DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Resultat amtlich: Deutsche FDP schafft Einzug in Thüringer Landtag

07.11.2019, 17:0907.11.2019, 17:39
FDP-Chef Lindner hat Grund zum Jubeln.
FDP-Chef Lindner hat Grund zum Jubeln.
Bild: dpa

Nach rund anderthalb Wochen Spannung steht es fest: Die FDP hat den Einzug in das Thüringer Landesparlament geschafft. Nach dem am Donnerstag von Landeswahlleiter Günter Krombholz veröffentlichten endgültigen Wahlergebnis lagen die Liberalen bei der Landtagswahl mit 73 Stimmen über der Fünfprozenthürde. Dem neuen Thüringer Landtag gehören damit insgesamt 90 Abgeordnete an.

Die Liberalen hatten bei der ersten Zählung am Wahlabend zunächst nur denkbar knapp mit fünf Stimmen über der Fünfprozenthürde gelegen. Wegen möglicher Verschiebungen bei der Stimmenzahl in den Wahlkreisen blieb es daher bis zuletzt spannend. FDP-Landeschef Thomas Kemmerich schrieb auf Twitter, die Freien Demokraten freuten sich sehr, dass sie «dem Thüringer Landtag nun auch offiziell wieder angehören».

Stärkste Partei wurde bei der Landtagswahl am 27. Oktober laut dem endgültigen amtlichen Ergebnis die Linke mit 31 Prozent. Die AfD erreichte 23,4 Prozent der Stimmen, die CDU kam mit 21,7 Prozent nur auf den dritten Platz. Die SPD holte 8,2 Prozent, die Grünen kamen auf 5,2 Prozent und die FDP auf 5,0 Prozent.

Linkspartei stärkste Fraktion

Die Linkspartei ist damit als stärkste Fraktion mit 29 Abgeordneten vertreten. Die AfD hat 22 und die CDU 21 Abgeordnete. Die SPD sitzt mit acht Abgeordneten im Parlament, Grüne und FDP sind mit jeweils fünf Abgeordneten vertreten.

Die Regierungsbildung in Thüringen gestaltet sich wegen der Mehrheitsverhältnisse schwierig. Die Linkspartei von Ministerpräsident Bodo Ramelow will trotz des Verlusts der Mehrheit für Rot-Rot-Grün auch weiterhin mit den bisherigen Koalitionspartnern SPD und Grüne regieren.

CDU-Landeschef Mike Mohring strebt dagegen eine von ihm geführte Minderheitsregierung mit FDP, SPD und Grünen an. Er will dazu das Gespräch mit den anderen Parteien suchen, obwohl SPD und Grüne einem sogenannten Simbabwe-Bündnis ablehnend gegenüberstehen. «Eine Minderheitsregierung unter der Führung von Mike Mohring ist für mich keine Option», bekräftigte SPD-Landeschef Wolfgang Tiefensee in der Zeitung «taz».

Keine Zusammenarbeit mit AfD

Unter Druck geraten war Mohring zuletzt wegen Vorstössen von Politikern aus den eigenen Reihen, die auch Gespräche mit der AfD forderten. Das schloss Mohring aus. Ein offizielles Angebot des Thüringer AfD-Partei- und Fraktionschefs Björn Höcke für eine Zusammenarbeit mit CDU und FDP schlugen die beiden Parteien aus.

Ob Mohring gegen Ramelow bei der Wahl des Ministerpräsidenten antreten würde, liess der CDU-Politiker bislang offen. Mohring stellte zugleich klar, dass er sich unter keinen Umständen mit AfD-Stimmen zum Ministerpräsidenten wählen lassen würde.

«Es wird keine Wahl geben, bei der ich vorher nicht ausschliesse: Ich will keine Stimmen der AfD-Politiker», sagte er der «Bild»-Zeitung. «Es gibt für mich in dieser Frage keinerlei Grauzonen.» Allerdings könnte Mohring bei der geheimen Abstimmung Stimmen von der AfD nicht verhindern. (aeg/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die Deutschen kiffen vielleicht bald legal

Kommt es in Deutschland zu einer Ampel-Koalition von SPD, FDP und Grünen, dann könnte auch die Legalisierung von Cannabis zum Thema werden. Was das für die Drogenpolitik in der Schweiz bedeutet.

In Deutschland trendet der Hashtag «Cannabislegalisierung». Und es handelt sich nicht einfach um ein Phänomen in der Twitter-Bubble. Viele Befürworterinnen und Befürworter einer Hanf-Legalisierung machen sich grosse Hoffnungen, dass das grüne Kraut bald ohne Strafe konsumiert und verkauft werden könnte. Denn Deutschland stand wohl noch nie so kurz davor, Cannabis zu legalisieren.

Grund dafür sind die Ampel-Sondierungen von SPD, Grünen und FDP. Kommt es tatsächlich zu einer Koalition der drei …

Artikel lesen
Link zum Artikel