International
Indien

Hindu vs. Muslime: Zahl der Toten in Neu Delhi steigt auf 20

Hindu vs. Muslime: Zahl der Toten in Neu Delhi steigt auf 20

26.02.2020, 09:5226.02.2020, 15:45
epa08247211 Indian security forces patrol near the site of violent clashes between opposing political factions in eastern Delhi, New Delhi, India, 25 February 2020. According to news reports, several  ...
Heftige Auseinandersetzungen in Indien.Bild: EPA

Die Zahl der Toten durch die schweren Ausschreitungen wegen des umstrittenen Staatsbürgerschaftsgesetzes in Indiens Hauptstadt Neu Delhi hat sich auf 20 erhöht. 189 weitere Menschen seien bei den Zusammenstössen zwischen Hindus und Muslimen verletzt worden.

Das sagte der Direktor des Spitals Guru Teg Bahadur am Mittwoch. Der Ministerpräsident von Neu Delhi, Arvind Kejriwal, rief die nationale Regierung dazu auf, eine Ausgangssperre zu verhängen.

Kejriwal, nannte die Situation im Kurzbotschaftendienst Twitter «besorgniserregend». Die Polizei sei «trotz aller Bemühungen» unfähig, die Situation zu kontrollieren und «Vertrauen herzustellen».

Er forderte die nationale Regierung auf, die Armee mit der Beaufsichtigung einer Ausgangssperre zu beauftragen. Bereits am Mittwoch waren in den betroffenen Stadtteilen Soldaten zu sehen, die die Strassen absicherten.

A shop is set on fire during violence between two groups in New Delhi, India, Tuesday, Feb. 25, 2020. At least 10 people were killed in two days of clashes that cast a shadow over U.S. President Donal ...
Bild: AP

Auslöser der Unruhen am Montag und Dienstag waren Kundgebungen für und gegen die umstrittene Reform des indischen Staatsbürgerschaftsgesetzes. Kritiker werfen der hinduistisch-nationalistischen Partei BJP von Ministerpräsident Narendra Modi vor, mit der Reform die 200 Millionen Muslime im Land zu diskriminieren.

Muslime ausgeschlossen

Bereits nach kurzer Zeit mündeten die Demonstrationen in Strassenschlachten zwischen Hindus und Muslimen. Wie der Spitaldirektor mitteilte, wurden 60 Menschen wegen Schussverletzungen behandelt. Die Gewalt hinterliess in Neu Delhi eine Spur der Zerstörung. Zahlreiche Gebäude sowie ein Reifenmarkt wurden zerstört.

Die umstrittene Gesetzesreform ermöglicht den Angehörigen religiöser Minderheiten aus Bangladesch, Pakistan und Afghanistan, die vor 2015 ohne gültige Papiere ins Land kamen, eine vereinfachte Einbürgerung. Muslime sind jedoch davon ausgeschlossen. Seit der Verabschiedung des Gesetzes durch das Oberhaus im vergangenen Dezember kommt es immer wieder zu Protesten.

Die Ausschreitungen überschatteten den Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump in Indien. Bei dem Besuch ging es vor allem um die problematischen Handelsbeziehungen der beiden grössten Demokratien der Welt. (aeg/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Donald Trump in Indien
1 / 30
Donald Trump in Indien
Donald Trump hält sich zurzeit in Indien auf, hier ein paar Bilder dazu.
quelle: ap / michael wyke
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Nico beim Yoga – «Kleine Krähe», grosses Leid
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Trump offen für Gipfel mit Putin und Xi – Selenskyj bleibt aussen vor
Donald Trump zeigt sich offen für einen Dreiergipfel mit Wladimir Putin und Xi Jinping. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wäre nicht dabei.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach Informationen des «Wall Street Journal» einen Dreiergipfel mit Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping vorgeschlagen. Das Treffen könnte im November am Rande des Apec-Gipfels im chinesischen Shenzhen stattfinden. Der Kreml bestätigte inzwischen, dass die Idee eines solchen Treffens diskutiert werde.
Zur Story