Abstimmungen 2015
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Ohne Umverteilung ist die Marktwirtschaft tot. Das zeigen diese drei Grafiken

Über die Erbschaftssteuer darf man streiten. Aber eines ist klar: Ohne massive Umverteilung geht die Marktwirtschaft kaputt. Hier ist der (grafische) Beweis.

werner vontobel



Im Abstimmungskampf um die Erbschaftssteuer geht es um Grundsätzliches, nämlich um das Verhältnis von Bürger, Staat und Wirtschaft. Viele sehen in dieser Vorlage einen der vielen Staatseingriffe, die letztlich die Marktwirtschaft an ihrer Entfaltung hindern oder diese gar lahmlegen soll. 

Das Gegenteil trifft zu. Das zeigt ein Blick auf die einschlägigen Fakten und auf diese Grafiken:

1. Wer verdient wie viel?

Verteilung Primäreinkommen

Einkommen in den Schweizer Haushalten pro Monat, wie sie durch den reinen Markt (Löhne, Mieteinnahmen, Zinsen und Dividenden) entstehen. Die Einteilung erfolgt in fünf gleich grosse Einkommensgruppen. 
Lesebeispiel: Das ärmste Einkommensfünftel verfügt demnach über 1072 Franken Einkommen pro Monat. Das ist 1,5 Prozent aller Haushaltseinkommen der Schweiz.
grafik: melanie gath/quelle: habe

2. Wer gibt wie viel aus?

Ein Blick auf eine zweite Grafik zeigt, dass der Konsum der Schweizer Haushalte sehr viel gleichmässiger verteilt ist als das Einkommen:

Verteilung des Konsums

Verteilung der Konsumausgaben der Schweizer Haushalte (eingeteilt in fünf gleich grosse Einkommensgruppen). grafik: melanie gath/quelle: habe

Kann sich der Konsum nicht einfach den Markteinkommen anpassen?

Nein. Aus folgenden Gründen:

Damit dies nicht passiert, wird diese Differenz von Einkommen und Konsumausgaben im Wesentlichen vom Sozial- und Steuerstaat ausgeglichen:

Wer bekommt und wer bezahlt wie viel?

Bild

In dieser Grafik sieht man, um wie viel Prozent die Markteinkommen der jeweiligen Einkommensgruppen nach oben und nach unten korrigiert werden. grafik: melanie gath

Während sich die Konsumausgaben immer gleichmässiger auf alle Bevölkerungsschichten verteilen, sind die Markteinkommen immer ungleicher geworden – auch in der Schweiz. 

Dennoch konnte der Sozialstaat das Verhältnis der verfügbaren Einkommen bei einem Verhältnis von etwa 4,5:1 stabilisieren.

Fazit: Ohne staatliche Rück- und Umverteilung geht es immer weniger

Die Frage ist bloss, wie man diese Umverteilung macht. Auch dazu geben unsere Grafiken einen Hinweis:

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 13.05.2015 06:01
    Highlight Highlight Die Welt auf dem Weg zur Reichtumsherrschaft (Plutokratie)!

    Die zwei Prozent Reichsten in der Welt haben ihre Einkommen und Vermögen in einer exorbitanten Weise gesteigert, die weder von ihrer persönlichen Leistung noch von der marktwirtschaftlichen Performance ihrer Firmen gerechtfertigt ist. Sie sind Nutzniesser kapitalistischer Exzesse, und sie nutzen auf schamlose Art den Steuerwettbewerb zwischen den Wohnstandorten aus. Extreme Ungleichheit ist ein Übel der Menschheit. Sie zerstört den Leistungswillen und die Moral in der Gesellschaft. Sie ist der Ursprung auch von sozialen Konflikten.
  • Alnothur 12.05.2015 15:23
    Highlight Highlight "Kann sich der Konsum nicht einfach den Markteinkommen anpassen?" DOCH, könnte er, wenn der Staat das System nicht kaputtregulieren würde.
    • halunke 12.05.2015 19:04
      Highlight Highlight naja freie marktwirtschaft. schau mal über den grossen teich. usa mit ihrer liberalen marktwirtschaft haben die grösste einkommensungleichheit in einem demokratischen land...
    • dr_very_evil 13.05.2015 05:48
      Highlight Highlight Genau! Wie im Mittelalter: Kein Staat, und der mit der grössten Armee und dem meisten Gold im Schloss gewinnt... Nein Danke!

Kommentar

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