Swiss
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ZUR MELDUNG, DASS SICH SWISS-PILOTEN GEGEN DIE ZWEIPERSONENREGEL IM COCKPIT WEHREN, STELLEN WIR IHNEN AM MITTWOCH 17. FEBRUAR 2016 FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - Pilot und Kopilot fliegen das Flugzeug, aufgenommen am 1. Mai 2013 in einem Flugzeug der Swiss. Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss fliegt von Zuerich nach Chicago und zurueck. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Zwei Swiss-Piloten auf dem Weg von Zürich nach Chicago. Bild: KEYSTONE

Die Uni St.Gallen lockt die Swiss-Piloten – das steckt dahinter

Die Ostschweizer Kaderschmiede ist daran, ein neues Programm zu lancieren, um Cockpit-Angestellte zu Managern umzuschulen – nicht ohne Grund.

Benjamin Weinmann / CH Media



Weltweit droht Piloten das Grounding. Die Coronakrise zwingt die Fluggesellschaften ihre Personalkosten zu reduzieren. Die Swiss kommuniziert zwar nach wie vor, sie wolle Entlassungen vermeiden. Doch ob es bei diesem Optimismus bleibt, muss angezweifelt werden.

Vergangene Woche machte die «Schweiz am Wochenende» bekannt, dass die Airline mit den SBB Gespräche führt für ein mögliches Job-Sharing-Projekt. So könnten beispielsweise Swiss-Piloten eine Weiterbildung zum SBB-Lokführer absolvieren, um eine allfällige Pensumsreduktion finanziell abzufedern. Schliesslich suchen die SBB händeringend nach Nachwuchs im Lok-Führerstand.

Auch anderswo sind die Piloten begehrt. Die Universität St.Gallen hat ein Auge auf sie geworfen. Wie Andreas Wittmer, Leiter des Centers for Aviation Competence, sagt, arbeite man derzeit an einem neuen Weiterbildungsprogramm für Piloten, bei dem die Kapitäne und Co-Kapitäne zu Manager geschult würden. «Management for Pilots» nennt sich der Kurs. Im Dezember oder Januar soll er starten.

«Das Bedürfnis, sich besser abzusichern, ist gross.»

Angesichts der sich abzeichnenden Krise im Piloten-Markt rechnet Wittmer mit einer grossen Nachfrage. Das Programm richte sich an Piloten, die ein zweites Standbein oder gar einen Branchenwechsel anvisieren. Schon heute biete man den Zertifikats-Kurs «Global Aviation Management» für Fortgeschrittene an und habe regelmässig Piloten als Teilnehmende, sagt Wittmer. Denn: «Das Bedürfnis, sich besser abzusichern, ist gross.»

«Schliesslich sind Piloten schon heute praktisch Manager eines KMUs.»

Andreas Wittmer, Leiter des Centers for Aviation Competence HSG

Der Preis für die Weiterbildung ist noch nicht definiert. Doch derartige, oftmals teure Weiterbildungsprogramme für Private sind für viele Hochschulen eine wichtige Einnahmequelle.

Voraussichtlich wird der Kurs während sechs Wochen mehrheitlich abends stattfinden mit Online-Lehrstunden, aber auch mit persönlichen Treffen. Noch arbeite man aber an der Fertigstellung der einzelnen Module, sagt Wittmer.

Er betont, dass der Kurs auf den bestehenden Fähigkeiten von Piloten aufbauen wird. «Schliesslich sind Piloten schon heute praktisch Manager eines KMUs. Sie leiten je nach Flugzeuggrösse ein Team von 10 bis 20 Angestellten, haben Kundenkontakt mit den Passagieren und tätigen Verhandlungen, zum Beispiel mit den Flugsicherheitsbehörden.» Im Kurs werde es darum gehen, dieses Wissen für die Unternehmenswelt anzuwenden. Die Piloten sollen sich mit dem Erwerb des Zertifikats in anderen Industrien und bei Bewerbungen zurechtfinden.

Swiss kann sich Weiterbildungshilfe derzeit nicht leisten

Aeropers, der Pilotenverband von Swiss und Edelweiss, begrüsst denn auch die akademische Offensive aus St. Gallen: «Piloten haben es mit ihrer äusserst anspruchsvollen, aber sehr fachspezifischen Ausbildung generell schwer, eine andere Stelle zu finden», sagt Sprecher Thomas Steffen. «Insofern unterstützen wir jede Weiterbildungsmöglichkeit für unser Corps. Wenn ein Angebot speziell auf unserem bestehenden Können aufbaut, dann begrüssen wir dies umso mehr.»

Und was sagt der Arbeitgeber Swiss? Laut einem Sprecher unterstützt die Fluggesellschaft Mitarbeitende generell bei Weiterbildungen. Dies sei aber abhängig von der Relevanz für die berufliche Tätigkeit und werde im Einzelfall geprüft. Doch aufgrund der aktuellen Krisen-Lage dürfen sich die Piloten keine Hoffnungen auf einen finanziellen Zustupf machen. Die Swiss muss sparen: «Alle Unterstützungsmassnahmen für Weiterbildungen sind bis auf weiteres ausgesetzt.»

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

32 Bilder der allerbesten Stewardessen-Uniformen EVER (ever, ever ...)

So werden Passagierflugzeuge für Frachtflüge genutzt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

11 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Ökonometriker
25.09.2020 09:30registriert January 2017
Wird wahrscheinlich nicht auf dem HSG-Campus sondern im Holzweid angeboten. Da ist die Materie zwar seicht, aber der Preis um so höher.
Ein einträgliches Spiel mit der Angst der Piloten...
543
Melden
Zum Kommentar
Avius
25.09.2020 10:18registriert September 2020
So viel dazu
461
Melden
Zum Kommentar
Spirulina
25.09.2020 07:46registriert February 2019
Sie leiten ein Team von 10-20 Personen? Das macht dann wohl eher der Maître de Cabin. Piloten haben nicht viel mit dem zu tun, was hinter den Cockpittüren abläuft. Und wenn doch was ansteht, kommunizieren sie via Kabinenchef, der sein Team leitet.
227
Melden
Zum Kommentar
11

Migros erhöht die Löhne um bis zu einem halben Prozent

Die Migros bezahlt ihren Mitarbeitern bis zu einem halben Prozent mehr Lohn. Darauf habe man sich in den diesjährigen Verhandlungen mit den Sozial- und Vertragspartnern geeinigt, teilte der «orange Riese» am Dienstag mit.

Trotz der angespannten Wirtschaftslage steige die Lohnsumme um bis zu 0.5 Prozent und werde auf den 1. Januar ergänzend zu Ausgleichszahlungen sowie bereits ausbezahlten Sonderprämien weiter angehoben. Es handle sich nicht um eine generelle Lohnerhöhung, sondern um eine …

Artikel lesen
Link zum Artikel