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Piers Morgan. Einst kassierte er von Top-Gear-Moderator Jeremy Clarkson einen Faustschlag ins Gesicht, weil er versuchte, diesem eine Affäre anzuhängen.
Piers Morgan. Einst kassierte er von Top-Gear-Moderator Jeremy Clarkson einen Faustschlag ins Gesicht, weil er versuchte, diesem eine Affäre anzuhängen.
Bild: keystone
People-News

Piers Out: Die (Beziehungs-) Story hinter dem Abgang des Starmoderators

11.03.2021, 18:24

«Ich habe verstanden, dass Sie Meghan Markle nicht mögen. Sie haben es immer und immer wieder klargemacht. Und ich weiss, dass Sie eine persönliche Beziehung zu Meghan Markle haben – oder hatten. Und sie brach den Kontakt ab. Sie ist berechtigt, den Kontakt abzubrechen, wenn sie das will. Hat sie jemals über Sie gelästert, seit sie den Kontakt abbrach? Ich glaube nicht. Und trotzdem haben Sie weitergemacht, sie zu zerstören ...»

Diese Worte von Moderatoren-Kollege Alex Beresford, der normalerweise für das Wetter zuständig ist, besiegelten das vorläufige TV-Schicksal des Starmoderators Piers Morgan.

Wutentbrannt stürmte der 55-Jährige vor laufenden Kameras aus dem TV-Studio. Und so schnell wird er nicht mehr zurückkehren. Morgan hat die Kündigung eingereicht. «Good Morning Britain» auf ITV wird er nicht mehr moderieren.

Zuvor waren über 40'000 Klagen bei der britischen Medienaufsicht Ofcom eingegangen. Auch die Zuschauerinnen und Zuschauer empfanden Morgans Tonalität als zu harsch.

Meghan Markle: Piers Morgan warf ihr unter anderem vor, Lügen zu verbreiten.
Meghan Markle: Piers Morgan warf ihr unter anderem vor, Lügen zu verbreiten.
Bild: keystone

Wieso trat der Starjournalist immer und immer wieder gegen Meghan Markle nach? Und was meinte Beresford damit, dass Markle die Beziehung zu Morgan abbrach?

Markles und Morgans Geschichte beginnt im Jahr 2015. Die beiden folgen sich auf Twitter, beginnen sich kleine Nachrichten zu schreiben. Laut einer Kolumne von Piers Morgan begann Markle damit, Morgan noch unveröffentlichte Ausschnitte ihrer Fernsehshow zu senden, damit diese in Morgans Programm besprochen werden können. «Wir haben diese Szene miteinander intensiv besprochen», schreibt Morgan in einer Kolumne.

Zum Höhepunkt in der Beziehung von M&M kam es 2016, als sich die beiden in London in einer Bar trafen – man munkelt, nach einem Spiel von Serena Williams: «Wir verbrachten zwei Stunden im Pub. Sie trank ein paar Dirty Martinis, ich ein paar Bier und wir hatten eine wirklich gute Zeit. Dann brachte ich sie zum Taxi und später stellte sich heraus, dass sie dieses Taxi zu einer Party brachte, an der sie Prinz Harry kennenlernte.

Am nächsten Abend hatten die zwei ein Solo-Date und das war das letzte, das ich je von ihr hörte. Von da an ‹ghostete› sie mich. Ich hab sie wirklich gemocht, deshalb tut es ja auch weh», sagte Morgan später über sein Treffen mit Markle.

Wieso könnte Markle Morgan «geghostet» (was für ein Unwort) – sprich, ihn komplett ignoriert – haben?

Piers Morgan ist ein Karrierejournalist. Er hat es weit gebracht, war bei der BBC, der CNN, war Moderator von «Britain's Got Talent» und «America's Got Talent». Rupert Murdoch himself machte ihn mit 29 Jahren zum Chefredaktor des berüchtigten Revolverblatts «News of the World».

Später wechselte er zum «Daily Mirror». Dort kam es während seiner Zeit zum berüchtigten Telefon-Anzapf-Skandal, bei dem verschiedene «Daily-Mirror»-Journalisten die privaten Geräte diverser Persönlichkeiten hackten und daraus Profit schlugen.

Morgan bestreitet dazu jegliche Beteiligung – überzeugend wirkte er dabei laut Augenzeugen nicht.

Gut möglich, dass Harrys Erfahrungen mit der gnadenlosen britischen Boulevardpresse ihren Einfluss hatten, beim Entscheid Markles, den Kontakt zu Morgan abzubrechen. 2005 veröffentlichte «The Sun» ein Bild von Harry, der an einer Kostümparty eine Nazi-Uniform trug. Der jüngste Königsspross musste danach durch das mediale Stahlbad. Er wird seine Lehren daraus gezogen haben. In den folgenden Jahren wandelte sich sein Image und er wurde immer mehr zum britischen Vorzeige-Rollenmodell.

Ob sich auch Piers Morgan vom Saulus zum Paulus wandeln wird, wird sich zeigen. Aktuell verteidigt er seine Wuttiraden rigoros und verweist auf Meinungsfreiheit.

Die eigentlich wundersamste Sache an dieser Story ist aber eine andere: Wieso wundert sich ein skrupelloser britischer Starjournalist mit Verbindungen zu diversen Tabloid-Blättern, wenn sich eine junge Frau nicht mehr bei ihm meldet, sobald sie eine Beziehung mit einem Royal eingeht? Das ist echt bemerkenswert.

(tog)

Piers Morgan stürmt aus dem Fernsehstudio

Video: extern / rest/ITV
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quelle: epa/epa / facundo arrizabalaga
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