«Unten passte die Linie perfekt» – worüber Odermatt nach seinem Sieg staunt
Zum dritten Mal nach den zwei Abfahrten in Gröden belegen Marco Odermatt und Franjo von Allmen im gleichen Rennen die Plätze 1 und 2. Kurz vor Weihnachten hatten beide je ein Mal gewonnen, nun hiess es wieder: «Odi» vor Franjo. Zu diesen Doppelsiegen gesellt sich der Schweizer Dreifachsieg im Riesenslalom von Val d'Isère, den Loïc Meillard vor Luca Aerni und Odermatt für sich entschied.
Auf der Streif legte von Allmen vor. Er jagte dem unmittelbar vor ihm gestarteten Österreicher Stefan Babinsky dessen Bestzeit ab. «Ich fuhr ziemlich locker», sagte er im SRF-Interview. In gewissen Passagen habe er nicht das letzte Risiko gesucht. «Es geht darum, die Fehler zu minimieren und ins Ziel zu kommen. Im Grossen und Ganzen war es eine gute Fahrt.»
Odermatt nirgends der Schnellste
Es war in der ersten Reaktion unschwer zu erkennen, wie sehr von Allmen der geringe Rückstand auf den Sieger fuchste. Denn einer, wieder mal dieser eine, war noch um drei Hundertstelsekunden schneller: Marco Odermatt.
Interessant: Der Nidwaldner war in keinem der fünf Sektoren des Rennens der Schnellste. Doch in der Abrechnung ergab seine Fahrt eben trotzdem den Sieg, den 53. seiner Weltcupkarriere.
Die Zeiten bestätigten Odermatts Eindruck, den er unterwegs hatte. «Ich hatte nicht das super, super Gefühl. Oben schon, im Lärchenschuss war's dann etwas unruhig und über den Hausberg stimmte die Richtung nicht. Ich war deshalb wirklich ein bisschen überrascht, dass es im Ziel grün leuchtete.»
Abfahrtssieg als grosses Ziel
Dass dem so war, lag am letzten Abschnitt. «Unten passte die Linie wohl perfekt», sagte der im Gesamtweltcup überlegen Führende. Odermatt staunte: «Mit 144 km/h war ich beinahe schneller als in der Abfahrt. Da hat es super gepasst.»
Den Super-G in Kitzbühel hat Marco Odermatt damit zum zweiten Mal gewinnen können. Auf einen Erfolg in der Hahnenkamm-Abfahrt, der seinen bereits jetzt beeindruckenden Palmarès weiter aufwerten würde, wartet er noch. «Odi» und seine vielen Fans hoffen, dass sich das am Samstag (11.30 Uhr) ändert. «Nur ein Bier heute», empfahl der Schweizer Abfahrtstrainer Vitus Lüönd im ORF deshalb mit einem Augenzwinkern.
