Zürich
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Langstrasse Video

Ein Polizist besprüht Sennur Sümer mit Pfefferspray: Die Stadtpolizei Zürich untersucht den Vorfall jetzt.
Bild: watson

Sicherheitsinstruktor zur Pfefferspray-Attacke: «Wir müssten sofort mit einer Anzeige rechnen»

Die Stadtpolizei Zürich untersucht zur Zeit, was genau vor sich gegangen ist, bevor ein Polizist einer 44-jährigen Mutter Pfefferspray ins Gesicht sprühte. Für einen Ausbilder einer privaten Sicherheitsfirma spielt dies gar keine Rolle. Für ihn lässt sich die Aktion nicht rechtfertigen. 



Die 44-jährige Sennur Sümer steht mit erhobenen Händen vor einer Mauer mit Polizisten. Plötzlich macht einer einen Ausfallschritt und sprüht ihr Pfefferspray ins Gesicht. Das war nach der Flüchtlingsdemonstration am Samstag auf dem Helvetiaplatz in Zürich. Zurzeit untersucht die Stadtpolizei Zürich den Fall. Sie ist daran, die Beteiligten zu befragen. Dabei soll vor allem geklärt werden, was vor der Pfefferspray-Attacke geschah. Ob es zu einer Anzeige kommt, ist noch unklar. Sümer hat noch nicht entschieden.  

Eine aeltere Frau legt auf den Boden, waehrend einer Polizeiaktion nach einer Solidaritaetsdemo fuer Fluechtlinge auf dem Helvetiaplatz in Zuerich, am Samstag, 5. September 2015. Die Kundgebung als Ausdruck der Solidaritaet mit dem Fluechtlingsdrama in Europa wurde aus den Reihen von Kunstschaffenden des Kulturplatzes Basislager organisiert. Die Frau wird spaeter von einem Polizisten mit Pfefferspray attackiert. Die Polizei verhinderte, dass nach der Demonstration ein Umzug auf der Langstrasse stattfinden würde.  (KEYSTONE/Dominic Steinmann)

Bevor sich Sennur Sümer mit erhobenen Händen vor die Polizisten stellte, legte sie sich auf den Boden. 
Bild: KEYSTONE

Ein Instruktor einer Sicherheitsfirma, die von den Behörden zertifiziert ist, hat sich die Videos angeschaut. Weil er immer wieder mit der Polizei zusammenarbeitet, möchte er anonym bleiben. Für ihn ist der Fall völlig klar: «Die Hände der Frau sind gut sichtbar, von ihr geht absolut keine Gefahr aus; die Aktion des Polizisten lässt sich auf keine Weise rechtfertigen», sagt er. Würde ein Angestellter einer privaten Sicherheitsfirma so agieren, müsste dieser sofort mit einer Anzeige rechnen, meint der Ausbildner weiter.

 

Während dem Einsatz an der Langstrasse setzte die Polizei Gummischrot ein. 
Video: watson.ch

Was vor dem Einsatz des Sprays zwischen der Frau und dem Polizisten geredet wurde, ist für ihn nicht von Belang: «Selbst wenn sie den Polizisten verbal provoziert hätte, wäre seine Reaktion unverhältnismässig». Allerdings betont der Instruktor, er könne nur beurteilen, was für Massstäbe in der privaten Sicherheitsbranche angewendet würden. Welche Spielregeln für die Polizei gelten, wisse er nicht.

Bereits am Dienstagmorgen sagte Roger Tognella, Präsident Spezialkommission Polizeidepartement/Verkehr des Zürcher Gemeinderates, zu watson, es müsse untersucht werden, wie es dazu kommen konnte, dass der Polizist einen solch markanten Ausfallschritt Richtung Sennur Sümer machte. Zudem verlangt die Kommission eine Berichterstattung an die GPK. Die Abklärungen der Polizei dauern bis mindestens Ende Woche. (feb)

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Die Pfefferspray-Attacke aus einer anderen Sicht.
Video: watson.ch

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