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Playoff-Final: Davos schlägt Gottéron nach 0:3 in der Verlängerung

Adam Tambellini (HCD), links, trifft zum 5-4 gegen Torhueter Reto Berra (HCFG) im fuenften Eishockey Playoff Finalspiel der National League zwischen HC Davos (HCD) und HC Fribourg-Gotteron (HCFG), am  ...
HCD-Stürmer Adam Tambellini schiesst Fribourg in der Verlängerung ins Elend.Bild: keystone

Tambellini schiesst Davos nach 0:3-Rückstand ins Glück: «Wir können immer zurückkommen»

Im fünften Spiel des Playoff-Finals zwischen Davos und Fribourg-Gottéron gewinnt erstmals das Heimteam. Nach dem 5:4 nach Verlängerung haben die Bündner zwei Matchpucks, den ersten am Dienstag in Freiburg.
26.04.2026, 19:0026.04.2026, 23:22

Wie das zweite ging auch das dritte Heimspiel des HCD in die Verlängerung, diesmal aber mit dem besseren Ende für das Heimteam. Nach nur 2:26 Minuten der Overtime war es Adam Tambellini, der die wie immer in diesem dramatisch verlaufenden Final volle Eishalle in Ekstase versetzte. Der Freiburger Nathan Marchon hatte sich eine völlig unnötige Strafe wegen Spielverzögerung eingehandelt.

«Ich versuchte einfach, so schnell wie ich konnte zu schiessen. Es war ein grossartiger Pass von Zadina und zuvor starke Arbeit von Frehner in der Ecke. Das ist eine Stärke unseres Teams: Wir wissen, dass wir immer zurückkommen können. Es war wichtig, dass Andersson das Tor geschossen hat. Jetzt feiern wir diesen Sieg und versuchen, in Fribourg den Titel zu holen.»
HCD-Siegtorschütze Adam Tambellini

Auf eine Verlängerung hatte zunächst nichts hingedeutet, nach 16 Minuten führte Fribourg 3:0, und es bahnte sich der fünfte Auswärtssieg im fünften Finalspiel an.

Die Highlights des Spiels.Video: YouTube/HC Davos

Der fünfte Akt dieser Finalserie verlief völlig anders als die ersten vier und könnte ein Indiz für eine aufkommende Müdigkeit sein. Bei beiden Teams ging die Ordnung deutlich öfter verloren – bei Davos vor allem im ersten, beim Gast im zweiten Drittel.

Zwei völlig unterschiedliche Drittel

In den ersten 20 Minuten spielte fast nur Fribourg. Ein vermeintlicher erster Treffer von Jacob de la Rose, es wäre sein erster Skorerpunkt im Final gewesen, wurde nach einer erfolgreichen Coach's Challenge wegen eines Offsides noch zurückgenommen (8.). Dann aber schlug es innert viereinhalb Minuten gleich dreimal hinter HCD-Goalie Sandro Aeschlimann ein. Marcus Sörensen traf nach einer Traumkombination, sein Sturmpartner Lucas Wallmark mit dem ersten Freiburger Powerplaytor der Finalserie und Jan Dorthe mit einem abgelenkten Schuss.

Fribourg bejubelt das 0-3 durch Jan Dorthe im fuenften Eishockey Playoff Finalspiel der National League zwischen HC Davos (HCD) und HC Fribourg-Gotteron (HCFG), am Sonntag, 26. April 2026, in der zond ...
Im ersten Drittel dominierte Fribourg beinahe nach Belieben.Bild: keystone

Die Hoffnung des Gastgeber wahrte Calle Andersson, der in der Schlussminute des Startdrittels genau zwischen zwei Verteidigern hindurch zum 1:3 verkürzte. Der mittlere Abschnitt zeigte das genau entgegengesetzte Bild. Der HCD kam mit viel Druck aus der Kabine und skorte in regelmässigen Abständen. Yannick Frehner nutzte den Abpraller eines eigenen Abschlusses zum 2:3 (23.), Sven Jung profitierte vom Forechecking Filip Zadinas und einem feinen Pass Adam Tambellinis (31.) und in der 36. schloss Matej Stransky einen schnellen Konter mit dem Führungstreffer zum 4:3 für die Bündner ab. Zadina kehrte nach einem Spiel Verletzungspause ins Team zurück, Tambellini erhielt den Vorzug gegenüber Brendan Lemieux, der erstmals in dieser Finalserie zuschauen musste.

