Populärkultur
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

«Für zunehmende Verdichtung der Sprache»

«#» ist Schweizer Wort des Jahres – «Dichtestress» das Unwort



Ein Zeichen ist das Schweizer Wort des Jahres 2014. Eine sechsköpfige Jury unter Leitung von Radio SRF 3 hat das Hashtag-Symbol «#», auch «Gartenhag» genannt, aus weit über 1000 Vorschlägen ausgewählt.

«#» ist seit längerem gebräuchlich in den sozialen Medien und erscheint als Zeichen für zeitgemässe Kommunikation, wie das Schweizer Radio SRF in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt. Für die Jury steht «#» für eine zunehmende Verdichtung, ja Verschlagwortung der Sprache.

Das Symbol stehe auch dafür, dass die Jugend heute rasch auf den Punkt kommt und «dass jeder und jede jederzeit alles mitteilt, auch sehr Privates», heisst es in der Mitteilung. Öffentlich geworden sei im vergangenen Jahr aber auch vieles, das im Grunde niemand habe wissen wollen.

«Wer gleichsam einen Gartenhag um unser Land errichten möchte und in der beschaulichen Schweiz über ‹Dichtestress› klagt, hat noch nie solchen erlebt.»

Unwort des Jahres: «Dichtestress»

Ausserdem krönte die Jury das Unwort des Jahres. In dieser Kategorie machte «Dichtestress» das Rennen. Die Jury schreibt, sie sei des Ausdrucks müde und finde, «wer gleichsam einen Gartenhag um unser Land errichten möchte und in der beschaulichen Schweiz über ‹Dichtestress› klagt, hat noch nie solchen erlebt.»

Den Satz des Jahres haben die Meteorologen in diesem Sommer geprägt: «Es bleibt unbeständig». Dieser Ausdruck gefiel der Jury besonders gut, weil er einen Widerspruch birgt und damit die Grosswetterlage in diesem Land ganz gut charakterisiert, wie es in der Mitteilung heisst.

Die Aktion Schweizer Wort des Jahres wird seit 2003 unter Leitung von SRF 3 durchgeführt. In der Jury sassen in diesem Jahr Martin Suter, Pedro Lenz, Bänz Friedli, Hazel Brugger, Daniel Quaderer und Ursula Schubiger. (sda) 

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • JayAge 04.12.2014 19:01
    Highlight Highlight Mein Unwort des Jahres? Prorussische Separatisten - weil sich kein Journi je gewagt hat, mal ein Synonym zu verwenden.
  • Conrado 03.12.2014 22:37
    Highlight Highlight "Hashtag" hätte auch als Unwort durchgehen können...
  • AHTOH 03.12.2014 20:56
    Highlight Highlight Hashtag, im Ernst? Damit beweist die Jury, in der Vergangenheit stecken geblieben zu sein. Wieso nicht gleich www?
    • kettcar #lina4weindoch 03.12.2014 23:10
      Highlight Highlight Das ist halt #neuland für die Jury
  • goschi 03.12.2014 20:40
    Highlight Highlight Danke für das "Dichtestress", eine bessere Wahl hätte die Jury nicht treffen können.
    Das ist, seit es in Gebrauch gekommen ist zu Beginn dieses Jahres, für mich schon das absolute Unwort.

Interview

«Muss wirklich erst alles den Bach runter gehen, bevor wir bereit sind zu handeln?»

Die Bevölkerung geniesst zurzeit die zurückgewonnene Freiheit in vollen Zügen, mehrheitlich ohne Schutzmaske. Kommunikationsexperte Stefan Naef erzählt im Gespräch, warum die Botschaften des Bundes nicht mehr bei der Bevölkerung ankommen und was die Kantone bei der Kommunikation falsch machen.

Herr Naef, sind Sie zufrieden mit der Kommunikation des Bundes?Stefan Naef: Da muss ich unterscheiden. In der ersten Phase, jene des Lockdowns, wurde aus meiner Sicht sehr gut kommuniziert. Das Ziel war klar: Die Leute mussten dazu gebracht werden, zuhause zu bleiben. Das hat man mit den regelmässigen Medienkonferenzen und der BAG-Kampagne, die ohne viel Firlefanz auskam, optimal hinbekommen.

Und wie sieht es nun in der zweiten Phase aus?In Phase zwei, also jene der Lockerungen bis hin zum …

Artikel lesen
Link zum Artikel