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Basler Künstler Karl Gerstner 86-jährig verstorben



Der Basler Maler, Zeichner, Plastiker, Grafiker und Kunsttheoretiker Karl Gerstner ist tot. Er starb am Neujahrstag im Universitätsspital Basel im Alter von 86 Jahren. Er hatte die konkrete Kunst in der Schweiz entscheidend vorangetrieben.

Eine Meldung des Basler Onlineportals «barfi.ch» zu Gerstners Ableben wurde am Dienstag von seinem Umfeld bestätigt. 1930 in Basel geboren, absolvierte er eine Lehre als Typograph, bevor er als Fotograf an der Kunstgewerbeschule hospitierte. Zuletzt lebte er in einem Basler Altersheim.

Als Werber machte Gerstner mit der Agentur GGK, die er mit Paul Gredinger und Markus Kutter 1961 formte, international Karriere. Von seinem innovativen Graphik Design zeugen werbegrafische Arbeiten unter anderem für Geigy, Langenscheidt, Ringier und der damaligen Swissair. Später arbeitete er unter anderem für Zeitschriftenverlage.

Gerstner schrieb auch immer wieder theoretisch über Grafik und Typographie; einige Publikationen wurden zu Standardwerken. Schon in den 1960er-Jahren war er zudem als Künstler aktiv und als solcher an grossen Ausstellungen präsent, darunter der documenta in Kassel (D).

Ein Anliegen war ihm die Demokratisierung der Kunst. So sprach er sich in den 50er Jahren explizit für eine Reproduktion von Kunstwerken zu günstigem Preis aus und beteiligte sich an der von Daniel Spoerri gegründeten ersten Edition von Multiples, der Edition MAT.

Gerstners Werk lebt vom Reichtum der Formen und Farben. So färbte er zum Beispiel Kreise und Kreisfragmente mit unterschiedlichsten Radien, die er in ein Sechseck presste, schwarz, blau, gelb, grün und rosa ein. - Dieses Werk namens «Color Fractal 6.06» zeigt, dass geometrisch abstrakte Werke auch sinnliche Ereignisse sein können.

Heute wird Karl Gerstner in einem Zug mit Max Bill und Richard P Lohse genannt. 2012 wurde er mit dem Grossen Designpreis der Schweiz geehrt.

Neben dem eigenen Schaffen sammelte er auch leidenschaftlich Werke anderer Künstler; oft kaufte er bei diesen persönlich an. Sein Archiv schenkte Karl Gerstner 2006 der Nationalbibliothek in Bern. (sda)

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