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Ethikkommission fordert mehr Respekt bei Geburten

A midwife measures the head circumference of a newborn infant named Julia at the maternity unit of the Triemli Hospital in Zurich, Switzerland, on September 27, 2016. Julia was delivered by cesarean s ...
Eine Hebamme misst den Kopfumfang eines Neugeborenen. (Symbolbild)Bild: KEYSTONE

Ethikkommission fordert mehr Respekt bei Geburten

21.05.2026, 15:4121.05.2026, 15:41

Eingriffe ohne Einwilligung, Druck durch Fachpersonen, unnötige Schmerzen: Die Nationale Ethikkommission sieht in der Schweizer Geburtshilfe «erheblichen Handlungsbedarf».

In einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme fordert sie, dass die Rechte von Gebärenden konsequenter geschützt werden.

Medizinische Eingriffe dürften auch während der Geburt nur mit freier und informierter Zustimmung der gebärenden Person erfolgen, betont die Nationale Ethikkommission (NEK). Dennoch berichtet in der Schweiz mehr als ein Viertel der Gebärenden von negativen Erfahrungen – etwa von unnötigen oder unnötig schmerzhaften Untersuchungen, Eingriffen ohne Einwilligung, Einschüchterung, Druck oder anderem informellem Zwang durch das Personal.

Die Kommission bezeichnet die Geburt als Situation besonderer Verletzbarkeit. Gebärende befänden sich gegenüber medizinischem Fachpersonal in einem Abhängigkeitsverhältnis und seien auf respektvolle, kompetente Betreuung angewiesen. Gleichzeitig zeigten sich laut NEK im Umgang mit schwangeren und gebärenden Personen geschlechtsspezifische Stereotype stärker als in anderen Bereichen. Dies erhöhe das Risiko für Abwertungen, Diskriminierungen und Übergriffe.

Klare Signale notwendig

Um Zwang und Gewalt zu verhindern, fordert die NEK eine bessere Umsetzung bestehender rechtlicher und medizinethischer Normen. Es brauche ein klares Signal, dass geltende Rechte auch unter der Geburt zu respektieren seien. Konkret schlägt die Kommission medizinethische Leitlinien der Fachgesellschaften sowie verbindliche interne Richtlinien in den Spitälern vor.

Zudem müssten Gebärende besser über ihre Rechte aufgeklärt werden. Auch genderspezifische Aspekte der Geburtshilfe sollten in der Aus- und Weiterbildung stärker thematisiert werden. Die NEK spricht sich zudem für eine Förderung der geteilten Entscheidungsfindung aus. Schliesslich müssten auch die politischen und institutionellen Rahmenbedingungen verbessert werden. (sda/val)

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