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Trotz Sanktionen: Schweizer heizen mit Gas aus Russland

ARCHIV - 10.09.2024, Bremen: Eine Heizungsanlage in einem Mietshaus. (zu dpa: �Heizgesetz: �Bio-Treppe� nur bis 2040�) Foto: Sina Schuldt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Sina Schuldt)
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Analyse

Trotz Sanktionen: Schweizer heizen mit Gas aus Russland

Um den Rückgang des russischen Pipelinegases zu kompensieren, hat Europa in den letzten Jahren immer mehr Flüssigerdgas importiert. Ein bedeutender Teil stammt nach wie vor aus Russland.
10.05.2026, 19:2610.05.2026, 19:26
Gregory Remez
Gregory Remez

Seit kurzem gilt in der Schweiz ein vollständiges Kauf- und Importverbot von russischem Flüssigerdgas. Im Februar hatte der Bundesrat beschlossen, das 19. Sanktionspaket der EU gegen Russland zu übernehmen, das unter anderem ein solches Verbot vorsieht. Der Export von Flüssigerdgas (engl. Liquefied Natural Gas, kurz LNG) hat sich für Russland über die letzten vier Kriegsjahre zu einer Alternative zum sanktionierten Pipelinegasgeschäft entwickelt.

Europa hat in dieser Zeit kontinuierlich mehr LNG eingeführt. Lag der LNG-Anteil an den gesamten EU-Gasimporten 2021 noch bei 20 Prozent, machte er 2025 bereits 45 Prozent aus. Das zeigen Zahlen der Brüsseler Denkfabrik Bruegel.

Mehr als die Hälfte ihres LNG bezieht die EU inzwischen aus den USA, doch stammen laut Bruegel noch immer knapp 20 Prozent aus Russland – trotz Sanktionen. Brisant: Weil die Schweiz ihr Erdgas am europäischen Markt bezieht und somit keinen Einfluss auf dessen Herkunft hat, werden auch hierzulande noch immer zahlreiche Stuben mit russischem Gas geheizt.

Mit dem Kauf- und Importverbot von russischem LNG versucht der Bundesrat nun, «Russlands Einnahmen aus dem Verkauf fossiler Brennstoffe zu verringern, die den Krieg gegen die Ukraine massgeblich mitfinanzieren». Das Verbot gilt seit Samstag, 25. April. Bei vorbestehenden Langzeitlieferverträgen gilt eine Übergangsfrist bis Ende des Jahres.

Axpo bezog Gas aus Russland

Der Einkauf von russischem LNG wurde in der Schweiz nach dem Einmarsch russischer Truppen in der Ukraine am 24. Februar 2022 grösstenteils heruntergefahren. Der Stromkonzern Axpo, der vor dem Krieg zahlreiche Rohstoffe – neben Erdgas auch Kohle, Petroleum und Metalle – aus Russland bezogen hatte, liess seine Verträge auslaufen.

Auf Anfrage schreibt Axpo, man trage «selbstverständlich alle aktuellen und künftigen Sanktionen mit». Russisches Flüssiggas habe man keines mehr in den Büchern. Ein Blick in die Geschäftsberichte zeigt: Die grösste Schweizer Stromproduzentin hat seit Ende 2022 keine Verträge mit dem russischen Gaskonzern Gazprom mehr und seit Kriegsbeginn keine neuen Verträge mit russischen Gegenparteien abgeschlossen.

Andere Rohstoffkonzerne mit Niederlassung in der Schweiz haben Gazprom ebenfalls den Hahn zugedreht. Trafigura mit Sitz in Genf etwa hat seit Kriegsbeginn kein Erdgas aus Russland mehr importiert. Folglich habe das LNG-Verbot des Bundesrats keine Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeiten, sagt eine Sprecherin.

Vereinzelt hatten aber in der Schweiz registrierte Gesellschaften weiterhin mit russischem LNG gehandelt. Etwa der Zuger Ableger des Gaskonzerns Novatek, Russlands Nummer zwei hinter Gazprom. Die jüngsten Sanktionen dürften diesem Geschäft nun einen Strich durch die Rechnung machen. (bzbasel.ch)

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88 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Dr. Atomi
10.05.2026 21:05registriert Juli 2024
Ziemlich doof wenn der Staat noch vor Jahren die Gasheizung gefördert hatte und nun gross darüber schweigt.
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Martin Etgeton
10.05.2026 19:56registriert Oktober 2015
Seit Jahren hinkt die Schweiz, im Vergleich zum restlichen Europa, den Klimazielen hinterher. Wir hätten das Geld und die Technik uns von fossilen Energieträgern unabhängig zu machen. Aber Herr Rösti und insbesondere die SVP und grosse Teile der bürgerlichen Parteien wollen das nicht. Dabei ist doch genau diese SVP für Unabhänigkeit. Aber wahrscheinlich ist das auch nur Show.
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