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Donald Trump kündigt Waffenruhe im Iran an – die wichtigsten Infos

epa12837371 US President Donald J. Trump responds to a question from the news media as he walks to board Marine One on the South Lawn of the White House in Washington, DC, USA, 20 March 2026. EPA/SHAW ...
Donald Trump hat eine Waffenruhe mit dem Iran angekündigt.Bild: keystone

«Wird gemeinsam kontrolliert werden»: Trump über baldige Öffnung der Strasse von Hormus

23.03.2026, 13:0523.03.2026, 16:12

Was ist passiert?

Die USA wollen in den nächsten fünf Tagen keine Angriffe auf iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur fliegen. Das kündigte US-Präsident Donald Trump auf seiner Social-Media-Plattform Truth an. Der Iran dementiert allerdings, mit Trump gesprochen zu haben.

Womit begründet Trump die Waffenruhe?

Trump schreibt in seinem Post von «sehr guten und produktiven Gesprächen über eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten» in den letzten zwei Tagen. Die Waffenruhe knüpfte der US-Präsident an die Bedingung, dass der Austausch zwischen den beiden Ländern auch in den nächsten Tagen produktiv bleiben soll. In diesen sind gemäss Trump weitere Gespräche geplant.

Rubble covers a damaged living room with its walls blown out in a residential building hit in an earlier U.S.-Israeli strike in Tehran, Iran, Monday, March 23, 2026. (AP Photo/Vahid Salemi)
Iran US Is ...
Schäden in der iranischen Hauptstadt Teheran.Bild: keystone

Wie reagiert der Iran?

Der Iran will derweil nichts von solchen Verhandlungen wissen. Es gebe keinerlei direkte Kontakte zu Trump, auch nicht über Vermittler, hiess es in Berichten der Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim, die Irans mächtigen Revolutionswächtern nahestehen.

Die Agentur Fars zitierte eine anonyme Quelle im iranischen Machtapparat, wonach Trump zurückgerudert sei, nachdem er gehört habe, dass alle Kraftwerke in Westasien Ziele iranischer Angriffe sein würden. Tasnim schrieb, Trump habe sich «vom Druck der Finanzmärkte» überzeugen lassen. Der Iran werde die Verteidigung fortsetzen, «bis die notwendige Abschreckung erreicht ist».

Ibrahim Rezaei, Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, reagierte spöttisch auf Trumps Ankündigung. «Trump und die USA sind erneut zurückgewichen», so Rezaei. Es sei eine weitere Niederlage «für den Satan» – womit er die USA meinen dürfte.

Mit wem sprachen die USA?

Laut Donald Trump führen die USA Gespräche mit einer «Top-Person». Dabei handle es sich nicht um den Obersten Führer Modschtaba Chamenei, berichtet CNN.

Nachdem der Iran behauptet hatte, keinen Kontakt zum US-Präsidenten zu haben, spricht Trump weiterhin von «wichtigen Übereinstimmungen». Die Initiative für die Verhandlungen seien vom Iran ausgegangen. «Wenn sie das durchziehen, könnte das ein Ende dieses Problems, dieses Konflikts bedeuten – und ich glaube, es wird ein sehr, sehr substanzielles Ende sein», sagte Trump.

Auf US-amerikanischer Seite wären Trumps Gesante Steve Witkoff und Jared Kushner an den Gesprächen beteiligt gewesen. Mit wem sie gesprochen haben, bleibt offen. Für Montag seien weitere Telefonate geplant. Auch ein persönliches Treffen sei «sehr, sehr bald» geplant.

Trump sagte weiter:

«Wir geben uns einen Zeitraum von fünf Tagen, dann werden wir sehen, wie sich das entwickelt. Wenn es gut läuft, können wir das klären. Andernfalls bombardieren wir einfach weiter, so viel wir können.»

Ist Trumps Drohung damit vom Tisch?

Der US-Präsident hatte dem Iran zuvor mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die für die Weltwirtschaft bedeutende Strasse von Hormus vollständig und «ohne Drohungen» öffnen. Diese Frist wäre in der Nacht zum Dienstag (Schweizer Zeit) ausgelaufen. Der Iran drohte daraufhin mit der vollständigen Schliessung der Meerenge für den Fall von US-Angriffen. Mit dem neuen Post von Trump dürfte die Drohung damit vom Tisch sein.

