Wirtschaft
Schweiz

Pharmaverband passt Preisvergleiche von Medikamenten an – für Trump

President Donald Trump speaks with the media before boarding Air Force One, Monday, March 23, 2026, at Palm Beach International Airport in West Palm Beach, Fla. (AP Photo/Mark Schiefelbein)
Donald Tru ...
Trump möchte die Gesundheitskosten in den USA senken.Bild: keystone

Damit Kosten in den USA sinken: Pharmaverband passt Preisvergleiche von Medikamenten an

Der Interessenverband der forschenden Pharmaunternehmen der Schweiz, Interpharma, hat laut der «Republik» die Preisvergleiche von Medikamenten angepasst. Damit sollen die Gesundheitskosten in den USA gesenkt werden.
24.03.2026, 13:4424.03.2026, 13:44

US-Präsident Donald Trump macht mit Novartis, Roche und sieben weiteren grossen Pharmaunternehmen seit einiger Zeit gemeinsame Sache. Um die hohen Gesundheitskosten in den USA zu senken, sollen die Medikamente dort günstiger werden. Das bedeutet im Umkehrschluss: In Europa sollen sie teurer werden. Dafür soll Trump den Konzernen versprochen haben, dass diese drei Jahre lang keine US-Zölle fürchten müssen.

Von höheren Preisen wäre vor allem die Schweiz betroffen, da hierzulande mit Novartis und Roche zwei der grössten Pharmakonzerne der Welt ansässig sind. Diese exportieren die Hälfte ihrer Produkte in die USA.

Pharmaunternehmen drohen der Schweiz nun – gestärkt durch Trump –, Medikamente vom Markt zu nehmen und ihre Forschung ins Ausland zu verlegen, sollte die Schweiz nicht mehr Geld für verschreibungspflichtige Medikamente bezahlen. Falls die Schweiz höhere Preise nicht akzeptiert, drohen Verzögerungen und höhere Krankenkassenprämien.

Trump möchte, dass die überteuerten Medikamentenpreise in den USA auf das Minimum sinken und andere Länder dafür bezahlen. Als Referenz gelten die G-7-Länder inklusive Dänemark und der Schweiz. Der Interessenverband der forschenden Pharmaunternehmen der Schweiz, Interpharma, hat daher nun ein Druckmittel gefunden, um höhere Schweizer Medikamentenpreise durchsetzen zu können und Trump entgegenzukommen. Laut einer Recherche der «Republik» hat der Verband die Preisvergleiche von Medikamenten angepasst.

Wenn die Schweiz nicht das günstigste oder zweitgünstigste Land Europas sei, spiele sie für die Festsetzung der US-Preise keine Rolle. Neuerdings rechne Interpharma daher mit kaufkraftbereinigten Wechselkursen. So sei die Schweiz im Vergleich das günstigste Land, wodurch Interpharma höhere Schweizer Medikamentenpreise durchsetzen könne.

Frühere Vergleiche des Verbands hätten allerdings genau das Gegenteil gezeigt, schreibt die «Republik». In allen bisherigen Preisvergleiche wurde deutlich: Kein europäisches Land ist teurer als die Schweiz.

Die USA würden den Vergleich so wollen, sagte Verbandsdirektor René Buholzer dem Onlinemagazin und fügte an: «Würde nun die Kaufkraft im Vergleich mit anderen Ländern aussen vor gelassen, hätte man einen falschen Vergleich.» Beim BAG wundert man sich laut der «Republik» über den «fragwürdigen» Preisvergleich von Interpharma.

Der Bundesrat stellte schon vor einiger Zeit eine Arbeitsgruppe zusammen, um die Pharmabranche zu beruhigen. Bereits an der ersten Sitzung im Januar brachte ein Pharmavertreter laut «Blick» weitreichende Forderungen ein und plädierte für höhere Preise als in den USA. Konkret würde das bedeuten, bereits beschlossene Kostendämpfungen rückgängig zu machen und auf weitere Massnahmen gegen steigende Medikamentenkosten zu verzichten. (hkl, mit Material der sda)

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45 Kommentare
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Lohner
24.03.2026 14:20registriert August 2025
Und was unternimmt der Pharmaverband, dass die Preise in der Schweiz sinken?
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BroP
24.03.2026 14:30registriert Juni 2021
Jetzt ist die Regierung gefragt, dem Druck der Lobby standzuhalten und das Volk vor Erpressung zu schützen! Wäre ja noch schöner, wenn wir für die Amis den Kopf hinhalten müssten .
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mrmikech
24.03.2026 14:29registriert Juni 2016
Sollen sie doch gehen. Wir sollten endlich Parallelimporte von Medikamenten zulassen – dann könnten die Preise hier zumindest halbiert werden.
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