Eishockey
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Chorero der Davoser Fans (Ostkurve) vor dem Spielbeginn, im vierten Eishockey Playoff-Viertelfinalspiel der National League A zwischen dem HC Davos und dem Lausanne HC, am Samstag, 11. Maerz 2017, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Juergen Staiger)

Lausanne bekam den Davoser «Heim-Vorteil» deutlich zu spüren. Bild: KEYSTONE

«Made in Graubünden» – mehr einheimisches Schaffen geht nicht 

Der HC Lausanne leckt nach dem demütigenden 0:4 in der Playoff-Viertelfinalserie gegen den HC Davos seine Wunden. Der Grund für die schmerzhafte Pleite sind bärenstarke Bündner. 



Dan Ratushny, seit dieser Saison Trainer von Lausanne und unlängst von Branchen-Kollegen und den NLA-Captains zum Trainer des Jahres gewählt, konnte nach dem abschliessenden 3:6 am Samstag in Davos den «schmerzhaften» Playoff-K.o. im Eilzug-Tempo nicht schönreden. «Wir wurden von einem klar besseren Team besiegt. Wir hätten vielleicht einen Erfolg in dieser Serie verdient. Fakt aber ist, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben, um unsere Schwächen auszumerzen. Davos war schneller und zeigte mit seiner Intensität und Routine unsere Grenzen auf. Vielleicht hätten wir insgesamt etwas böser sein sollen. Doch wir sind noch nicht soweit, um in einer Best-of-7-Serie einen solchen Gegner zu bezwingen.»

Die Playoff-Serien von 2014 und 2015, als man die ZSC Lions und den SC Bern in Entscheidungsspiele gezwungen hatte, wollte Etienne Froidevaux nicht mit der jüngsten vergleichen. «Das waren bei uns in jedem Jahr andere Teams. Gegen Davos machte sich ein Manko an Erfahrung und Cleverness bemerkbar.»

Deception des joueurs lausannois apres la defaite pendant la seance de tirs au but, lors du 3eme match du quart de finale de play off du championnat suisse de hockey sur glace de National League LNA, entre le Lausanne Hockey Club, LHC et le HC Davos ce jeudi 9 mars 2017 a la patinoire de Malley a Lausanne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

So haben sie sich das nicht vorgestellt: Nach einer spektakulären Qualifikation scheitern die Lausanner in den Playoffs in nur vier Spielen am HCD. Bild: KEYSTONE

Dabei hatte Lausanne mit einer starken NLA-Qualifikation imponiert. Mit 154 Toren aus 50 Runden erreichte man gar den drittbesten Offensiv-Wert der Liga. Nachdem die Waadtländer die NLA-Playoffs so früh wie nie zuvor erreichten, blieb diesmal aber die Steigerung nach Ende der Regular Season aus.

Dies im Gegensatz zu Davos, das in der Serie einen Steigerungslauf hinlegte. Dem Bündner Speed und direkten Zug aufs Tor konnte Lausanne beim Spiel der letzten Hoffnung am Samstag in Davos gerade zu Beginn nur mit geahndeten Fouls begegnen. Ein 0:3-Rückstand nach elf Minuten war die Folge. Beim einzigen Treffer bei numerischem Gleichstand in der ersten Spielhälfte, dem 2:0 von Tino Kessler, war zudem der Lausanner Keeper-Veteran Cristobal Huet (42) nicht über alle Zweifel erhaben.

Torgefährliche Bündner

Auf der Gegenseite entpuppte sich der halb so alte Davoser Keeper Gilles Senn über die gesamte Serie gesehen als bereits verblüffend stabil. Captain Andres Ambühl, am Samstag gegen Lausanne mit drei Toren der Matchwinner, betonte: «Gilles war schon in der Qualifikation besser als er gemacht wurde. Ihn traf bei unseren Niederlagen nie eine Schuld. Gegen Ende der Qualifikation steigerte er sich weiter. Und nun legte er in den Playoffs noch eine Schippe drauf.»