A cargo ship carrying vehicles sails through the Arabian Gulf toward the Strait of Hormuz in the United Arab Emirates, Sunday, March 22, 2026. (AP Photo)
Emirates Iran War
Ein Schiff in der Strasse von Hormus.Bild: keystone

Was sagt Trump zur Strasse von Hormus?

Laut Donald Trump soll die Strasse von Hormus «sehr bald» wieder geöffnet sein. Im Interview mit CNN äusserte er den Wunsch, die wichtige Schifffahrtsroute gemeinsam mit dem Iran zu kontrollieren. «Sie wird gemeinsam kontrolliert werden», ergänzte er. «Ich und der Ayatollah, wer auch immer der Ayatollah ist, wer auch immer der nächste Ayatollah sein wird.»

President Donald Trump speaks with the media before boarding Air Force One, Monday, March 23, 2026, at Palm Beach International Airport in West Palm Beach, Fla. (AP Photo/Mark Schiefelbein)
Donald Tru ...
Laut Donald Trump werde die Strasse von Hormus bald wieder geöffnet.Bild: keystone

Zudem sprach der US-Präsident von einem bevorstehenden Regimewechsel im Iran. «Es kommt automatisch zu einem Regimewechsel», sagte Trump.

Was sind die Folgen?

Durch den Post von Trump kam es zu einer Kehrtwende an den internationalem Finanzmärkten. Die Finanzmärkte reagieren extrem euphorisch auf diese Aussagen: Während die Aktienmärkte weltweit in die Höhe schnellen, fällt der Ölpreis massiv.

Der Schweizer Leitindex SMI beispielsweise gewann innerhalb von 10 Minuten 450 Punkte bis auf über 12'500 Zähler. Aktuell notiert der SMI noch 0,8 Prozent höher auf rund 12'430 Punkten. Gleichzeit fiel der Ölpreis (Brent) von über 110 US-Dollar kurzfristig deutlich unter 100 Dollar; aktuell sind es wieder knapp 102 US-Dollar, was einem Tagesminus von knapp 10 Prozent entspricht. Die massiven Verluste von Gold und Silber verkleinerten sich auf noch rund minus zwei Prozent.

Was sind die Hintergründe?

Der von den USA und Israel angegriffene Iran hatte seit Kriegsbeginn wiederholt Schiffe in der Strasse von Hormus per Funk dazu aufgerufen, diese nicht zu passieren. Teheran griff in der Region seither wiederholt auch Schiffe an – mit gravierenden Auswirkungen auf den weltweiten Handel von Gas und Öl.

Die Meerenge ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren und gilt als eine der wichtigsten Routen der Seefahrt weltweit. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wird durch die Passage transportiert. Der grösste Teil davon geht in Richtung China, Indien und in andere asiatische Länder. Auch etwa 20 Prozent des weltweiten Flüssiggashandels läuft durch die Meerenge.

Die Menschen in Europa spüren die Auswirkungen der faktischen Blockade unter anderem beim Tanken, weil die Preise für Benzin und Diesel stark gestiegen sind. Experten vermuten, dass auch Lebensmittel teurer werden könnten. (dab/sda/dpa)

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quelle: keystone / altaf qadri
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129 Kommentare
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Dr.Ball
23.03.2026 13:18registriert April 2016
Es ist einfach Marktmanipulation. Es ist wirklich immer das gleiche Schema. Freitag nach Börsenschluss wird ein "Problem" erzeugt und am Montag wird es "gelöst".
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Gurgelhals
23.03.2026 13:15registriert Mai 2015
Und der Iran hat bereits dementiert. Welche Überraschung.

PS: Kann mir mal jemand eine glaubhafte Erklärung dafür liefern, warum bei diesen Social Media-Ankündigungen selbst nach 10 Jahren immer noch jedes mal zuerst so getan wird, als könnte die senile Orange allenfalls sogar die Wahrheit sagen? Warum geht man nicht schon längst standardmässig davon aus, diese Ankündigungen grundsätzlich mal als gelogen resp. frei erfunden zu betrachten, solange keine Bestätigung von mindestens einer zuverlässigen Quelle vorliegt. Wäre doch nur vernünftig, oder?
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Yupidu
23.03.2026 13:22registriert März 2020
Hätte ich nie gedacht, dass ich auch nur ein einziges Mal mit dem Mullahsregime einverstanden wäre.... was denkt sich diese irre AmiRegierung? Das die Welt immer noch so blöd ist, um jegliche Lüge zu glauben? Die Achse der Bösen hat sich mit zwei neuen Mitglieder erweitert👹☠
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