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Rekordanstieg der Kohlendioxid-Konzentration im 2016



Die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre hat 2016 ein Rekordhoch erreicht. Der Anstieg geht auf das Wetterphänomen El Niño und die Emissionen zurück, die sich allerdings stabilisierten, wie die Weltwetterorganisation (WMO) am Montag mitteilte.

Die Konzentration lag im Durchschnitt bei 403.3 Teilchen pro Million Teilchen (ppm), was einem Anstieg von mehr als drei Einheiten gegenüber dem Vorjahr entspricht (400 ppm). El Niño mit seinen erhöhten Ozeantemperaturen und Dürren in den Tropen reduzierte die Kapazität von Wäldern oder Ozeanen, CO2 zu absorbieren.

Der weltweite Ausstoss von CO2 ist in den vergangenen drei Jahren praktisch auf gleichem Niveau geblieben. Aber die Konzentration in der Atmosphäre wächst auch bei einem gleichbleibend hohen Ausstoss, denn CO2 bleibt während hunderten von Jahren in der Atmosphäre und noch länger in den Ozeanen.

Vom ausgestossenen CO2 wird derzeit etwa ein Viertel von Ozeanen aufgenommen, die dabei saurer werden. Ein weiteres Viertel speichert die Biosphäre, zum Beispiel Bäume und Böden. Der Rest gelangt in die Atmosphäre.

3 Grad wärmer bei gleicher Konzentration

Nach Analysen von Fossilien schätzen Forscher, dass es eine so hohe CO2-Konzentration wie heute zuletzt vor drei bis fünf Millionen Jahren gab. Dabei sei es zwei bis drei Grad wärmer gewesen. Das Eis in Grönland und der West-Antarktis sei geschmolzen und der Meeresspiegel habe 10 bis 20 Meter höher gelegen.

Neben dem Bevölkerungswachstum, intensiverer Landwirtschaft und Abholzung tragen die Industrialisierung und der damit verbundene Einsatz fossiler Brennstoffe zur hohen Treibhausgaskonzentrationen bei. Nach Angaben der WMO liegt die CO2-Konzentration mehr als 150 Prozent über jener während der vorindustriellen Zeit.

Die neue Situation könnte zu «wichtigen ökologischen und ökonomischen Veränderungen» führen, erklärte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. «Ohne rasche Einschnitte bei den CO2-Emissionen und bei anderen Treibhausgasen» wird der Temperaturanstieg bis ins Jahr 2100 «viel höher» sein als die im Pariser Klimaabkommen vorhergesagten 1.5 oder 2 Prozent.

Zweiter Bericht am Dienstag

Dass die Emissionen eine wichtige Rolle spielen, bestätigte auch Erik Solheim, Chef des UNO-Umweltprogramms (UNEP). Seine Organisation veröffentlicht am Dienstag in Genf den «Emissions Gap Report». Aus diesem geht hervor, was die Weltbevölkerung noch tun muss, um die Erderwärmung wie im Weltklimavertrag festgelegt bis Ende des Jahrhunderts auf unter zwei Grad zu begrenzen.

Zusammen mit dem WMO-Treibhausgas-Bulletin dient es als Grundlage für die Klimakonferenz in Bonn ab 6. November.

Methan, das zweitwichtigste Treibhausgas, erreichte mit 1853 Teilchen pro Million Teilchen ebenfalls eine rekordhohe Konzentration in der Atmosphäre. Diese lag 250 Prozent über dem Niveau aus der vorindustriellen Periode. Die Konzentration von Stickstoff wurde 2016 mit 328.9 ppm gemessen. Dieser Wert lag laut dem WMO-Bericht 120 Prozent höher als vor der industriellen Periode. (sda/dpa)

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