Ausschlaggebend für den «Sweep» des HCD war indes das buchstäblich einheimische Schaffen in den Reihen des Rekordmeisters: Sage und schreibe 14 der 16 Playoff-Tore des Qualifikations-Fünften erzielten Schweizer Spieler mit Bündner Wurzeln. Mehr einheimisches Schaffen geht nicht.

Diese Bündner haben für den HCD in den Playoffs getroffen

Teilnehmer am «Rekordspiel»

Eine Ehren-Meldung konnte Lausanne immerhin verbuchen: Am letzten Donnerstag in Malley (3:2-Sieg von Davos nach Penaltys) hatten sich Davos und Lausanne mit 85 Spielminuten das längste Spiel der Playoff-Geschichte geliefert. Noch nie zuvor hatte eine Playoff-Partie in der Schweiz länger als 80 Spielminuten gedauert.

Dies aufgrund der neuen Regelung mit der Zusatz-Overtime von fünf Minuten mit drei gegen drei Feldspielern vor dem Penaltyschiessen. Ab nächster Saison wird es kein Penaltyschiessen mehr geben; die Partien werden künftig durch ein «Golden Goal» entschieden. (cma/sda)

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Paul Fiala 15.03.2017 21:04
    Highlight Highlight Unter dem Arno schafft auch die junge und unerfahrene Mannschaft das was keine geglaubt hat. Ein Halbfinale ist schon ein Erfolg. Vielleich geht's noch weiter
  • Der müde Joe 13.03.2017 09:18
    Highlight Highlight Ich als Kloten-Fan bewundere die Arbeit die ADC leistet. Er gibt den Jungen das nötige Vertrauen, weicht nicht von der Trainingsintensität ab und wird am Ende dafür belohnt. Die Jungen sind im Vergleich zur Anfangsphase stärker, schneller und taktisch gefestigter. Hut ab vor dieser Leistung und das sage ich nur ungern! ;)
    • das Otzelot 13.03.2017 14:01
      Highlight Highlight Ist schon beeindruckend wie er junge Spieler fördert und fordert.
      Aber um, in meinen Augen, ein wirklich Grosser zu sein, müsste er den Mut haben seine Wohlfühloase bar jeder Kritik, zu verlassen und sich dem Richtigen Leben zu stellen. Dafür fehlen ihm aber leider die Eier. Schade eigentlich.
  • MARC AUREL 13.03.2017 08:16
    Highlight Highlight Davos spielt stark aber Lausanne ist kein Gradmesser. Schwer einzuschätzen wie stark die Böcke wirklich sind! Um Meister zu werden sind sie wohl nicht bereit.
    • dwight_schrute 13.03.2017 15:21
      Highlight Highlight Ist Biel denn ein Gradmesser?
  • Blaugrana 13.03.2017 06:21
    Highlight Highlight Eba geil. Auch wenn der Zett die wahrscheinlich kompletteste Jugendförderung aufgezogen hat macht Davos das im Rahmen ihrer Möglichkeiten (periphere Lage, Schul- / Lehrangebote etc.) sensationell. Mal schauen ob's eine kleine Überraschung gibt wie 2015... dem Chlöisu und seinem einäugigen Jünger hier würde ich es gönnen...
    • Ehringer 13.03.2017 07:01
      Highlight Highlight Dem Chlöisu und seinem einäugigen Jünger würde ich es sogar als SCB-Fan gönnen wenn wir ehrlich sind... Muss aber trotzdem nicht sein, da sehe ich doch lieber die Bären zuoberst ;) aber über eine geile Serie gegen euch würde ich mich freuen, die Arbeit von Arno und dem ganzen Vereinsteam, von den Kleinsten bis in die NLA, macht richtig Freude am Eishockey. Danke!
    • Blaugrana 13.03.2017 09:58
      Highlight Highlight Finale SCB - HCD? Wo muss ich unterschreiben? Wäre Hockey pur Mann! 😜 💛💙
    • MARC AUREL 13.03.2017 12:04
      Highlight Highlight Da wäre ich einverstanden!
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