International
Naher Osten

Proteste in Beirut fordern 145 Verletzte am zweiten Tag

145 Verletzte am zweiten Tag gewaltsamer Proteste in Beirut

19.01.2020, 22:3619.01.2020, 22:36
epa08142010 Lebanese riot police sprays water at protesters during continuous anti-government protests outside of the Lebanese Parliament building in downtown Beirut, Lebanon, 19 January 2020. Police  ...
Ein Demonstrant wird von einem Wasserwerfer von den Beinen gerissen, 19. Januar.Bild: EPA

In der libanesischen Hauptstadt Beirut ist es den zweiten Abend in Folge zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen regierungskritischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Laut dem libanesischen Roten Kreuz wurden am Sonntag 145 Menschen verletzt.

Von diesen mussten 45 Menschen in Krankenhäusern behandelt werden. Bereits am Samstag mussten mindestens 377 Menschen medizinisch versorgt werden. Es handelte sich um den gewalttätigsten Tag seit Beginn der Proteste vor drei Monaten.

Anti-government protesters use their Laser ray lights as they clash with the riot police, during ongoing protests against the political elites who have ruled the country for decades, in Beirut, Lebano ...
Demonstranten richten Laser gegen Einsatzkräfte.Bild: AP

Am Sonntagabend versammelten sich erneut hunderte Demonstranten im Zentrum von Beirut. Sie riefen «Revolution, Revolution» und warfen mit Steinen und Knallkörpern auf eine Strassensperre der Sicherheitskräfte. Polizisten feuerten Gummigeschosse ab und setzten Wasserwerfer und Tränengas ein.

Laut der amtlichen Nachrichtenagentur ANI berief Präsident Michel Aoun angesichts der Eskalation der Gewalt für Montag ein «Sicherheitstreffen» ein, an dem die Minister für Verteidigung und Inneres teilnehmen sollen.

Nach Angaben eines Komitees von Anwälten wurden etwa 40 Demonstranten am Samstag vorübergehend festgenommen. «Die Mehrheit» von ihnen sei Opfer von «exzessiver Gewalt» gewesen, einige der Demonstranten hätten Verletzungen «am Kopf, im Gesicht oder an den Geschlechtsorganen». In den Krankenhäusern hätten sie Verletzungen festgestellt, die durch Gummigeschosse im Gesicht und am Kopf verursacht worden seien.

Der Libanon wird seit Mitte Oktober von beispiellosen Protesten gegen Korruption und Misswirtschaft erschüttert. Die Wut der Bevölkerung hat in den vergangenen Wochen noch zugenommen, weil sich ihre wirtschaftliche Lage weiter verschlechtert und es mehr als zwei Monate nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Saad Hariri noch immer keine neue Regierung gibt. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Stichwahl in Kolumbien: Ein linker Senator gegen einen rechten Anwalt
Die Präsidentschaftswahl in Kolumbien geht in eine Stichwahl zwischen dem rechtsgerichteten Anwalt Abelardo de la Espriella und dem linken Senator Iván Cepeda. Nach Auszählung von knapp 99,5 Prozent der Stimmen kam de la Espriella auf 43,7 Prozent und Cepeda auf knapp 41 Prozent, wie die Wahlbehörde mitteilte. Da keiner der Bewerber die absolute Mehrheit erreichte, fällt die Entscheidung über das Präsidentenamt erst in der Stichwahl am 21. Juni.
Zur Story