Über die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ist laut der «NZZ am Sonntag» über das Impfen falsch informiert. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine noch unveröffentlichte, repräsentative Umfrage der Universität Lugano im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit BAG. Demnach glaube nur eine Minderheit etwa sachlich korrekten Aussagen wie «das Immunsystem wird durch mehrere Impfungen nicht belastet».

Auch stimmten rund elf Prozent der nachweislich falschen Aussage zu, dass Impfungen etwa Krankheiten wie Autismus, multiple Sklerose und Diabetes auslösen könnten. Die Skepsis der Bevölkerung werde zudem durch radikale Impfgegner genährt, die den Diskurs auf Internetplattformen dominierten. Dazu käme, dass solche Inhalte von Suchmaschinen priorisiert würden.

Asyl-Flop von Bundesrätin Sommaruga

Die von Bundesrätin Simonetta Sommaruga noch als Justizministerin initiierte Überprüfungsaktion von vorläufig aufgenommenen Eritreern hat laut der «SonntagsZeitung» so gut wie nichts gebracht. Das Staatssekretariat für Migration SEM habe mittlerweile die Akten von 2400 der 3200 betroffenen Eritreer überprüft. Aber nur in 14 Fällen habe die Behörde das Bleiberecht entzogen.

ARCHIV -- ZUM TAGESGESCHAEFT DER FRUEHJAHRESSESSION AM MONTAG, 4. MAERZ 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES THEMENBILD ZUR VERFUEGUNG -- 
Bundesraetin Simonetta Sommaruga, Mitte, sitzt unter Asylsuchenden aus Sri Lanka, Eritrea und Somalia in der Asylunterkunft Eschenhof, waehrend dem Workshop

In 14 Fällen wurden Eritreer das Bleiberecht entzogen. Bild: KEYSTONE

Es gebe verschiedene Faktoren, die einen Rückreisebefehl unzumutbar machten, verteidigte ein Behördensprecher das Vorgehen gegenüber der Zeitung. Unter anderem sorge die fortgeschrittene Integration dieser Menschen für ein Bleiberecht.

Die «NZZ am Sonntag» berichtet zudem, dass das SEM im vergangenen Jahr 40 anerkannten Flüchtlingen das Asyl entzogen habe, weil sie in ihr Heimatland gereist waren. Die meisten Betroffenen würden aus Vietnam stammen. Es gebe auch Fälle mit Eritrea und dem Irak. Die Schweizer Behörden wüssten unter anderem von den Heimatreisen der Flüchtlinge, weil die Fluggesellschaften ihnen Passagierdaten übermitteln müssten.

Ausschaffungen in Kriegsgebiete

Die Schweiz führt laut dem «SonntagsBlick» wieder Ausschaffungen in Kriegsgebiete durch. Die Zeitung beruft sich dabei auf ein internes Papier aus dem Staatssekretariat für Migration SEM. «Nach fast zweijähriger Blockade konnte im März 2019 erstmals wieder eine polizeilich begleitete Rückführung durchgeführt werden», hiess es darin. Auch nach Somalia sei dem SEM im November wieder die polizeiliche Rückführung eines Asylbewerbers gelungen - zum ersten Mal seit Jahren.

Die Schweiz zähle auf europäischer Ebene zudem zu den effizientesten Ländern beim Wegweisungsvollzug, rühmte sich das SEM in besagtem internen Papier. 56 Prozent der abgewiesenen Asylbewerber würden in ihr Herkunftsland zurückgeschafft. Der EU-Durchschnitt liegt aber lediglich bei 36 Prozent.

Deutschland will, das Schweiz deutsche Kampfjet kauft

Die deutsche Regierung setzt sich laut den Zeitungen «Ostschweiz am Sonntag» und «Zentralschweiz am Sonntag» dafür ein, dass die Schweiz sich für den Kauf von Eurofighter-Kampfjets von Airbus entscheidet. Dazu sei sie bereit, im Bereich Infrastruktur oder Energie zusammenzuarbeiten.

Die Zeitungen schreiben, dass dazu etwa das Anflugregime im Flughafen Zürich sowie der Neat-Anschluss in der Oberrhein-Ebene gehörten. Dies seien alles ungelöste, bilaterale Streitpunkte, die offenbar mit der Anschaffung von Kampfjets verknüpft werden sollen.

Schweizer Politiker kritisierten in den Zeitungen umgehend die Vorgehensweise und bezeichneten solche Geschäfte etwa als Kuhhandel. Ausserdem meldet die «SonntagsZeitung», dass bei der Beschaffung der F/A-18-Kampfjets vor rund dreissig Jahren auf wichtige Tests verzichtet worden sei. Die Verantwortlichen hätten daher Vibrationen und ihre Wirkungen auf das Material unterschätzt. Zwar hätten sie erkannt, dass die Jets in der gebirgigen Topografie der Schweiz stärker belastet werden würden, als es der Hersteller vorgesehen hatte und verbauten daher an einigen Stellen Titan statt Aluminium. Trotzdem haben die Flugzeuge viel früher als erwartet Ermüdungserscheinungen aufgewiesen - verursacht unter anderem durch Vibrationen.

