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Frankreich: Steuerbetrugsprozess gegen Kunsthändler Guy Wildenstein



Wegen mutmasslichen Steuerbetrugs in schwindelerregender Höhe muss sich der Kunsthändler Guy Wildenstein vor einem französischen Gericht verantworten. Der Prozess gegen den 70-jährigen US-Franzosen wegen Steuerhinterziehung und Geldwäscherei begann am Montag in Paris.

Wildenstein soll dem französischen Fiskus nach dem Tod seines Vaters Daniel im Jahr 2001 und seines älteren Bruders Alec im Jahr 2008 den Grossteil des Erbes verheimlicht haben. Die Steuerbehörden verlangen von der Familie eine Nachzahlung in Höhe von mehr als 550 Millionen Euro.

Bei einer Verurteilung drohen Wildenstein zehn Jahre Haft. Neben dem Kunsthändler, der Frankreichs Konservativen nahe steht, müssen sich auch sein Neffe Alec Junior und die Witwe seines verstorbenen älteren Bruders Alec, Ljuba, vor Gericht verantworten. Angeklagt sind ausserdem ein Notar, zwei Anwälte und zwei Fondsverwaltungsfirmen.

Gemälde auch in der Schweiz

Das milliardenschwere Familienvermögen - darunter wertvolle Gemälde, Luxus-Immobilien und teure Rennpferde - wird grösstenteils in Trusts verwaltet, die in Steuerparadiesen angemeldet sind. Allein der Trust «Delta» ist nach Angaben aus informierten Kreisen im Besitz von Gemälden im Wert von einer Milliarde Dollar, die sich in den USA und in der Schweiz befinden. Im Besitz der Familie ist ausserdem eine riesige Farm in Kenia, auf der der Hollywood-Film «Jenseits von Afrika» gedreht wurde.

Die inzwischen mit der Wildenstein-Familie zerstrittene Ljuba hatte den Behörden Informationen über die Vermögensverhältnisse der Kunsthändler zukommen lassen. Teilweise bekannt geworden waren diese schon Ende der 90er Jahre im Scheidungskrieg zwischen Alec und seiner ersten Ehefrau Jocelyne, die unter anderem durch exzessive Schönheitsoperationen bekannt wurde. (sda/afp)

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