Starker Wallmark

Diesmal war es aber Fribourg, das nicht komplett unterging, sondern in der Schlussphase des Drittels das Momentum wieder ein wenig auf seine Seite drücken konnte. In Überzahl erwischte Wallmark Aeschlimann mit einem scheinbar harmlosen Schuss zwischen den Beiden zum 4:4 (37.).

«Ich denke, wir haben ein gutes erstes, ein schlechtes zweites und ein gutes drittes Drittel gespielt. Es hat sich nicht verändert. Wir bleiben frisch, alles ist gut. Jetzt gehen wir nach Hause, gewinnen dort und kehren hierher zurück.»
Fribourg-Stürmer Lucas Wallmark.

Der angeblich abwanderungswillige Schwede zeigte sich nichtsdestotrotz ausgesprochen inspiriert und brillierte mit zwei Toren und einem Assist. Bei Davos hatte Enzo Corvi (zwei Assists) im zweiten Spiel nach seiner langen Verletzungspause einen starken Auftritt.

Nach dem eigentlichen Schützenfest in den ersten 40 Minuten kehrte im Schlussdrittel wieder etwas Normalität ein. Die Chance, die Partie bereits vor der Verlängerung zu entscheiden gab es aber auf beiden Seiten. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende hatten Dorthe und Verteidiger Simon Seiler den Matchpuck auf dem Stock, scheiterten aber beide an HCD-Goalie Aeschlimann. Zuvor hatte Filip Zadina auf der anderen Seite den Pfosten getroffen.

Simon Ryfors (HCD), 5-4 Torschuetze Adam Tambellini und Lukas Frick, von links, jubeln im fuenften Eishockey Playoff Finalspiel der National League zwischen HC Davos (HCD) und HC Fribourg-Gotteron (HC ...
Die Davoser explodieren nach dem Siegtreffer.Bild: keystone

Davos - Fribourg-Gottéron 5:4 (1:3, 3:1, 0:0, 1:0) n.V.
6547 Zuschauer (ausverkauft). - SR Wiegand/Lemelin; Schlegel/Obwegeser.
Tore: 12. (11:08) Sörensen (Marchon, Wallmark) 0:1. 13. (12:05) Wallmark (Borgström, Sörensen/Powerplaytor) 0:2. 16. Dorthe 0:3. 20. (19:26) Andersson (Frick, Corvi) 1:3. 23. Frehner (Frick, Egli) 2:3. 31. Jung (Zadina, Tambellini) 3:3. 36. Stransky (Corvi) 4:3. 37. Wallmark (Kapla/Powerplaytor) 4:4. 63. Tambellini (Zadina/Powerpalytor) 5:4.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Davos, 4mal 2 Minuten gegen Fribourg.
Davos: Aeschlimann; Frick, Dahlbeck; Andersson, Jung; Gross, Barandun; Guebey; Frehner, Ryfors, Tambellini; Waidacher, Asplund, Zadina; Stransky, Corvi, Kessler; Knak, Egli, Parrée; Aebli.
Fribourg-Gottéron: Berra; Rathgeb, Kapla; Seiler, Streule; Jecker, Arola; Johnson; Bertschy, Borgström, Biasca; Sörensen, Wallmark, Marchon; Gerber, De la Rose, Reber; Sprunger, Walser, Dorthe; Nicolet.
Bemerkungen: Davos ohne Fora, Nussbaumer, Gredig, Hollenstein (alle verletzt), Claesson, Lemieux und Taponen (alle überzählige Ausländer). Fribourg ohne Glauser, Schmid (beide verletzt), Nemeth, Ljunggren, Rau und Rattie (alle überzählige Ausländer). 8. Tor von De la Rose nach Coach's Challenge wegen Offside aberkannt. 13. Timeout Davos. Pfostenschuss: 45. Zadina. (abu/sda)

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66 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Mulumbi
26.04.2026 21:33registriert April 2024
Meine Nerven! Ich kann das alles langsam nicht mehr, da bin ich ja fast froh, ist die letzte Finalteilnahme 13 Jahre her ;)
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Steibocktschingg
26.04.2026 22:56registriert Januar 2018
Unglaublich, wie intensiv das Spiel war, und ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass der HCD das Spiel noch kehren und gewinnen könnte.
325
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Liebu
26.04.2026 22:48registriert Oktober 2020
Das Heim-Break hat Davos geschafft.
Jetzt muss Gotteron auch.
Das Momentum hat gedreht.
Freue mich schon auf Dienstag.
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