Anzeigen von Schwarzarbeit auf Rekordhoch

In der Schweiz wurden laut der «NZZ am Sonntag» im vergangenen Jahr mehr als 1800 Arbeitgeber verzeigt, weil sie ausländische Schwarzarbeiter angestellt hatten. Dies seien so viele wie noch nie in den vergangenen zehn Jahren. Die rund 1800 Verzeigungen entsprächen einem Anstieg von fast zehn Prozent gegenüber dem Jahr 2017 und von mehr als sechzig Prozent gegenüber dem Jahr 2009.

ZUM BERICHT DER SECO UEBER DIE EU-ZUWANDERUNG UND DEN DAMIT VERBUNDENEM WIRTSCHAFTSWACHSTUM STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Ein Bauarbeiter geht seiner Arbeit nach, auf einer Baustelle in Kloten, am Donnerstag, 12. Juli 2012. Die Personenfreizuegigkeit mit der EU hat wesentlich zum Beschaeftigungswachstum in der Schweiz beigetragen. Laut des neusten Berichts des Staatssekretariats fuer Wirtschaft (SECO) kann rund die Haelfte des Zuwachses mit der Zuwanderung in Verbindung gebracht werden.

Auf Baustellen ist Schwarzarbeit besonders verbreitet. symbolBild: KEYSTONE

Die Zahl der verzeigten Schwarzarbeiter stieg im Betrachtungszeitraum zudem um mehr als zwanzig Prozent. Eine Ursache für die Zunahmen könnten vermehrte Kontrollen der Behörden sein, hiess es. Daneben gäbe es aber auch Anzeichen, dass mehr Arbeitgeber ausländische Schwarzarbeiter systematisch anwerben würden.

Immer mehr dicke Senioren

Laut der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» plant der Bund für Senioren künftig Ernährungsempfehlungen abzugeben. Als Hauptgrund dafür geben die Zeitungen an, dass immer mehr Schweizer fettleibig seien. Zwar nahm laut der aktuellen Gesundheitsbefragung des Bundes die Adipositas bei Kindern zuletzt ab - hingegen legte die Generation von über 75 Jahren bei der Erkrankung deutlich zu.

Jeder achte Senior sei derzeit fettleibig - bei der ersten Erhebung vor 25 Jahren sei es noch jeder 15 Betagte gewesen. In den Daten fänden sich als mögliche Gründe chronischer Alkoholkonsum und ein zu geringer Verzehr von Gemüse sowie Früchten. Die Eidgenössische Ernährungskommisson (EEK) komme zu dem Schluss, dass die Zahl von übergewichtigen Senioren weiter steigen werde. Daher wolle die EEK im Mai konkrete Ernährungsempfehlungen für ältere Menschen publizieren.

Stimmrechtsberater nehmen Einfluss

Der Stimmrechtsberater ISS, der auf Generalversammlungen starken Einfluss geniesst, kassiert laut der «SonntagsZeitung» doppelt bei den Banken. ISS berate nämlich nicht nur Aktionäre, sondern sei gleichzeitig ein Geschäftspartner von Banken. Die Geldhäuser kauften nämlich ISS auch Servicetools ab. Das Unternehmen berate Banken zudem - etwa in der Frage, wie sie den Vergütungsbericht formulieren können, dass er eher angenommen werde.

ISS weist gegenüber der Zeitung den Vorwurf der Befangenheit weit von sich und schreibt, es gebe eine strikte Trennung zwischen der Analysten-Abteilung und den Unternehmensberatern.

SRG verkauft Land an Swiss Life

Die SRG hat laut dem «SonntagsBlick» beim Verkauf eines Grundstücks an der Zürcher Hagenholzstrasse dem Versicherer Swiss Life den Vorzug gegeben, obwohl sich etwa auch die Stadt Zürich für die Immobilie interessierte. Die städtische Liegenschaftsverwaltung bestätigte der Zeitung, dass sie das Grundstück als strategische Landreserve in einem Entwicklungsgebiet habe erwerben wollen. Doch im Bieterverfahren habe die Stadt preislich nicht mithalten können. Das Angebot der Stadt habe bei 40 Millionen Franken gelegen. Der Swiss-Life-Konzern habe für das Areal dagegen 81 Millionen Franken und damit 12'717 Franken pro Quadratmeter auf den Tisch gelegt. (sda)

Die Flucht übers Mittelmeer

Was passiert mit den Tiger Kampfjets der Schweiz?

