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Studie gibt Ärzten Hinweise zum besseren Einsatz von Antidepressiva

22.02.2018, 11:16

Eine Studie unter Berner Ko-Leitung hat Wirksamkeit und Verträglichkeit der am häufigsten verschriebenen Antidepressiva unter die Lupe genommen. Dies soll Ärzten bessere Behandlungsentscheide ermöglichen.

Schwere depressive Störungen gehören zu den häufigsten und belastendsten psychischen Erkrankungen bei Erwachsenen weltweit. Zudem verursachen sie hohe Gesundheitskosten. Behandelt werden Depressionen sowohl medikamentös als auch mit Psychotherapie. Antidepressiva werden allerdings häufiger eingesetzt als etwa Verhaltenstherapien.

Um ihren Patientinnen und Patienten die wirksamsten Präparate zu verschreiben, sind Ärztinnen und Ärzte auf die bestmögliche Information angewiesen. Während die Wirksamkeit verschiedener Antidepressiva in klinischen Studien bereits verglichen wurde, fehlte bislang ein Überblick über die am häufigsten verwendeten Medikamente und deren Nebenwirkungen.

Um eine bessere Informationsgrundlage zu bieten, haben Forschende um die Berner Professoren Georgia Salanti und Matthias Egger vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern Daten von 522 klinischen Studien zusammengetragen und analysiert. In den Untersuchungen, die zwischen 1979 und 2016 durchgeführt wurden, sind die Angaben von insgesamt 116'477 Patienten enthalten.

Unterschiede klein aber bedeutsam

Die Meta-Analyse vergleicht die Wirksamkeit der 21 am häufigsten verschriebenen Antidepressiva weltweit. Die in Zusammenarbeit mit Forschenden aus Grossbritannien und Japan erstellte Studie wurde in der Fachzeitschrift «The Lancet» publiziert, wie die Universität Bern am Donnerstag mitteilte.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass alle 21 Antidepressiva besser wirken als Placebo. Unterschiede gab es aber bezüglich der Wirksamkeit und Verträglichkeit. So wirken einige Arzneien besser, während sie gleichzeitig seltener wegen unerwünschter Nebenwirkungen von den Patienten abgesetzt werden.

Salanti und Egger hoffen, dass ihre Ergebnisse dazu beitragen werden bessere Richtlinien zu entwickeln, welche Ärzten die Entscheide für oder gegen ein bestimmtes Antidepressivum erleichtern. «Obwohl die Unterschiede zwischen Antidepressiva klein sind, sind sie klinisch signifikant und sollten bei Behandlungsentscheidungen berücksichtigt werden», wird Egger in der Mitteilung zitiert. (sda)

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