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Bangladesch: Professor in Bangladesch von mutmasslichen Islamisten ermordet

24.04.16, 14:48

Auf offener Strasse ist ein Englisch-Professor in Bangladesch von mutmasslichen Islamisten ermordet worden. Rezaul Karim Siddique wurde in Rajshahi im Nordwesten des Landes auf dem Weg zur Bushaltestelle mit Macheten attackiert und getötet.

Nach Polizeiangaben trennten die Angreifer dem 58-jährigen Professor bei der Tat am Samstag fast den Kopf ab. Am Sonntagmorgen wurde ein 21-jähriger islamistischer Student der Rajshahi-Universität festgenommen, an der Siddique lehrte. Nach Polizeiangaben gehört der Verdächtige der Jugendorganisation der Jamaat-e-Islami an, der grössten islamistischen Oppositionspartei in Bangladesch. Nach weiteren Verdächtigen wurde gefahndet.

Siddique ist bereits der vierte Professor der Hochschule von Rajshahi, der von mutmasslichen Islamisten ermordet wurde. Zudem wurden fünf säkulare Blogger und ein Herausgeber bei mutmasslich von Extremisten verübten Angriffen getötet.

IS oder «einheimische» Islamisten

Zu dem Mord an Siddique bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Bangladeschs oberster Anti-Terror-Kämpfer Monirul Islam wies dies zurück und betonte, der IS existiere in Bangladesch nicht. Auch andere Ermittler sagten, die Tat sei von einheimischen Islamisten verübt worden.

Siddique hatte neben seiner Arbeit als Professor eine Musikschule geleitet, eine Literatur-Zeitschrift herausgegeben und eine Kulturgruppe geleitet - Aktivitäten, die von Islamisten verurteilt werden.

Hunderte Studenten und Universitätslehrer demonstrierten am Sonntag den zweiten Tag in Folge an der Universität von Rajshahi. Sie forderten einen besseren Schutz für Hochschullehrer. «Wenn ein harmloser und unschuldiger Mensch wie Professor Siddique ermordet werden kann, ist niemand sicher», sagte Shahid Ullah von der Gewerkschaft der Hochschullehrer. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Paco69 24.04.2016 15:31
    Highlight Englischprofessor Rezaul Karim Siddique, ein Atheist und Musiker.
    Wäre er auch noch eine Frau gewesen, wäre er wirklich der personifizierte Alptraum dieser Schwächlinge gewesen.
    Bangladesch rutscht schon seit Jahren immer mehr ins Chaos und ist das Paradebeispiel eines "failed state". Das Hauptproblem ist auch hier die Überbevölkerung (1173 Einwohner pro km² - CH, 201 pro km²).
    Das heisst, dass im Grunde genommen nur noch jedes dritte Ehepaar ein Kind bekommen dürfte, wenn das Land Aussicht auf wirtschaftliche und somit soziale Entwicklung haben wollte.
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