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21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • The Unseen Fenian Hand 21.04.2019 19:55
    Highlight Highlight Zu den dt. Kampfjets: Fliegen die auch?
  • Randy Orton 21.04.2019 13:25
    Highlight Highlight Watson, Griff in den rhetorischen Werkzeugkasten Köppels? Einen rechtsstaatlichen Prozess als „Asylflop Sommarugas“ zu bezeichnen ist ja wohl eher SVP-Jargon als Journalismus...
  • N. Y. P. 21.04.2019 11:25
    Highlight Highlight Titel Vorschlag : Deutschland will, dass das Schweiz deutsche Kampfjetten kauft
  • Mutbürgerin 21.04.2019 10:21
    Highlight Highlight Was bedeutet für das SEM fortgeschrittene Integration? Eritreer leben praktisch alle von Sozialhilfe.
    • Olmabrotwurst 21.04.2019 10:53
      Highlight Highlight So ein quatsch...
    • Ueli der Knecht 21.04.2019 14:08
      Highlight Highlight Es wäre besser, du würdest mal ein paar dieser Eritreer persönlich kennenlernen, Mutbürgerin. Dann würdest du vielleicht einsehen, dass deine Behauptung gar nicht stimmt, sondern vielmehr nur deine Vorurteile herauskehren, die offensichtlich auf Unwissenheit beruhen.
    • Olmabrotwurst 21.04.2019 19:01
      Highlight Highlight Merci Ueli
  • N. Y. P. 21.04.2019 09:35
    Highlight Highlight Deutschland will, das Schweiz deutsche Kampfjet kauft.

    Schweizer Politiker kritisierten in den Zeitungen umgehend die Vorgehensweise und bezeichneten solche Geschäfte etwa als Kuhhandel.

    ..sagen Politiker, die den Ober - Kuhandel AHV/Steuerreform durchboxen wollen.
    • supremewash 21.04.2019 16:30
      Highlight Highlight Da die Beschaffung von Kampfjets wohl ein notwendiges Übel bleibt und Gegengeschäfte bei solchen Rüstungsdeals dazu gehören, würde ich gerne sagen: "Lieber Infrastruktur als Waffen." ABER dass Deutschland "anbietet" sein eigenes (miserables) Bahnnetz als Gegenwert endlich auszubauen und europatauglich zu machen, ist nicht nur dreist sondern auch unglaubwürdig.
  • Fehler beim Bearbeiten der Anfrage vong OLAF her 21.04.2019 08:51
    Highlight Highlight Sommaruga wollte der SVP mit diesem Bericht aufzeigen, dass ihr Alarmismus für nichts ist. Der Bericht ist eher ein Flop für die Bürgerlichen.
    • sunshineZH 21.04.2019 08:59
      Highlight Highlight Hmm eher nicht. Wird Zeit, wenn die mal abdankt...
    • FrancoL 21.04.2019 10:07
      Highlight Highlight @Sun, weil sie mit dem Bericht untermauert, dass die ewigen Anwürfe der SVP keine Substanz haben? Du musst schon eine ganz eigene Denke haben.
    • reich&schön 21.04.2019 10:07
      Highlight Highlight Zeigt eher, dass unsere Asyl- und Migrationsgesetze viel zu lasch sind und dringend verschärft gehören.
      Vor allem die Volksverarschung mit den "vorläufig" Aufgenommenen gehört endlich gestoppt!
    Weitere Antworten anzeigen
  • dorfne 21.04.2019 08:40
    Highlight Highlight Warum soll das ein "Asyl-Flop" sein? 2400 der 3200 kritischen Dossiers wurden überprüft, der Rest wird auch noch erledigt. Ein Problem seh ich darin, dass die Polizei Ausweiskontrollen nur bei Verdacht auf ein Vergehen machen
    darf. Daher werden abgewiesene Untergetauchte häufig nicht entdeckt. Und dann kommt sofort das Killerargument vom "racial profiling." Auch ein Problem sind fehlende Rücknahmeabkommen mit den Herkunftsländern. Und viele Länder weigern sich neue Papiere für ihre Landsleute auszustellen, damit diese ausreisen können.
    • Corny 21.04.2019 10:30
      Highlight Highlight Ausweiskontrollen werden regelmässig und ohne Verdacht durchgeführt.
      Und wenn bei 2400 überprüften Dossier 14 neu beurteilt wurden, wobei das nicht heisst, dass diese Menschen auch rückgeführt wurden, ist der Aufwand wohl unverhältnismässig.
  • oliversum 21.04.2019 07:38
    Highlight Highlight Und warum titelt Ihr "Asyl-Flop"? Weil der Rechtsstaat eine Rückschaffung verbietet?
    • Jacky Treehorn 21.04.2019 08:18
      Highlight Highlight Weil man auch vorgängig zu diesem Schluss hätte kommen können, bevor man es medienwirksam in die Welt posaunt.
    • dorfne 21.04.2019 08:48
      Highlight Highlight Richtig. Aber der Rechtsstaat ist nur so gut, wir die Politiker, die ihn erschaffen haben und laufend weiter entwickeln. Gerechtigkeit und Rechtsstaat sind zwei paar Schuhe. Und leider schützt der Rechtsstaat vor allem Täter, die sich um diesen Rechtsstaat futieren.

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