Schweiz
Armee

Bure JU: Streit zwischen Panzergrenadieren und Infanteristen eskaliert

Soldaten, die zu einem WK eingerueckt sind, stehen im Kasernenhof, anlaesslich eines Truppenbesuchs von Bundesrat Martin Pfister nach einer Medienkonferenz ueber die Sicherheitspolitik, am Montag, 26. ...
Soldaten in der Kaserne in Bure (Archivbild).Bild: KEYSTONE

In Bure JU eskaliert ein Streit zwischen Panzergrenadieren und Infanteristen

Auf einem Waffenplatz der Schweizer Armee kam es zu einem Zwischenfall zwischen Panzergrenadieren und Infanteristen. Angeblich wurden Rauch- und Blendgranaten einsetzt – und auch Munition gestohlen.
12.05.2026, 12:5412.05.2026, 15:46

Dass es zwischen verschiedenen Truppeneinheiten in der Schweizer Armee einen Konkurrenzkampf gibt, ist nichts Ungewöhnliches. Auf dem Waffenplatz Bure im Kanton Jura ist eine Auseinandersetzung zwischen Infanteristen und Panzergrenadieren nun aber eskaliert.

Ausgerartet ist der Streit demnach in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, wie 20 Minuten berichtet. Dabei ging gemäss Aussagen eines Soldaten, der in Bure aktuell seinen Dienst leistet, sogar so weit, dass Panzergrenadiere eine Blendgranate auf das Gelände der Infanteristen warfen.

Nicolas Formasi, Sprecher der Militärjustiz, bestätigt die Auseinandersetzung gegenüber «20 Minuten»: «In der Nacht auf Donnerstag ist es bei der Anlage Nalé zu einem leichten Kampf gekommen, wobei es auch zu leichten Verletzungen kam.» Ob aber tatsächlich eine Blendgranate geworfen wurde, ist gemäss Formasi «nicht sicher».

Gemäss dem Bericht ging der Streit am Freitag in die nächste Runde, die Rede ist von einer Rauchgranate in der Kaserne. Wer dafür verantwortlich ist, ist laut Formasi unklar, die Vorgänge seien Teil einer eingeleiteten Untersuchung.

Ein Soldat sagte zu «20 Minuten»: «Es gibt Rivalitäten unter den Kompanien, bei uns ist es dann etwas ausgeartet.»

Geklaute Munition bei Durchsuchung

Der Streit veranlasste die zuständige Militärführung zum Handeln. Es kam zu einer grossen Durchsuchung der ganzen Kaserne, die Platz für 1100 Personen bietet.

Kaserne Bure Jura
Die Kasernen in Bure bieten Platz für 1100 Personen.Bild: VBS

Bei der Durchsuchung, bei der Spürhunde zum Einsatz kamen, stellte die Militärpolizei dann bei rund 30 Soldaten entwendetes Armeematerial sicher: von Munition bis hin zu Rauchgranaten. Eine Person soll gemäss dem Bericht 200 Schuss Munition gestohlen haben.

Einer der zitierten Soldaten sagt: «Die Munition ist hier sehr leicht zugänglich. Es wird kaum kontrolliert, wer wie viele Schüsse hat und ob nach der Übung noch jemand Munition in den Taschen hat.» Es gäbe zahlreiche Möglichkeiten, etwas mitgehen zu lassen, so der Soldat.

Trotz der Vorfälle durften die Soldaten am Wochenende nach Hause gehen. Obwohl die Ermittlungen zu den Vorfällen laufen und nicht klar ist, ob bereits vor der Durchsuchung Material gestohlen wurde. Der Soldat sieht das kritisch:

«Wenn jemand vor dem vergangenen Wochenende etwas mit nach Hause genommen hat, konnte er es jetzt verstecken. Da bringt auch eine Hausdurchsuchung nichts mehr.»

Armee verteidigt Vorgehen

Gemäss einem Militärsprecher sei es allerdings nicht verhältnismässig, alle Wohnungen der in Bure stationierten Soldaten zu durchsuchen: «Der Untersuchungsrichter hat abgewogen, welche Massnahmen nötig sind.» Zudem könne man keine genauen Angaben zu dem gestohlenen Material machen.

Armeesprecher Stefan Hofer verweist gegenüber «20 Minuten» auch auf Sensibilisierungsmassnahmen der Armee: «Die Armeeangehörigen werden während der Rekrutenschulen und Wiederholungskurse im Umgang mit Waffen und Munition ausgebildet und sensibilisiert.»

Zudem kontrolliere die Militärpolizei regelmässig Infrastrukturen, darunter auch die Munitionsmagazine der eingesetzten Truppen sowie der Logistikbasis der Armee.

(ome)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Neue Armee-Pläne des Bundesrats
1 / 6
Neue Armee-Pläne des Bundesrats

Der Bundesrat verkündete seine neuen Armee-Pläne.

Auf Facebook teilenAuf X teilen
Ukrainische Armee zeigt online, wie vielseitig sie Boden-Drohnen einsetzt
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Aargauer Regierung lehnt Verbot von gefährlichen Hunden ab
Die Aargauer Regierung will nichts von einem Verbot von Kampfhunden wissen und lehnt eine entsprechende Motion ab. Ein auf Rassen basierendes Verbot ist gemäss Regierung weder fachlich überzeugend noch umsetzbar.
Ein Verbot sei unverhältnismässig und würde zu einem «Kollaps des Vollzugs» führen, teilte der Regierungsrat am Freitag in seiner Stellungnahme mit. Die von Politikern aus SVP, Mitte, SP, Grüne, FDP und EVP eingereichte Motion forderte ein Verbot für Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial.
Zur Story