Gesellschaft & Politik
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Hin und Her: Jetzt sollen Doppelnamen nach Heirat wieder möglich werden



Ehepaare sollen gegenüber Konkubinatspaaren nicht länger steuerlich benachteiligt sein. Der Ständerat nimmt einen neuen Anlauf, um die Heiratsstrafe abzuschaffen. (Symbolbild)

Welcher Name soll's denn sein? Bild: KEYSTONE

Doppelnamen wie Leutenegger Oberholzer sollen wieder möglich werden. Nach der Nationalratskommission hat sich auch die Kommission für Rechtsfragen des Ständerates (RK) für eine Wiedereinführung ausgesprochen, allerdings nur mit Stichentscheid des Präsidenten Beat Rieder (CVP/VS).

Zur parlamentarischen Initiative von alt Nationalrat Luzi Stamm (SVP/AG) ergab sich ein Patt: 5 Mitglieder stimmen für, 5 gegen das Ansinnen, wie die Parlamentsdienste am Mittwoch mitteilten. Die Möglichkeit, nach der Heirat einen Doppelnamen zu führen, war 2013 abgeschafft worden.

Die RK sprach sich grundsätzlich für eine liberale Regelung beim Namensrecht aus. Es sei sinnvoll, dass die Rechtskommission des Nationalrats im Rahmen der Ausarbeitung einer Vorlage prüfe, wie die Wahlmöglichkeiten der betroffenen Personen gegenüber dem heutigen Recht vergrössert werden könnten.

Doppelnamen – bist du dafür oder dagegen?

Die unterlegene Kommissionsminderheit argumentierte, eine erneute Revision komme zu früh. Es sei noch zu wenig Zeit vergangen, um beurteilen zu können, wie sich das neue Namensrecht in der Gesellschaft auswirke.

Gesetz kann geändert werden

Die Rechtskommission des Nationalrates hatte sich im Februar 2019 mit 17 zu 7 Stimmen für eine Revision ausgesprochen. Nachdem nun auch die Schwesternkommission des Ständerates zugestimmt hat, können die Arbeiten für eine Gesetzesänderung beginnen.

Das aktuelle Namensrecht gilt seit 2013. Jeder Ehegatte behält grundsätzlich seinen Namen. Das Ehepaar kann aber auch einen gemeinsamen Familiennamen wählen – jenen der Frau oder jenen des Mannes. Kinder erhalten entweder den gemeinsamen Familiennamen oder – falls die Eltern verschiedene Namen tragen – einen der Ledignamen.

Ein Grund für die Revision des Namensrechtes war ein Urteil aus dem Jahr 1994. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte war zum Schluss gekommen, dass das Schweizer Namensrecht dem Grundsatz der Gleichstellung widerspreche. Ein erster Versuch für eine Revision scheiterte allerdings 2001. Den neuen Anlauf, der zum heutigen Recht führte, initiierte die ehemalige SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer (BL). (aeg/sda)

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • LURCH 14.02.2020 01:08
    Highlight Highlight Stellt euch nur vor, der Luzi würde sich mit einer Frau Hirn oder Frau Baum verheiraten.
  • Grötzu 13.02.2020 23:22
    Highlight Highlight Wir könnten es doch mit der AHV-Nummer versuchen. Wäre doch lustig oder?
  • mrcharliebrown 13.02.2020 10:53
    Highlight Highlight Oh jesses diese Probleme.
  • NotWhatYouExpect 13.02.2020 08:35
    Highlight Highlight Ich wäre dafür, dass man die Namen verschmilzt.

    Meier mit Müller -> Mailer / Mülier
    Peterer mit Hugentobler -> Petentobler / Hugenerer

    ;)
  • Name_nicht_relevant 12.02.2020 18:46
    Highlight Highlight In unsrem System gibt es eine die heisst Quasie Müller-Müller, solches sollte wirklich Verboten werden. Macht doch keinen Sinn, 2x den gleichen Namen.
    • Bowell 13.02.2020 06:03
      Highlight Highlight Die heisst wirklich Quasie?
  • Dubliner 12.02.2020 17:30
    Highlight Highlight Die Abschaffung des Doppelnamens wurde initiiert von Susanne Leutenegger Oberholzer. Kannst du nicht erfinden sowas.
  • Holunderblütensirup 12.02.2020 16:29
    Highlight Highlight Warum man da dagegen sein kann versteh ich nicht. Jeder und jede soll selbst für sich und die Familie entscheiden was am besten ist, ganz egal ob Doppelname, eigener Name oder der Name der Frau bzw des Mannes.
  • Seiltänzerin 12.02.2020 16:15
    Highlight Highlight Mittlerweile gibt es so viele Paare mit den unterschiedlichen "Namensarten" (Doppelname mit Bindestrich, ohne Bindestrich), das Beste wär es doch, wenn man selbst entscheiden kann, welchen Namen man als Paar trägt und ob mit oder ohne Bindestrich.
    Es gibt ja sowieso schon alles.. Müller Meier, Müller-Meier, Meier-Müller, Meier Müller, Meier, Müller... 😅
  • Einer Wie Alle 12.02.2020 13:34
    Highlight Highlight Wieso lässt man einfach nicht alle Optionen offen (Doppelnamen, Einfachname, Bindestrichname) und lässt die Bürger entscheiden, ist ja wohl keine Sache?
  • uejo84 12.02.2020 13:32
    Highlight Highlight Ich finde Doppelnamen schwachsinnig. Wozu? Die Kinder können diesen ja sowieso nicht weitertragen. Und lange Nachnamen sind einfach nur umständlich. Man sollte sich für den einen oder anderen entscheiden.
    • Holunderblütensirup 13.02.2020 10:43
      Highlight Highlight Bin ganz deiner Meinung, es ist umständlich. Nur warum sollte man das verbieten? Jeder Mensch soll es doch selbst für sich entscheiden. Man kann auch Heiraten ohne Kinder zu wollen übrigens ;) Nur was man noch nicht kann ist das gleiche Geschlecht zu heiraten aber anderes Thema.
  • Neruda 12.02.2020 12:37
    Highlight Highlight Haha, interessant, für was sich unser Luzi so eingesetzt hat 😄
  • Bits_and_More 12.02.2020 11:11
    Highlight Highlight Spannend wird es bei Kinder und welchen diese dann bekommen. Ganz einfach ist es schon heute nicht (https://www.nzz.ch/zuerich/namen-der-kinder-das-schweizer-namensrecht-ist-kompliziert-ld.1451525)

    Und was passiert wenn Kinder mit doppelten Nachname heiraten? Da gibt es mit in Summe 4 Nachname ein paar Kombinationsmöglichkeiten.

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